Bis vor Kurzem hatten Ariane und Isabell mit Energiesparen nicht viel am Hut. Den Wasserhahn beim Zähneputzen zumachen, okay, so weit ging ihr Wissen vielleicht noch. Darüber hinaus wurde es doch sehr vage.
Erst ein Projekt ihrer Schule ließ sie aufhorchen. „Die AG hieß Energieeffizienz und das klang ganz interessant“, sagt Isabell. „Genaue Vorstellungen hatten wir aber nicht.“ Aus der AG ging dann das Projekt „Energie sparen in der Schule“ hervor. Begeistert davon, aktiv etwas für die Umwelt tun zu können und voller Elan machten sich beide Mädchen an die Arbeit. „Leider waren wir da aber auch die Einzigen. Dabei betrifft uns das Thema doch alle“, sagen die beiden Neuntklässlerinnen. Ihre Schule, das Max-Steenbeck Gymnasium in Cottbus, ist ein alter Plattenbau. 502 Schüler verbringen ein Drittel des Tages darin – zumindest die Fleißigen. „Da geht ‘ne Menge Energie flöten, wenn man damit nicht richtig umgeht“, sagt Ariane.
Kommando: Lichter aus
Foto: Foto-AG des MSG
Mit dem Projekt wollen die beiden Klimaschützerinnen Schüler und Lehrer zum Energiesparen animieren. So soll jede Klasse einen Energiebeauftragten benennen. Der hat dann den Auftrag, Schüler und Lehrer zu ermahnen, wenn das Zimmer verlassen wird: Licht aus, Heizung abschalten. Auch richtiges Lüften steht auf dem Programm: Beim Stoßlüften kühlen die Räume nicht so schnell aus und lassen sich schneller wieder beheizen. „Energie sparen soll auch öfter Unterrichtsthema sein“, sagt Isabell. Gelbe Plakate in der Schule warnen die Schüler schon jetzt vor verschwenderischen Missetaten. Und damit sich ganz Cottbus ein Beispiel nimmt, stellen die beiden Mädels in einer schriftlichen Hausarbeit ihre Klimamission vor. „Die schicken wir an alle Schulen und Kindergärten in Cottbus und hoffen, dass unsere Ideen auch gut ankommen. Den Umweltwettbewerb ‘Klima sucht Schutz’ in Cottbus haben wir damit zumindest gewonnen“, erzählt Ariane stolz.
Aktiv sparen im Passivhaus
Die ganze Energiesparaufklärung dient aber auch einem weiterem Zweck. Im Juli 2012 zieht das Max-Steenbeck Gymnasium in ein neues Gebäude um, das zum Passivhaus umgebaut wird. Das Passivhaus-Projekt ist im September 2010 gestartet und ist die größte Schulsanierung dieser Art in Deutschland. Im Rahmen eines Begleitforschungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) wurde das Gymnasium für den Bau ausgewählt. „Ein Passivhaus hat den Vorteil, dass es sich selbst beheizt. Der schädliche CO2-Ausstoß ist daher sehr gering“, erklären die Mädchen.
Wie das funktioniert? Ganz einfach: Passivhäuser sparen bis zu 75 Prozent ihrer Energie ein, indem sie Sonnenenergie und die eigene Körperwärme für die Beheizung der Räume nutzen. Durch gut gedämmte Wände und Fenster bleibt die Wärme im Winter drinnen. Im Sommer funktioniert das genau umgekehrt. Ist es draußen heiß, bleibt es im Passivhaus trotzdem angenehm kühl.
Für frische Luft im Passivhaus sorgen Lüftungsanlagen. „Diese werden bei uns nach dem Stundenplan ausgerichtet. Ist ein Klassenzimmer leer, lüftet das Passivhaus von ganz allein“, erklärt Isabell.
Dennoch muss auch in solch einem Gebäude Energie gespart werden, denn ganz ohne Heizen kommt auch ein Passivhaus nicht aus: „Die Zusatzheizanlage soll aber nur vor Schulbeginn für eine Grundwärme sorgen.“
Jeder muss Verantwortung übernehmen
Und was haben die beiden selbst aus ihrem Projekt gelernt? „Ich gehe definitiv sparsamer mit Energie um“, sagt Isabell. „Und meine Eltern müssen das jetzt auch“, grinst Ariane. „Die sind jetzt manchmal genervt, wenn ich alle Stecker rausziehe und sie glauben, dass die Geräte kaputt sind. Aber jeder muss Verantwortung für den Klimawandel übernehmen und etwas dagegen tun.“


Neuen Kommentar schreiben