Grafik: Ronny Pietsch

Vater und Mutter zu haben, ist für viele junge Menschen selbstverständlich. Doch was passiert, wenn man auf einmal zwei Eltern des gleichen Geschlechts hat? Polina findet das völlig in Ordnung und widerspricht damit Vicky. Sie plädiert dafür, dass die Kinder ab einem bestimmten Alter selber entscheiden sollten.

Pro: Polina

In Deutschland wachsen zur Zeit rund 7000 Kinder in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften auf. Die meisten davon sind leibliche Kinder, die einer der Partner in die Beziehung „mitbringt“. Nur ganz wenige sind adoptiert. Zurzeit dürfen nicht leibliche Kinder nur von einem der beiden Erwachsenen adoptiert werden. Das heißt, zwischen dessen Partner und dem Adoptivkind besteht keine rechtliche Beziehung. Seit einiger Zeit wird aber darüber diskutiert, das Adoptionsrecht für Homosexuelle mit dem Adoptionsrecht der klassischen Familie gleichzustellen.

Kanzlerin Angela Merkel hat sich gegen diese Gleichstellung ausgesprochen und dabei mit dem Wohl des Kindes argumentiert. Da aber Adoption durch einen der Partner bereits möglich ist, scheint es mir so, als ginge es viel mehr darum, eine Minderheit zu diskriminieren und dabei den konservativen Standpunkt der CDU zu stützen.

Meiner Meinung nach, ist es endlich an der Zeit gleiche Rechte für homosexuelle Paare zu sichern. Denn nur dies würde unserer Verfassung entsprechen, die die gleiche Behandlung für alle Menschen verspricht.

Viele Gegner des Adoptionsrechts sagen, das Kind laufe Gefahr, in der Schule gehänselt zu werden. Nun, ich sage, unsere Gesellschaft braucht genau deswegen so schnell wie möglich diese Veränderung. Je mehr Kinder in gleich-geschlechtlichen Familien aufwachsen, desto größer wird auch die allgemeine Akzeptanz für das Thema. Und wer behauptet, ein Kind könnte sich mit zwei Müttern weniger gut entwickeln, da es keine Vaterfigur hat, möge an die zahlreichen Familien denken, wo die Kinder mit nur einem Elternteil aufwachsen.

Früher wurden alleinerziehende Mütter oder unverheiratete Eltern ebenso wenig von der Gesellschaft akzeptiert – die Kinder mussten ebenfalls damit rechnen, von den gleichaltrigen beleidigt zu werden. Heutzutage ist es nicht mehr so – mit der steigenden Anzahl des Phänomens wurde die Bevölkerung dafür sensibilisiert. Die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare ist nur ein weiterer Schritt, den unsere Gesellschaft unbedingt braucht.

Contra: Vicky

Elton John und Ricky Martin haben es vorgemacht: Sie haben – jeweils mit ihrem männlichen Lebensgefährten – als schwules Paar Kinder adoptiert. Was für Promis selbstverständlich scheint, ist hierzulande verboten. Menschen, die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften leben, dürfen keine Kinder adoptieren. Und das zu Recht, wie ich finde.

Mutter, Vater, Kind – das verstehen wir unter einer Familie, in der ein Kind die volle Bandbreite beider Geschlechter auskosten kann. Gäbe es auf einmal zwei des gleichen Geschlechts, würde dem Kind die Chance genommen werden, mit beiden Rollen aufzuwachsen. Ziehen Mutter oder Vater ihr Kind getrennt auf, hat es immerhin die Chance beide Elternteile zu sehen.

Doch nicht nur die Kinder, auch die Elternteile müssten in den sauren Apfel beißen. Mütter sollen sich für Fußball interessieren und die Väter mit Barbie auseinandersetzen. Ob das gut gehen kann? Ich bezweifle das.

Davon abgesehen sind Kinder nicht nur niedlich, sie können auch ganz schön grausam sein. Wenn sich herumspricht, dass ein Kindergartenfreund oder Mitschüler zwei Mütter oder Väter hat, sind Hänseleien und Mobbing vorprogrammiert.

Doch neben den ganzen zwischenmenschlichen Problemen, müsste noch ein Brocken aus dem Weg geschafft werden: das Grundgesetz. Im Artikel 6 unserer Verfassung steht klipp und klar, dass die Ehe zwischen Mann und Frau eine Sonderstellung genießt. Deshalb dürfen bisher nur verheiratete Ehepaare ein Kind adoptieren. Alles andere wäre gegen die Verfassung.

Außerdem würde eine Adoption in eine gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft eines der wichtigsten Kinderrechte verletzten: das Recht, bei Mutter und Vater zu leben.

Menschen, die in gleichgeschlechtlichen Lebens-gemeinschaften leben, sollen trotzdem die Chance haben, Kinder aufzuziehen. Ob diese auch adoptiert werden dürfen, sollen nicht die Eltern entscheiden. Ich wäre dafür, den Spieß umzudrehen: Die Kinder sollen später selber entscheiden, ob sie zwei Mütter oder Väter haben wollen. Das würde auch im Einklang mit Artikel 6 stehen.

Kommentare

Vicky ich kann deiner Meinung nicht zustimmen wie soll ein kind es selbst entscheiden? wenn es alt genug ist kann man es nicht mehr aufzin und wenn es erst bei homosexuellen Eltern gelebt hat kann man ja auch nicht sagen: nö keinen Bock ich will Mutter und Vater… oder meintest du es soll entscheiden ob zu zwei Frauen oder zu zwei Männern oder Frau und Mann will aber um das zu entscheiden muss es auch alt genug sein und es tritt wieder Fall 1 ein..
Vicky, oftmals stammen die KInder schon aus der ersten Ehe von einem der Gleichgeschlechtlichen Partner. Dieses Kind darf vom neuen Partner oder von der neuen Partnerin adoptiert werden und wächst trotzdem mit zwei Müttern oder zwei Vätern auf. In dem Falle würde wegen deinem Argument, dass Männer nichts von Barbies verstehen und Frauen nichts mit Fußball am Hut haben, ja ein neues Gesetz erlassen werden müssen, nämlich, dass homosexuelle Personen mit Kindern keine homosexuellen Partner haben dürfen. Außerdem haben gerade solche Leute einen ganz anderen Blick auf die klischeehaften Interessen von Mädchen und Jungen, das zeichnet ihre Sexualität ja aus! Im Übrigen stimmt es NICHT!!!!!!!, dass Männer nichts von Barbies, Puppenhäusern oder Vater Mutter Kind Spielen verstehen oder dass Frauen kein Fußball spielen. Das ist wirklich eine sehr eingeschränkte Meinung! Sehr viele Mädchen spielen liebend gern Fußball und viele Jungs sammeln kleine Pferdefiguren oder machen anderes "mädchenhaftes" Zeug! Auch das Argument, dass die Kinder selbst entscheiden sollten, ob sie mit Vater-vater oder Mutter-Mutter leben, ist komplett unlogisch! So dürften gleichgeschlechliche Partner ja keine Kinder unter sechs Jahren haben! Außerdem können Kinder doch so eine Entschgeidung gar nicht selbst treffen. Sie können doch nichts selbst ihre Eltern auswählen! Und selbst wenn, wo sollen die Kinder bis dahin denn wohnen? Trotzdem toller Text und gute Formulierung! Weiter so!
Ja, stimmt!

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