Antonia an ihrer Uni. Foto: Silke Steinbrenner

Antonia ist Studentin und für ihr Studium nach Stuttgart gezogen. Welche Erfahrung sie mit ihrem Neuanfang in der unbekannten Stadt gemacht hat, erzählt sie in diesem Artikel.

Ich wurde in Stuttgart an der Uni angenommen und deshalb stand für mich schnell fest: Ich werde ausziehen. Diese Entscheidung würde ich auch jederzeit wieder treffen. Ich glaube, ich wollte auch einfach mal weg. Zwischendurch ist es zwar sehr schön, mal wieder in der Heimat vorbei zuschauen, aber meistens genieße ich meine Unabhängigkeit. Ich find es toll, dass ich mich um mich selbst kümmern muss und ich glaube, ich bin dadurch auch viel erwachsener geworden.

Mülltrennung als Gesprächsthema

Meine erste Erfahrung, an die ich mich in Stuttgart erinnere, war eine mit meinen Nachbarn. Diese erklärten mir, dass die Mülltrennung sehr wichtig sei. Vor allem, weil sonst eine weitere, ziemlich teure Mülltonne gekauft werden müsste. Naja. Aber es gab auch lustige Erlebnisse mit Nachbarn. Etwa beim Geige Üben. Als ich anschließend die Wohnung verließ begegnete ich einem Nachbarn und erwartete eine Diskussion über die Lautstärke. Aber entgegen meiner Erwartung fragte er nur, ob ich denn Geige oder Violine spielen würde. Daraufhin musste ich herzhaft lachen. (Anmerkung der Redaktion: Geige und Violine sind zwei Bezeichnungen für dasselbe Instrument)

Seit ich hier bin, habe ich das Kochen für mich entdeckt. Ich experimentiere mit den unterschiedlichsten Zutaten und Gerichten. Am Anfang fiel mir die Entscheidung, Mensaessen oder selber kochen noch schwer, aber ich wollte mich nicht an das Essen in der Mensa gewöhnen und habe es geschafft, regelmäßig selber zu kochen.

Manchmal vermisse ich den Trubel von zu Hause. Aber meine Eltern stehen immer noch in sehr engem Kontakt mit mir und oft bin ich auch froh darüber. Ich hatte vor meinem Auszug noch nie mit Dingen wie Wasser- und Stromversorgung zu tun. Deshalb habe ich mir eine Art Grundanleitung von ihnen geben lassen, wie das Ganze funktioniert. Als ein Brief über die Wasserrechnung kam, habe ich bei meinen Eltern nachgefragt, wie hoch denn der ungefähre Wasserverbrauch einer Person ist.

Positive Erfahrung durch Mobilität


Stuttgart bei Nacht. Foto: room101 / pixelio.de

Meine Erfahrungen, die ich durch den Umzug in eine andere Stadt schon gemacht habe und weiter machen werde, sehe ich sehr positiv. Ich kann jetzt schon lernen, wie alles abläuft und welche Probleme es eventuell gibt. Wenn ich an die Zukunft denke, kann ich mir sehr gut vorstellen, auch weiterhin mobil zu sein und hin und wieder umzuziehen.
Insbesondere genieße ich auch die Freiheiten, die ich zu Hause nicht hatte: Wenn ich nachts um drei Uhr nach Hause komme, stört das niemanden. Auch wenn ich bis elf Uhr schlafen möchte, weiß ich, dass ich nicht vorzeitig geweckt werde. Ich kann also meinen Tag exakt so gestalten wie ich möchte.

Rückblickend betrachtet, bin ich mit meiner Entscheidung zufrieden und kann auch allen anderen nur empfehlen: Zieht von zu Hause aus!

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