Clara ist für ihr Studium von Stuttgart nach Konstanz gezogen und hat dort angefangen zu studieren. Ihr hat die neue Stadt nicht gefallen, deshalb ist sie in ihre Heimatstadt zurückgezogen.
Nach meinem Abi war klar: Erst einmal weg und dann studieren. Also habe ich mich bei verschiedenen Unis beworben und wurde unter anderem in Konstanz angenommen. Nach dem Einschreiben ging es los mit der Wohnungssuche.
Ansturm auf zu wenige Wohnungen
Die wurde ziemlich schwierig, weil alle Studenten zu dieser Zeit Wohnungen suchten. Ich hatte mich auf mehrere WG-Zimmer, Wohnungen und beim Studentenwerk direkt beworben. Das erste Telefongespräch zu einem WG-Zimmer klang vielversprechend. Vor Ort sah das allerdings anders aus: Die Lage perfekt, aber die Wände hellhörig, eine Küche bestehend aus einem Herd und einem Kühlschrank und die Info des Vermieters, dass es manchmal Ratten gäbe. An diesen solle man sich aber nicht stören, weil der Kammerjäger das Problem meistens löse.
Die wenigen schönen WGs waren dementsprechend begehrt. Eine davon hab ich mir aber angeschaut. Als ich dort ankam, erlebte ich Folgendes: In der Küche saßen noch vier andere Bewerber. Immer wieder klingelte es und so drängten sich irgendwann 20 Studenten auf dem Balkon.
Selbstdarstellung bei der WG-Suche
Jeder versuchte, sich möglichst gut vor den Vermietern darzustellen. Da wurden Lebensgeschichten fast schon bühnenreif erzählt. An der Reaktion der Vermieter war sehr schnell zu erkennen, ob ihnen die Person gefiel oder nicht.
Ich versuchte, durch persönliche Kontakte ein Zimmer zu finden. Bei einer Kommilitonin war dann tatsächlich ein Zimmer frei. Da ich in dieser Zeit keine Aussicht auf etwas anderes hatte, zog ich dort ein. Nach einer Weile stellte sich die WG jedoch als Zweckgemeinschaft heraus. Außerdem war das Zimmer kalt und teuer.
Die Stadt Konstanz gefiel mir nicht. Mir fehlte das Abwechslungsreiche, das ich aus meiner Heimatstadt Stuttgart kenne. Die Stadt ist auch viel kleiner: So war ab 1 Uhr die komplette Stadt wie ausgestorben, da viele Ausgehmöglichkeiten um diese Uhrzeit schließen.
Selbstständigkeit und Verantwortung
Es ist viel schief gelaufen, aber durch diese Erfahrungen bin ich unabhängiger und selbstständiger geworden. Ich musste mich plötzlich um alles selbst kümmern. So war ich selber dafür verantwortlich, dass ich etwas zu essen hatte und die Wäsche gewaschen war. Auch musste ich arbeiten gehen, um mir das Weggehen am Abend finanzieren zu können. Mit den Erfahrungen, die ich gemacht habe, kann ich mir vorstellen, bald den nächsten Versuch zu wagen und in eine andere Stadt zu ziehen. Schließlich ist es auch fürs Berufsleben wichtig, flexibel und mobil zu sein.
Nächstes Mal werde ich mich auf jeden Fall früher um ein Zimmer kümmern und mich besser über alles informieren. Konkret heißt das, vor dem Studienbeginn in die Stadt zu fahren und sich mit Leuten zu unterhalten, die dort wohnen. Außerdem ist es wichtig mit Studenten zu reden, die den gewünschten Studiengang bereits studieren und die Vor- und Nachteile kennen. Ich habe in dieser Zeit gelernt, dass ich mich auf keinen Fall unterkriegen lassen sollte. Und dass es gut ist, Freunde in der Heimat zu haben.


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