Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist ein ganz schön dicker Schinken. Foto: Thomas Wittmann.

Wer denkt, als Jurastudent lebt es sich trocken und langweilig, der irrt gewaltig. Denn ein Ehrenamt bei der European Law Students’ Association (ELSA), einer der größten Jurastudentenvereinigungen, bringt nicht nur mit sich, dass man in kürzester Zeit alle großen europäischen Städte abfliegt. Man sammelt auch noch Bekanntschaften aus ganz Europa.

Als Director for Human Rights bin ich bei ELSA für alles zuständig, was irgendwie mit Menschenrechten zu tun hat. Das heißt: Mehr Bewusstsein für das Thema schaffen und interessante Veranstaltungen und Fahrten organisieren. Beim letzten Treffen in Berlin haben wir zum Beispiel beschlossen, einen Essaywettbewerb und einen Debattierwettbewerb über Menschenrechte auf die Beine zu stellen.

So kommt manchmal ein Termin nach dem anderen. Gerade eben von einer Rundreise durch die Institutionen der Europäischen Union zurückgekommen, geht es weiter nach Stockholm oder Kopenhagen auf eine Konferenz. Danach wird in Genf kurz auf einer Sitzung der World Intellectual Property Organization (WIPO), der Weltorganisation für geistiges Eigentum, vorbei geschaut. Was so locker flockig klingt, wird schnell ziemlich anstrengend. Kaum bin ich von irgendwoher zurück, wartet schon das nächste Projekt auf mich.

Lust auf mehr Protokolle von engagierten Jugendlichen?
1. Arbeit im Regenwald
2. AIDS- Aufklärungsarbeit
3. Kinder betreuen

Aus den USA fliegen bald drei ehemalige Insassen der Todeszelle für eine Vortragsreihe ein. Sie wurden alle drei unschuldig verurteilt, glücklicherweise konnte man den Irrtum aufklären. Jetzt gehen sie auf Tour und setzen sich für die Abschaffung der Todesstrafe ein. Vor uns steht also ein wirklich spannender Abend, für den es noch eine Menge zu organisieren gibt, wie Unterkunft, Verpflegung oder Dolmetscher. Dann wünschen sich noch einige Studenten in meiner Fakultätsgruppe, das Europäische Gericht für Menschenrechte in Straßburg (ECHR) zu besuchen. Ich muss also eine passende Verhandlung aussuchen und einen Besuchstermin vereinbaren. Außerdem müssen Hinfahrt, Unterkunft und Verpflegung organisiert werden.

Doch die aufregenden Augenblicke, wenn eine Veranstaltung reibungslos über die Bühne geht oder ich ganz ehrfürchtig den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag betrete, entschädigen für den hohen Zeitaufwand. Dann merke ich wieder, wie gerne ich das alles tue.

Neuen Kommentar schreiben

_n_eresse: