Groß ist er, jung – und er lacht. Und das, obwohl er sich in seinem Büro in Hamburg gerade mit einem Kollegen über Logistik, Design und Entwicklung von Windenergieanlagen unterhält.
Kann das Spaß machen, frage ich mich da spontan? Till Frohloff sagt: Es kann. Er ist Operations Delivery Engineer bei der RWE Innogy. Heißt im Klartext: Er ist derjenige, der die Strategie für den später laufenden Offshore-Windpark entwickelt und umsetzt. Sein Fachgebiet sind Offshore-Windenergieanlagen – also Windräder, die auf dem offenen Meer Energie produzieren. Warum er gerade das macht? Schon im Studium war Till von der „in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckenden“ Technologie begeistert, sagt er. Auch privat hat sich der 28-Jährige ganz dem Wind verschrieben und segelt leidenschaftlich gerne. Deshalb ist er auch nicht böse, dass ihn sein Job aus seiner Heimatstadt Bielefeld nach Hamburg verschlagen hat.
„Abwechslungsreich, spannend und innovativ“
Und das kam so: Während seiner Studienzeit engagierte sich Till zusätzlich zu seinem Maschinenbaustudium unter anderem im Arbeitskreis für regenerative Energien der Leibniz Universität Hannover. Außerdem machte er fleißig Praktika bei verschiedenen Unternehmen – auch bei RWE Innogy.Mit der praktischen Erfahrung wuchs die Faszination für erneuerbare Energien. Till beschloss, sich ganz der Windenergie zu widmen. Erste Erfahrungen und Kontakte hatte er ja schon im Gepäck. Seit März 2010 arbeitet der Maschinenbauingenieur jetzt schon im Unternehmen, und ist immer noch genauso zufrieden wie am ersten Tag. „Mein Beruf ist nicht nur innovativ, sondern auch abwechslungsreich und spannend.“ Mal ist er direkt auf See in Einsatz, um die Windenergieanlagen zu begutachten und die Arbeiten zu überwachen. Dann hat er wieder im Hamburger Büro zu tun, um beispielsweise den Transport der Techniker mit Schiffen oder Helikoptern zu den Windenergieanlagen zu planen. Schattenseiten? Till fallen keine ein.
Viele Wege führen zum Berufsziel Operations Delivery Engineer
Doch welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um so schnell und erfolgreich einzusteigen? „Man sollte offen, flexibel und kommunikativ sein. Und man muss lösungsorientiert arbeiten können. Technisches Verständnis und Englisch sind auch sehr wichtig,“ erklärt Till.
Wer glaubt, das Ingenieurstudium und die Arbeit eines Operations Delivery Engineer seien nur was für Männer, dem widerspricht Till vehement: „Frauen sind immer gerne gesehen!“ In seiner Abteilung sind mehr als ein Drittel der Kollegen Frauen, die einen ähnlichen Job haben wie Till. Ingenieur muss man dafür allerdings nicht zwingend sein: Manche Kollegen in der Offshore Abteilung haben Wirtschaft, Geologie, Geografie oder Logistik studiert. Viele verschiedene Studiengänge führen also zum Berufsstart in der Offshore-Windenergie.
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Wer ungern reist, der ist hier allerdings fehl am Platz. Tills Beruf ist international und führt ihn gelegentlich zu Besuchen nach Großbritannien oder in andere europäische Länder. Dort besichtigt er Offshore- und Hafenanlagen und tauscht sich mit seinen Kollegen vor Ort aus. Trotzdem fällt natürlich auch ein großer Teil der Arbeit im Büro an.
Momentan steht das Projekt Innogy Nordsee 1 auf seinem Programm. Wie das Offshore-Projekt genau betrieben wird, dafür entwickelt Till mit seinen Kollegen den Plan.
Vision: Klimawandel stoppen!
Und jetzt mal Hand aufs Herz: Bei aller Faszination für regenerative Energien – was hat ihn so begeistert, dass es unbedingt dieser Job sein musste? Für Till ist die Antwort darauf ganz klar: „Mein Beruf ist eine persönliche Überzeugung. Ich will den Klimawandel aufhalten und möglichst viel Energie aus den erneuerbaren Energien schöpfen.“


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