Sie macht den Eindruck, dass sie Dinge gut anpacken kann. Und tatsächlich ist Anpacken ihr Beruf: Laura Resenberg ist Restauratorin und wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft der Technischen Universität München.
Hier geht es aber eher um ein zärtliches Anpacken, denn die Restauratoren haben es oft mit einmaligen und unwiederbringlichen Objekten zu tun.
„Das Grundziel des Restaurators ist die Bewahrung des kulturellen Erbes für die Nachwelt“, erzählt Laura Resenberg. Das heißt, es geht nicht darum, das jeweilige Objekt wieder schön oder wieder neu zu machen, sondern wirklich ums Bewahren als Grundfunktion des Restaurierens.
Restauratoren beschäftigen sich mit den verschiedensten Objekten: ob nun Altäre, Schlösser, Skulptur oder Wandmalerei – sie sind überall am Werk. Genau dadurch ist dieser Beruf sehr vielfältig. Laut Laura Resenberg spezialisiert sich jeder angehende Restaurator während des Studiums auf ein Gebiet, das ihm besonders am Herzen liegt.
Die tägliche Arbeit des Restaurators beinhaltet aber auch viele Verwaltungsaufgaben, denn jede Phase der Restaurierung muss für die Nachwelt in einer Dokumentationsliste genau vermerkt werden. Der Restaurierungsprozess an sich beginnt mit den Voruntersuchungen: Der analytischen Bestimmung der Farben, der Pigmente und des Materials. Denn an diesen orientiert sich die von Fall zu Fall verschiedene Rekonstruktionstechnik, die möglichst nah an der Originaltechnik sein sollte.
Wie werde ich Restaurator?
Ein guter Restaurator sollte sich gut in den Naturwissenschaften auskennen, insbesondere in der Chemie. Aber ebenso wichtig ist handwerklich-künstlerisches Geschick.
An der Technischen Universität München ist der neue Bachelor-Studiengang eher naturwissenschaftlich ausgerichtet. Wer mehr künstlerische Anteile in seinem Studium haben möchte, sollte sich an den einzelnen Hochschulen genauer informieren.
Infos über das Berufsbild bei der Bundesagentur für Arbeit
Verband der Restauratoren: Wie werde ich Restaurator?
Lehrstuhl für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft an der Technischen Universität München
Studiengang Konservierung und Restaurierung an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart
Studiengang Konservierung/ Restaurierung und Grabungstechnik HTW Berlin
Studiengang Konservierung und Restaurierung FH Erfurt
Der Andrang hält sich in Grenzen, denn die meisten Hochschulen in Deutschland verlangen vor dem Studium ein längeres Praktikum, das in manchen Fällen auch ein ganzes Jahr dauern kann. Die Bewerber für die Restauration-Studiengänge haben es sich also meistens gut überlegt.
Laura Resenberg schätzt, dass an ihrem Lehrstuhl jährlich nur rund zehn Prozent der Bewerber abgelehnt werden – im Gegensatz zu anderen „künstlerischen“ Studiengängen wie Design, wo der Anteil der Abgewiesenen bei mindestens 50 Prozent liegt.
Der Restauratorin wurde die Begeisterung für ihren Beruf fast in die Wiege gelegt, denn sie wuchs in einem vor 200 Jahren erbauten Bauernhaus auf. Bereits während ihrer Kindheit hatte sie sich mit den alten Materialien angefreundet. So stand für sie nach dem Abitur sehr schnell fest, wohin es beruflich gehen soll.
Wo arbeiten Restauratoren?
Diplom Restauratoren arbeiten unter anderem in Restaurationsabteilungen von Museen oder bei der staatlichen Denkmalpflege. Sie können sich aber auch selbständig machen und Aufträge für Ämter sowie Privatpersonen übernehmen.
Laut Laura Resenberg findet jeder Restaurator früher oder später ein Gebiet, das ihm besonders liegt. Sie selbst hat sich auf Holz und bemalte Oberflächen spezialisiert. Ihre Kollegen haben ganz andere Schwerpunkte wie beispielsweise zeitgenössische Kunst oder mittelalterliche Malerei. Ganz wichtig sei eine besondere Beziehung und Liebe zum Material, betont die Diplom-Restauratorin. Und was macht sie eigentlich gerade? Vor kurzem wurde in Ägypten eine bisher unbekannte Grabkammer entdeckt. Laura Resenberg ist bei den Ausgrabungen dabei und untersucht dort die bemalten Objekte – für ihre Doktorarbeit.


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