Volontärin Marta arbeitet nicht nur in der Redaktion, sie ist auch draußen unterwegs. Foto: Privat.

Marta ist 21 Jahre alt und TV- und Radio-Volontärin im Funkhaus Aschaffenburg. Was sie bei ihrer Arbeit macht und wann es auch mal stressig wird, erzählt sie hier.


Ich wollte schon immer etwas mit Medien machen. Nach einem Jahr Studium der Medienwissenschaften in Duisburg absolvierte ich ein dreimonatiges Praktikum im Funkhaus Aschaffenburg und bekam tatsächlich ein Volontariat angeboten. Diese Chance nutzte ich und brach mein Studium ab, um in der Praxis zu arbeiten.


Das Funkhaus ist eine Lokalredaktion und berichtet von und für Aschaffenburg und Umgebung. Ich selbst volontiere seit letztem Dezember in den Bereichen Fernsehen und Radio. Ich glaube, in einer Zeitungsredaktion könnte ich meine Kreativität nicht so ausleben wie bei der Arbeit mit Bild und Ton.


Recherche, Aufnahme und Bearbeitung


Mein Arbeitstag fängt immer gleich an. Zuerst nehmen wir uns morgens Zeit zur Recherche. Dafür lesen wir in anderen Medien und schauen, was die Nachrichtenagenturen berichten. Danach in der Konferenz tauschen wir Neuigkeiten aus und besprechen Termine. Gegen Mittag geht’s ab nach draußen zum Dreh. Ich interviewe Menschen für Radio und TV und stehe selbst als Moderatorin vor der Kamera, oder dahinter als Kamerafrau. Mir macht es allerdings mehr Spaß zu filmen als zu moderieren. Auf der Straße erkannt hat mich noch keiner, aber manchmal rufen meine Eltern oder Freunde an, um mir zu erzählen, dass sie mich im Fernsehen gesehen haben.


Stressige Tage übersteht Marta mit großen Zielen im Kopf. Foto: Privat.


Wenn alles im Kasten ist, geht’s zurück in die Redaktion und an die Bearbeitung des Materials. Ich schneide das Gefilmte, oder die Tonspuren für das Radio und schreibe Texte, die ich anschließend als Kommentar aufnehme. Am meisten Spaß macht es, das Bildmaterial zu bearbeiten und mit Effekten zu hantieren, deshalb kann ich mir auch gut vorstellen, später mal beim Film zu arbeiten, zum Beispiel in der Regie.


Alleingelassene Tiere, genervte Passanten und eine versteckte Kamera


Am liebsten drehe ich in Tierheimen. Bei der Aktion „Herrchen gesucht“ werden Hunde oder Katzen vorgestellt, die ein neues Zuhause suchen. Mit meinen Aufnahmen kann ich den Tieren helfen, neue Besitzer zu finden, die sich um sie kümmern.

Amüsant sind Umfragen in der Stadt, wobei ich oft auch unfreundliche Antworten von genervten Passanten bekomme. Aber davon lasse ich mich nicht entmutigen, auch nicht von denjenigen, die sich lustig machen über unser Fernsehteam.

Witzig war auch eine Aktion, die wir mit versteckter Kamera drehten. Wir sperrten den Eingang des Aschaffenburger Schlosses ab und forderten von den Leuten, die in den Innenhof wollten, Eintritt. Hier musste ich mein Schauspieltalent unter Beweis stellen, doch ich gewöhnte mich bald daran, die Passanten anzuschwindeln. Die Menschen, die beispielsweise nur ein Buch in der Schlossbücherei abgeben wollten, reagierten empört, verziehen mir aber, als ich sie über unsere Aktion aufklärte.


Stressige Wochenenden und kalte Winter


Mein Beruf hat allerdings auch ein paar Schattenseiten. Oft geht es stressig zu. Die Arbeit an den Wochenenden, die manchmal auch zwei Mal hintereinander anfällt, und die vielen Überstunden fördern die Beziehung zu meiner Familie und meinen Freunden nicht gerade. Ganz gemein ist es, wenn wir im Winter raus ins Kalte müssen, denn dabei friert mir immer meine Hand mit dem Mikro ab.

Doch davon lasse ich mich nicht abschrecken. Ich will ja schließlich zum Film, und Steven Spielberg hat bestimmt auch nicht bei jeder Kleinigkeit gemeckert.

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