Marlene war vier Monate für einen Freiwilligendienst im „Reserva Ecologica Taricaya“, einem kleinen Regenwaldreservat im Südosten Perus. Dort pflegte sie kranke und verletzte Tiere und half Bauern ihre Felder zu bepflanzen.
Die erste Woche war schwer. Alles war fremd, außerdem sprachen alle nur Englisch oder Spanisch. Ich musste mich einerseits an die harte körperliche Arbeit und andererseits an das Rumsitzen in den langen Siestas, den Mittagspausen, gewöhnen. Siesta macht man in Peru, weil es Mittags so unerträglich heiß ist.
In meiner Station im Reservat lebten noch 20 weitere Freiwillige und ein paar Biologen zusammen in kleinen Holzbungalows. Gelegentlich hatte ich auch Spinnen oder eine Mäusefamilie als Mitbewohner, aber schon nach kurzer Zeit war das normal für mich.
Wir arbeiteten meist in kleinen Gruppen. Meine Aufgabe war unter anderem die Tierpflege. Im Reservat gibt es eine Auffangstation für wilde Tiere, die vorher zum Beispiel als Haustiere gehalten und verstoßen wurden oder die durch die Arbeit von Holz- und Baufirmen ihre Mutter verloren hatten. Diese Tiere musste ich füttern, gesund pflegen und dann für eine Auswilderung vorbereiten. Das Spannendste war, als ich dabei half, einen neuen, größeren Jaguar-Käfig zu bauen. Wir bauten ihn aus Holz und Maschendraht einfach um den alten Käfig herum.
Außerdem arbeitete ich viel auf einer Pilotfarm. Dort haben wir Bauern gezeigt, wie sie ihre Felder in der Trockenzeit bestellen können. Eine unserer Ideen war es, tropische Blumen anzupflanzen, die auch zu dieser Zeit blühen, denn normalerweise haben die Bauern dann wenig andere Einnahmequellen. Die tropischen Blumen aber können sie für gutes Geld auf dem Markt in der nächsten Stadt verkaufen. Interessierte sich ein Bauer aus der Gegend für diese neuen Methoden, wurden wir Freiwillige geschickt, um das Probefeld vorzubereiten.
1. Kinder betreuen
2. AIDS- Aufklärungsarbeit
3. Jurastudentenvereinigung
Die Arbeit im Reservat ging echt in die Knochen! Bei einer kleinen Gemeinde, etwa eine Bootsstunde flussabwärts, pflanzten wir auf einem ungenutzten Gebiet Paranussbäume an, damit die Bewohner in Zukunft die Nüsse ernten können. Zunächst mussten wir mit der Machete Gänge ins Bambusgestrüpp schlagen und dann Löcher in den harten Boden graben. All das bei tropischer Hitze. Selten habe ich so geschwitzt! Aber das war auf alle Fälle eines der schönsten Erlebnisse für mich, wie die Gruppe sich bei der anstrengenden Arbeit gemeinsam motiviert hat und sich am Ende freute, als alles fertig war.
Die Arbeit bedeutete für mich sehr viel – nicht nur wegen der konkret sichtbaren Ergebnisse , auch wegen der persönlichen Erfahrungen. Zu lernen, auf eigenen Beinen zu stehen und sich am anderen Ende der Welt zurechtzufinden, hat mir viel Selbstbewusstsein gegeben. Und natürlich bin ich dankbar für die entstandenen Freundschaften und den etwas tieferen Einblick in das Land Peru, das ich nicht als normale Kurzzeittouristin erlebt habe, sondern das für einige Zeit meine Heimat war.
Mehr Infos findet ihr unter: www.projects-abroad.de


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