Die Deutsche Bundesbank ist die „Bank der Banken“ in Deutschland. Von ihr kommen die Geldscheine und Münzen, mit denen wir beim Bäcker oder im Supermarkt bezahlen. Was ihre Aufgaben sind und welche Rolle sie in der Euro-Krise spielt, weiß Schekker-Autorin Katharina.
Die Deutsche Bundesbank, mit Hauptsitz in Frankfurt am Main, ist Teil des Systems der Europäischen Zentralbanken und verwaltet die Konten des deutschen Staates und seiner Institutionen. Im Zuge der europäischen Finanzkrise hat die Bundesbank immer mehr an Bedeutung gewonnen.
Teil des Grundgesetzes
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1948 die damals wertlos gewordene Reichsmark durch die Deutsche Mark ersetzt. Um die Stabilität der neuen Währung zu garantieren beschloss man die Einrichtung einer Zentralbank. Bereits 1949 wurde in Artikel 88 des Grundgesetzes festgelegt, dass eine Währungs- und Notenbank als Bundesbank eingerichtet werden soll.
1957 war es dann soweit: die Deutsche Bundesbank wurde gegründet. Sie löste das nach dem Zweiten Weltkrieg von den westlichen Siegermächten begründete, noch stärker föderalistisch akzentuierte zweistufige Zentralbanksystem aus der Bank deutscher Länder und der rechtlich unabhängigen Landeszentralbanken ab, indem beide Elemente in ihr verschmolzen wurden.
Seitdem ist sie die „Bank der Banken“ in Deutschland. Ihre politische Unabhängigkeit ist gesetzlich verankert. Das heißt, die Bundesregierung kann der Bundesbank keine Weisungen erteilen.
Im europäischen Auftrag
Bis 1999 bestand ihre zentrale Aufgabe darin, den Geldverlauf und die Kreditversorgung der Wirtschaft in Deutschland zu regeln sowie die Preisstabilität zu sichern.
Seit der Einführung des Euro 1999 ist sie zusammen mit den anderen Zentralbanken der Euroländer und der Europäischen Zentralbank für den Euro verantwortlich. Die Bundesbank nimmt diese Verantwortung mit Sitz und Stimme im Europäischen Zentralbankrat (EZB-Rat) wahr. Dort werden die geldpolitischen Entscheidungen für die Eurozone getroffen.
Ein Multitasking-Genie
Zentrale Aufgabe ist, die Preisstabilität im Euroraum zu sichern. Dies wird unter anderem durch die Höhe der Leitzinsen gesteuert. Diese bestimmen die Kosten, zu denen sich Banken (und damit Unternehmen und Bürger) Bargeld und Guthaben besorgen können. Die Höhe der Leitzinsen wird zwar von der Europäischen Zentralbank festgelegt, dort haben aber alle Euroländer Sitz und Stimme.
Jede Menge Goldreserven
der Deutschen Bundesbank.
Foto: Deutsche Bundesbank
Im Bezug auf die Banken hat die Bundesbank zwei Aufgaben. Einerseits kontrolliert sie zusammen mit der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) die privaten deutschen Banken, wie z.B. die Deutsche Bank oder die Commerzbank und Kreditinstitute. Das heißt, sie beobachtet die wirtschaftliche Lage der Banken und Institute, wobei sie darauf achtet, dass diese bei Kreditvergaben keine zu hohen Risiken eingehen.
Andererseits stellt die Bundesbank den Banken Geld zur Verfügung. Das spielt vor allem in der Euro-Krise eine wichtige Rolle, da immer mehr Länder auf die finanzielle Unterstützung von Banken angewiesen sind. Doch damit die Bundesbank Mittel verleihen kann, muss sie selbst über große Geldmengen verfügen. Eine Einnahmequelle sind zum Beispiel Staatsanleihen. Dabei leiht sich die Bundesbank Kapital von Privatpersonen, die dafür eine verzinste Staatsanleihe bekommen. Das dadurch verfügbare Geld kann dann an Geschäftsbanken oder an die Zentralbanken anderer Länder weiter verliehen werden.
Hausbank des Staates
Die Bundesbank sorgt auch dafür, dass Bargeld stets ausreichend und in guter Qualität zur Verfügung steht. Das heißt einerseits, dass Falschgeld aus dem Verkehr gezogen wird. Andererseits müssen auch Münzen und Geldscheine, die beschädigt oder abgenutzt sind, ersetzt werden.
Weiterhin, können der Staat und seine Behörden, zum Beispiel Arbeitsagenturen oder Finanzämter, kostenlos Konten bei der Bundesbank führen. Auch den einzelnen Bundesländern, sowie Städten und Gemeinden steht diese Möglichkeit offen. Privatpersonen können allerdings kein Konto bei der Bundesbank eröffnen.
Goldwert in der Krise
Eine wichtige Bedeutung in der internationalen Finanzkrise haben auch die Goldreserven, die sich im Besitz der Zentralbanken der verschiedenen Staaten befinden. Diese Reserve kann man sich als „Notgroschen“ für Krisenzeiten vorstellen – in Deutschland entspricht sie einem Wert von rund 150 Milliarden Euro. Im Notfall kann die Bundesbank Gold verkaufen und als Zahlungsmittel einsetzten, zum Beispiel, um die Währung im Land zu stabilisieren.


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