Angefangen hat alles mit dem Wunsch, Sozialarbeit zu studieren. Doch dafür brauchte Daniela Praktika oder eine bestimmte Anzahl ehrenamtlicher Stunden in einer sozialen Einrichtung. So wurde sie Ehrenamtlerin bei der Aidshilfe.
Am Anfang ging es mir gar nicht um die Sache selber. Ich brauchte das Ehrenamt für mein zukünftiges Studium. Aber das änderte sich schnell, denn Aufklärung ist auch heute noch wichtig. Wenn ich im Büro der Aidshilfe arbeite, kümmere ich mich um Projekte, , die eine Woche lang an einer Schule durchgeführt werden. Beim Projekt Parcours zum Beispiel lernen Schüler spielerisch etwas über Sexualität, Verhütung und können den „Kondomführerschein“ machen. Oder ich bereite Aktionen vor, wie einen Stand zum Weltaidstag.
Manchmal suche ich auch im Internet nach neuen Publikationen zum Thema Aids: Da liest man oft recht kuriose Dinge. So zum Beispiel über Verhütungskugeln, die angeblich wie Badekugeln zu verwenden sind. Das ist natürlich vollkommener Unsinn, aber ich muss jemandem, der das gelesen hat und bei mir nachfragt, auch was dazu sagen können.
Die meiste Zeit leiste ich allerdings Standarbeit: Ich stehe an Aktionsständen, an denen Passanten zum Beispiel ein Quiz machen können. So kommt man mit ihnen leichter ins Gespräch und kann sie über Aids aufklären.
1. Arbeit im Regenwald
2. Jurastudentenvereinigung
3. Kinderbetreuung
Durch die Standarbeit kriege ich immer wieder mit, wie wenig viele Menschen über Aids wissen. Erschreckend fand ich die Situation, als eine Mutter ihrer Tochter bei einem Quiz riet, doch die Spirale als Schutz vor Aids einzusetzen. Das habe ich bis heute nicht vergessen, weil es ein Paradebeispiel für die Unwissenheit vieler Menschen ist. Und es zeigt, wie wichtig die Arbeit in der Aids-Prävention ist. Vielen Menschen scheint die Krankheit Aids einfach nicht klar zu sein. Obwohl die Epidemie schon mehr Opfer gefordert hat, als jeder Krieg. Aids hat für die meisten den Schrecken verloren. „Es gibt da doch so Medikamente, da ist es doch als hätte man kein HIV“, heißt es oft. Doch Aids ist nicht heilbar. Mein persönlicher Standpunkt ist, dass man einen Mittelweg zwischen ständiger Angst und dem Vergessen finden muss.
Es ist zwar ein schwieriges Thema, aber trotzdem macht mir gerade die Arbeit mit den Jugendlichen unheimlichen Spaß. Es gibt auch immer wieder witzige Momente: Zum Beispiel die Kondom-Übungen mit Jugendlichen, die total abgeklärt tun und es dann doch nicht hinbekommen, ein Kondom richtig abzurollen. Auch auf eine gute Diskussion lasse ich mich gerne ein. Aufklären ist wichtig, aber nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern im lockeren Dialog miteinander. Das macht mir Spaß und den Jugendlichen auch. Ich mache die Arbeit schon lange nicht mehr in Gedanken an meine ehrenamtlichen Stunden. Dafür ist sie einfach zu wichtig und wird viel zu wenig unterstützt. Die Entscheidung, mich zu engagieren, habe ich bis heute nie bereut.
Infos gibt es unter: www.aidshilfe.de


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