Andi, 21, aus München ist froh, dass er seine Jugend nicht in der DDR verbringen musste. Hier erzählt er euch, was er über die damalige Zeit denkt.
Mauerbau, Mauerfall, generell der ganze Ost-Westkonflikt mitsamt den Bezeichnungen „Ossis“ und „Wessis“, das sind alles Dinge, die ich heute noch mit der „DDR“ verbinde.
In unserem Unterricht wurde zwar viel über den Konflikt zwischen Ost und West, die DDR und deren Entwicklung geredet. Das Thema nahm aber trotzdem nie eine Sonderstellung ein, sondern wurde, wie jedes andere, ganz normal behandelt.
Mit der Vergangenheit umgehen
Meiner Meinung nach bekommt man durch Filme und Merchandising, also Dinge wie kleine Miniaturtrabis oder DDR-Shirts, auch immer wieder einen Einblick in die damalige Zeit. An sich finde ich das keine schlechte Sache. Leider sind aber besonders die Filme sehr subjektiv. Da gibt es dann eine Handlung, die nur aus der Sicht des Drehbuchautors erzählt wird. Wenn man sich also nicht in der Geschichte auskennt, dann ist es gerade für jüngere Zuschauer schwer, sich von der DDR, wie sie wirklich war, ein realistisches Bild zu machen.
Andi kennt die DDR nur aus
Erzählungen. Foto: Privat
Andererseits haben solche Filme ja auch immer etwas mit Erinnerung und Vergangenheitsbewältigung zu tun, was besonders für die Menschen im Osten von Bedeutung ist. Daher finde ich es ganz gut, dass Dinge, mit denen man eher Positives verbindet, auch so herausgestellt werden. Damals war schließlich nicht alles schlecht. Und an diese Dinge sollte man sich auf jeden Fall auch erinnern.
Keine Freiheiten
Trotzdem möchte ich in der DDR nicht gelebt haben. Man hört ja viel von der damaligen Unfreiheit und diesem wahnsinnigen Disziplinzwang, das würde mir definitiv nicht gefallen. Kein Mensch sollte gegen seinen Willen in ein Korsett gezwängt werden und Dinge tun, die er nicht möchte. Auch konnte man nicht einfach seine Meinung frei äußern, sondern musste immer genau überlegen, was man sagt.
Im Vergleich zum Westen waren diese Zwänge sicherlich ein schwieriges Thema in der DDR. Es hat die Menschen in ihren Entscheidungen einfach unglaublich eingeschränkt. Da durfte man nicht verreisen oder musste einen Beruf erlernen, den man eigentlich nicht wollte. Daher bin ich ganz froh, dass ich meine Jugend erstens nach der DDR und zweitens in einer freien Gesellschaft verbracht habe.
Etwas fehlt aber meiner Meinung nach im heutigen System: Das Gemeinschaftsgefühl, was in der DDR so stark ausgeprägt war. Ich finde, das ist eine Sache, die damals gut gewesen ist und heute manchmal auch noch wünschenswert wäre.

