
Die 24-jährige Kübra Sekin studiert Heilpädagogik und hat ein ganz besonderes Hobby: Sie ist Moderatorin. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Christian Loß steht sie monatlich für die Webshow der Jungen Aktion Mensch (JAM) vor der Kamera und sorgt dafür, dass der Umgang mit Menschen mit Behinderung irgendwann ein ganz normaler wird.
„Inklusion ist, wenn keiner darüber spricht“, meint Kübra, die selbst im Rollstuhl sitzt. Für sie ist dies ein ambitioniertes, doch auch erreichbares Ziel. Und: Sie ist bereit, sich mit voller Kraft für das Gesellschaftsthema Inklusion einzusetzen.
Vom Mut in die Zukunft
Inklusion muss in Deutschland umgesetzt werden. Dabei spricht man von Inklusion, wenn Menschen mit Behinderung am normalen Alltagsleben teilnehmen können und keine Ausgrenzung erfahren. In Deutschland ist dabei besonders die Debatte darüber entbrannt, ob Kinder und Jugendliche mit Behinderung auch normale Regelschulen besuchen sollten.
Die Junge Aktion Mensch wurde 2014 ins Leben gerufen und ist ein multimediales Onlineangebot der Aktion Mensch. In der moderierten Webshow, die auf YouTube und der Magazinhomepage angesehen werden kann, werden vielfältige Themen behandelt. Es kann um „Mut“, „Schönheit“, das „Ehrenamt“ oder die „Zukunft“ gehen. Das macht klar, dass die Eingliederung von Menschen mit Behinderung in vielen Lebensbereichen eine Rolle spielt.
Prominente Gäste im Programm
JAM! ist ein Format für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Deshalb kommen neben Prominenten auch Schüler und Jugendliche zu Wort. Außerdem spielt die Form in der über das kontroverse Thema Inklusion debattiert wird, auch für Christian und Kübra eine wichtige Rolle: „Vom YouTuber Y-Titty bis zur Popgruppe OK Kid – attraktive Interviewgäste ermöglichen uns einen lockeren Zugang zu Jugendlichen“, macht Kübra klar. Überhaupt war es für Kübra selbst immer ein Problem, dass über Inklusion „stets viel geredet“, aber selten wirklich etwas geändert wurde.
Kübra und Christian in Aktion:
Die Konzepte für JAM! werden von einer professionellen Produktionsfirma entwickelt. Trotzdem legen Kübra und Christian Wert darauf, möglichst viele eigene Inhalte einstreuen zu können: „Aus der spontanen Situation kommen immer wieder die besten Ideen, die wir dann auch in der Webshow einsetzen.“, so Kübra. Insgesamt legen die beiden sehr viel Wert darauf, das Thema Inklusion authentisch zu vermitteln – da dürfe „die nötige Natürlichkeit“ nicht fehlen, so Kübra.
Besonderen Wert legt JAM! auf Zuschaueranregungen und direktes Feedback. Als multimediales Magazin möchte es die Zuschauermeinungen auch in der Webshow einbringen. Zudem orientieren sich die Inhalte selbst an den Fragestellungen, die das jugendliche Publikum bewegen. Kommentieren ist möglich, etwa über Facebook oder die Website.
Für Kübra und Christian ist Inkulsion ein wichtiges Thema. Foto: Aktion Mensch, Pressebild
In Kübras Freundeskreis ist ihr aktives Engagement ein wichtiges Thema. Feedback bekommt sie in Form von Bestärkung. Negative Kritik musste sie dagegen bis jetzt nur von einem Menschen erfahren: „Meine größte Kritikerin bin ich selbst“, sagt sie.
„Wir stehen am Anfang“
Fragt man Kübra, wie sie gelebte Inklusion in Deutschland bewertet, so zeigt sich ihre gespaltene Einschätzung: „Wir stehen sicherlich noch am Anfang der Umsetzung.“ Dennoch befinde sich Deutschland auf einem guten Weg, ist sie sich sicher. Gerade deshalb findet es die Studentin wichtig, mit gutem Vorbild voran zu gehen: „Wichtig ist es, vorzuleben, wie natürlich der Umgang mit Menschen mit Behinderung ist. Nur so kann man Vorurteile abbauen und zeigen, dass Freundschaften auch zwischen Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung ganz normal sind.“
Gerade deshalb glaubt Kübra, mit ihrer Webshow jungen Menschen die Hemmungen nehmen zu können, Menschen mit Behinderung ganz normal im Alltag einzubinden. Ihr großes Ziel: Irgendwann nicht mehr über Inklusion debattieren zu müssen!



