Frieden zwischen verschiedenen Völkern macht einfach mehr Spaß. Foto: Frank Grätz

Das kann man bei dem zweijährigen Masterstudiengang Friedens- und Konfliktforschung in Magdeburg. Was da auf dem Lehrplan steht, erklärt uns Professor Klaus Schlichte.

Bereits seit den 60er Jahren wird in Deutschland am Thema Frieden und Konflikte geforscht. Zuerst in München. Mittlerweile an vielen Standorten.
Der Studiengang zielt darauf ab, Studenten und Sudentinnen die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln, um politische und soziale Konflikte zu analysieren und Strategien zur Konfliktregulierung und Friedensförderung zu entwickeln. ,,Aber es sollen auch die produktiven Seiten eines Konflikts, insofern er nicht gewaltsam abläuft, aufgezeigt werden“, erklärt Professor Klaus Schlichte von der Universität Magdeburg. Dieses Semester haben sich dreißig Studenten an der Uni Magdeburg für den Studiengang Friedens- und Konfliktforschung eingeschrieben, über die Hälfte der Studierenden kommt aus dem Ausland.

Arbeiten an vielen Stellen


Professor Klaus Schlichte studierte selbst Politik, Philosophie und Afrikanistik. Foto: Laura Ilg

Absolventen des Studiengangs können nach ihrem Studium eine Menge machen: Sie können in der Forschung und in der politischen Bildung arbeiten oder in der internationalen Politik und in der Entwicklungshilfe bei Nichtregierungsorganisationen ihr erworbenes Wissen einbringen.

Das Studium gliedert sich in acht Teile, auch Module genannt:

1. Modul : Theoretische Ansätze und Methoden

Da die Studierenden aus sehr unterschiedlichen Fachrichtungen stammen und somit über verschiedenes Hintergrundwissen verfügen, ist es wichtig, sie ans Thema heranzuführen und auf den gleichen Kenntnisstand zu bringen. Sie erhalten einen Überblick über politikwissenschaftliche, soziologische und kulturwissenschaftliche Ansätze und deren Anwendung auf die Themen Frieden und Konflikt.

2. Modul: Konzepte der Friedens- und Konfliktforschung

In diesem Modul sollen Konzepte zur Verhinderung von Kriegen und der langfristigen Sicherung von Frieden und Menschenrechten vermittelt werden. Dazu zählen unter anderem Konzepte der militärischen Intervention, der Abrüstung und der internationalen Demokratisierung.

3. Modul: Konfliktanalyse

Die Studierenden sollen die Fähigkeit erwerben, Konflikte systematisch zu analysieren und mit verschiedenen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenhängen in Bezug zu setzen. Dieses Wissen wird auf konkrete Fälle wie internationale Kriege und ethnisch und religiös begründete Auseinandersetzungen angewandt.

4. Modul: Simulation von Konfliktverhandlungen

In diesem Modul werden die Studenten direkt in den Umgang mit einer Konfliktsituation, auch zwischen verschiedenen Kulturen, einbezogen. So sollen sie lernen, zwischen zwei Parteien zu vermitteln und zu verhandeln und letztendlich eine Regelung zu finden, die beide Seiten akzeptieren können. Dieses Modul gewinnt vor allem beim Hinblick auf eine spätere Tätigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit an Bedeutung.

An diesen Unis in Deutschland könnt ihr Friedens- und Konfliktforschung studieren:
– Uni Magdeburg
Uni Marburg

5. Modul: Weltgesellschaft

Die jungen Leute sollen in diesem Modul vertiefte Kenntnisse von aktuellen weltgesellschaftlichen Konflikten erlangen. Es werden Themen wie zum Beispiel die Globalisierung der Finanzmärkte, Migration und Minderheiten behandelt und damit einhergehende Konflikte und soziale Ungleichheiten untersucht.

6. Modul: Globales Regieren

Hier erhält man einen Einblick in die Projekte der Friedens- und Entwicklungszusammenarbeit, in den Einfluss von Nichtregierungsorganisationen und in nichtstaatliche Strukturen. Die Studierenden sollen so ihre Fähigkeiten, internationale Machtbeziehungen zu analysieren sowie innovative Möglichkeiten zur Lösung von Konflikten zu entwickeln vertiefen.

7. Modul: Kommunikation und Gewalt

Das Thema Kommunikation steht hier im Vordergrund: In diesem Modul wird hauptsächlich politische Sprache während des Krieges analysiert. Die jungen Leute lernen hier, eine Sprache anzuwenden, die Gewalt vermeidet.

8. Modul: Menschrechtsbildung

Die Studierenden sollen nicht nur die Konzepte der Ziele Frieden und Menschenrechte verstehen, sondern sich auch mit möglichen Widersprüchen befassen und alternative Ansätze aufzeigen.

Neben den Pflichtmodulen 1. bis 4. müssen die Studenten von den vier Wahlmodulen je nach späterer Fachrichtung zwei belegen. So sind sie später gut auf ihre Tätigkeit vorbereitet.

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