Ihr wollt euch engagieren? Zuhause, um die Ecke oder in der weiten Welt? Dann ist ein Freiwilligendienst in Deutschland oder im Ausland genau das richtige. Welches Angebot am besten passt, könnt ihr mit diesem Überblick über die verschiedenen Programme herausfinden.
Um die Lücke im sozialen Bereich zu verhindern, die durch den Wegfall des Zivildienstes droht, startet im Juli 2011 der Bundesfreiwilligendienst. Insgesamt rechnet die Bundesregierung mit 35.000 Stellen deutschlandweit. Die Teilnehmer können zwischen einem halben bis zwei Jahren unter anderem im kulturellen oder sozialen Bereich arbeiten und erhalten monatlich bis zu 330 Euro. Dazu gibt es Geld für Unterkunft und Verpflegung. Der Bundesfreiwilligendienst kann (anders als das Freiwillige Soziale Jahr) nur in Deutschland geleistet werden. Das Alter der Teilnehmer ist nach oben offen. Es können sich Männer und Frauen bewerben. Die Stellen werden von den gleichen Institutionen, Vereinen und Verbänden angeboten, die bisher Zivildienststellen hatten. Außerdem erweitert sich das Spektrum auch auf die Bereiche Sport, Umwelt, Bildung, Integration, Kultur und den Katastrophenschutz.
Aktuelle Informationen zum Bundesfreiwilligendienst findet ihr auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und auf www.zivildienst.de.
Freiwilliges Ökologische Jahr
Wer sich für die Umwelt engagieren möchte, liegt mit dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) richtig. Dabei ist egal, ob ihr in Deutschland oder im Ausland arbeiten wollt – beides ist möglich. Bewerben kann sich jeder zwischen 16 und 27, die Bewerbung erfolgt direkt bei einer der vielen Trägerorganisationen. Die betreuen die Freiwilligen in Seminaren nicht nur persönlich, sondern auch fachlich. Abhängig von der Höhe der Projektförderung erhalten die Teilnehmer ein Taschengeld von bis zu 350 Euro.
Infos zum FÖJ gibt es auf extra Internetseiten der einzelnen Bundesländer und beim Bundesarbeitskreis FÖJ.
Informationen gibt es auf der Karriere-Internetseite der Bundeswehr.
Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland
All diejenigen, die es in die Ferne zieht, können ihr Freiwilliges Soziales Jahr auch im Ausland verbringen. Angst vor einem Kulturschock im Zielland muss dabei niemand haben, denn in der Regel wird der Freiwillige fünf Wochen auf seine Arbeit vorbereitet. Dazu gehört unter anderem ein Sprachkurs, damit der Teilnehmer sich zumindest in Ansätzen mit den Einheimischen verständigen kann. Für das FSJ im Ausland gelten gesonderte Bedingungen, so muss der Träger des Freiwilligen Jahres seinen Hauptsitz in Deutschland haben. Aufgrund des Bewerberansturms ist eine frühe Bewerbung zu empfehlen.
Informationen, zum Beispiel zu Anbietern des FSJ im Ausland findet ihr auf der Internetseite des Bundesarbeitskreis FSJ.
weltwärts
Raus in die weite Welt? Dann seid ihr bei weltwärts genau richtig. Denn der entwicklungspolitische Freiwilligendienst ermöglicht es jungen Menschen zwischen 18 und 28 Jahren, sich sechs bis 24 Monate lang in Entwicklungsländern zu engagieren. Hinter dem Freiwilligendienst steht das Bundesentwicklungsministerium. Ihr bewerbt euch direkt bei anerkannten Entsendeorganisationen und entscheidet selbst, ob ihr beispielsweise in Weißrussland Behinderte betreuen oder lieber in Kolumbien mit Straßenkindern Theaterstücke organisieren wollt. Freiwillige erhalten 100 Euro Taschengeld im Monat und sind rundum versichert. Über 10.000 Bewerber wollten 2010 bei dem Programm mitmachen, doch nur 4.300 Freiwillige konnten am Ende ausreisen.
Alle Informationen vor allem zur Bewerbung, zu den Entsendeorganisationen und alles andere findet ihr auf www.weltwaerts.de.
Internationaler Jugendfreiwilligendienst
Den neuen Auslandsfreiwilligendienst des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gibt es erst seit Beginn des Jahres. Durch den Dienst soll Jugendlichen die Möglichkeit geboten werden, soziale und interkulturelle Kompetenzen zu erwerben, die Einsatzfelder sind vielfältig. Pädagogisch werden die Teilnehmer während der gesamten zwölf Monate betreut, Versicherungen müssen sie – anders als beim FSJ oder FÖJ – aber selbst abschließen. Wie in den meisten Fällen erfolgt auch hier die Bewerbung über Entsendeorganisationen. Wegen der umfangreichen Vorbereitungen empfiehlt sich eine frühe Bewerbung.
Auf der Seite des Bundesministeriums findet ihr alle Infos.
„Junge Migranten als Lotsen“
„JuMiLo“ heißt das Projekt. Ausgesprochen: „Junge Migranten als Lotsen“. An 15 Orten in Deutschland bringt „JuMiLo“ junge Menschen mit Migrationshintergrund zusammen. Sie können entweder ehrenamtlich als Lotse neue Freizeitangebote organisieren oder als Teilnehmer bei diesen Angeboten mitmachen. Ziel ist es, Integrationshürden gemeinsam zu nehmen. Im Rahmen des Projekts finden zum Beispiel Kunst-, Sport-, Theater- oder Deutschkurse statt, aber auch Bewerbungstrainings und (inter-)kulturelle Veranstaltungen.
Anmelden könnt ihre euch auf der Internetseite von „JuMiLo“, da findet ihr auch die Übersicht über alle 15 deutschen Städte, in denen das Projekt aktiv ist.


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