Die Arnika wird zu stark genutzt und ist deshalb heute vom Aussterben bedroht. Foto: Günter Havlena, pixelio.de

Auf der Erde gibt es zwischen 10 und 100 Millionen Tier- und Pflanzenarten. Mehrere Tausend sind vom Aussterben bedroht. Darunter auch viele Haustiere und Nutzpflanzen, die womöglich für immer von der Erde verschwinden werden.

Finkenwerder Herbstprinz

Die alte norddeutsche Apfelsorte entstand um 1860 auf der Elbinsel Finkenwerder. Nach weiter Verbreitung des Winterapfels im norddeutschen Raum bis in die 60er Jahre wird er heute kaum noch angebaut, da die Sorte nicht rentabel genug gedeiht. Die EU unterstützte seinerzeit die Abholzung dieser Apfelsorte mit Prämien, was dazu führte, dass sich der Bestand deutschlandweit dramatisch verringert hat.

Deutsches Sattelschwein

Von der großgewachsenen Landrasse mit Schlappohren gibt es nur noch Einzelbestände in Nord- und Ostdeutschland sowie in Tschechien und der Slowakei. Das deutsche Sattelschwein zieht von allen deutschen Schweinerassen die meisten Ferkel auf – über 23 pro Jahr. In der ehemaligen DDR wurden nach Auflösung der „Staatlichen Genreserven der DDR” viele der 400 dort befindlichen Tiere geschlachtet. Ein Teil der Tiere konnte gerettet werden. Insgesamt gibt es in Deutschland noch 200 Tiere. Heute ist die Rasse vor allem in Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein verbreitet und ist in der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) in der Kategorie „extrem gefährdet“ eingestuft.

Roter Weinbergpfirsich von der Terrassenmosel

Bis Mitte der 60er Jahre wurde der Rote Weinbergpfirsich noch sehr viel an der Mosel angebaut. Pfirsichsorten mit größeren Früchten und weniger empfindliche Nektarinen haben die Sorte in den letzten Jahrzehnten jedoch fast völlig vom Markt verdrängt. Deshalb bemüht sich ein Verein aus Winzern und Umweltschützern an der Terrassenmosel um die Rekultivierung der Frucht. Die Pfirsichsorte ist seit über 400 Jahren bekannt, hatte aber nie eine große Bedeutung für das Moseltal. Dort existieren nach Expertenmeinung noch ca. 15.000 Bäume des Roten Weinbergpfirsichs.

Dunkle Biene


Als Honiglieferant nicht mehr interessant: Die dunkle Biene.
Foto:Maja Dumat, pixelio.de

Die westliche Honigbiene wurde gezielt von Imkerorganisationen ausgerottet, um sie durch eine fremdländische leistungsstärkere Biene, die sogenannte Carnica zu ersetzen. Deshalb steht die dunkle Biene auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen in Deutschland. Sie ist die einzige ursprünglich in Mitteleuropa heimische Biene und gilt als extrem gefährdet.

Deutscher Pinscher

Die aus Deutschland stammende Hunderasse war ursprünglich ein Stall- und Hofhund, heute wird er aber als Familienhund gehalten. Im Jahr 2008 gab es nur 400 bis 500 Welpen, weshalb der Pinscher in der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen der Kategorie „gefährdet“ zugeordnet wird.

Pastinake

Die Pastinake, auch Moorwurzel, Hammel- oder Hirschmöhre genannt, ist eine fleischige, nach Kartoffel und Karotte schmeckende Wurzel, die bis Mitte des 18. Jahrhunderts zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln in Deutschland zählte. Heute ist sie vom Aussterben bedroht, da den Bauern die mit sieben Monaten recht lange Wartezeit von der Saat bis zur Ernte zu mühevoll war. Die Pastinake wurde vor allem durch die Kartoffel und die Karotte verdrängt.

Alpines Steinschaf


Weit üblicher ist heute das ostfriesische
Schaf. Foto: Bernd Boscolo, pixelio.de

Das mittelgroßes Gebirgsschaf, das neben Slowenien und Österreich fast ausschließlich im bayerischen Alpenraum lebt, ist eine der ältesten noch vorhandenen bayerischen Schafrassen. Es gibt nur noch rund 100 Tiere in Bayern, deshalb wird diese Rasse dort seit 1992 mit staatlicher Förderung wieder in vier Betrieben mit ungefähr 70 Tieren von der Bayerischen Herdbuchgesellschaft e.V. betreut. Laut der Roten Liste der GEH gilt das Alpine Steinschaf als “extrem gefährdet”.

Gelber Enzian

Die Gebirgspflanze, deren Wurzel für die Naturheilkunde verwendet wird, wächst auf Bergwiesen in einer Höhe von 750 bis 2500 Meter. Vor nicht langer Zeit war sie den Bauern in den Alpen noch ein lästiges Unkraut. Der gelbe Enzian ist inzwischen aber so stark zurückgegangen, dass er unter Naturschutz steht.

Rottaler


Tiefbraun sind Rottaler in der Färbung.
Foto: Ehlheim, pixelio.de

Die mittelgroße, meist braune Pferderasse existiert in Rottal in Niederbayern, angrenzenden Gebieten und vereinzelt im übrigen Bayern. Die Rasse wird in Rottal seit dem 10. Jahrhundert gezüchtet und ist somit in Deutschland – neben der ostfriesischen – die älteste geschichtlich erwähnte Pferdezucht. Von der ehemals bedeutenden Rasse, die oft als Kutschpferd verwendet wurde, existierten im Jahr 2007 nur noch 48 Tiere, weshalb sie laut der Roten Liste der GEH als “extrem gefährdet” gelten.

Arnika

Die zur Wundheilung verwendete Heilpflanze wird in großen Mengen gehandelt und genutzt. Die starke Nutzung der Pflanze hat zum Rückgang der Art beigetragen. Hauptursache ist aber der Verlust geeigneter Standorte. Viele magere Wiesen und Rasen werden inzwischen für die Landwirtschaft genutzt. Mittlerweile gibt es erste Zuchterfolge mit der ursprünglichen Wildpflanze.

Kommentare

Hallo Schekker- Team, euer Text zur dunklen Biene entspricht nur teilweise der Wahrheit. Bei den oben erwähnten Imker- Organisationen hätte man gern ins Detail gehen können ( es waren Nazis, die ausgerottet haben, ganz einfach ). Die dunkle Biene ist der Carnica von der Leistung her gleich. Des weiteren gehören beide Bienen zur Art der westlichen Honigbiene. Der Text unter dem Bild ist unwahr. Auch die dunkle Biene hat einen guten Honigertrag. Man muss bezweifeln, ob der Autor etwas von Bienen versteht. Oder soll die Meinung der hinter der Jugendzeitung stehenden Bundesregierung wiedergegeben werden? Also wenn Recherche und Information, dann aber richtig. Imkerliche Grüße, Helge

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