Das Feuerwerk gehört einfach zu Silvester dazu. Foto: Klaus Kusmitsch, flickr.com, CC-Lizenz (CC BY 2.0)

Kaum sind die Weihnachtstage verdaut, klopft schon das nächste große Fest an die Tür. An Silvester, dem letzten Tag des Jahres, feiern wir das Finale des Festtagsmarathons und beschließen das vergangene Jahr: Sektgläser raus, letzte Zigarette rauchen oder ohne schlechtes Gewissen Kalorienbomben verschlingen – so verabschieden sich viele ins neue Jahr, bevor den guten Vorsätzen wieder eine Chance gegeben wird. Bei so viel Partylaune gehen einem doch glatt die Ursprünge dieser Feierlichkeit abhanden. Da kann Lisa zum Glück aushelfen.

Papst Silvester I. als Namensgeber

Ursprünglich war Silvester ein Gedenktag zu Ehren von Papst Silvester I., der am 31. Dezember 335 verstarb. Eingeführt wurde der Heiligengedenktag im 5. Jahrhundert. Damals feierten die Gläubigen ihn mit christlichen Prozessionen.

Dass Papst Silvester I. solch ein Tribut gezollt wurde, lässt sich durch verschiedene Mythen erklären, die sich um ihn ranken. So wurde erzählt, dass er viele Menschen, darunter Rabbiner und heidnische Priester, vom christlichen Glauben überzeugen konnte und dass er während der Christenverfolgung besonderen Mut und Ausdauer bewies.
Nach Liturgischen Kalender wird der 31. Dezember auch als dessen Namenstag geführt, wobei der Name „Silvester“ aus dem Lateinischen stammt und sich mit „Waldbewohner“ oder „der zum Wald Gehörende“ übersetzen lässt.

Böse Geister vertreiben


Mit großen Feuern, wollten die Germanen böse Geister vertreiben. Foto: (CC BY-NC-SA 2.0)

Erst im Jahr 1582 wurde im Zuge der Gregorianischen Kalenderreform, der letzte Tag des Jahres, bis dahin der 24. Dezember, auf den Todestag des Papstes Silvester I verlegt, woher auch die Verbindung von Silvester und dem Abschluss des Jahres kommt. Dennoch ist Silvester kein christliches Fest, sondern geht auf heidnische Bräuche zurück.

Die Germanen glaubten, dass ihr Kriegsgott Wotan insbesondere während der dunkelsten Jahreszeit sein Unwesen treibt und da der 31. Dezember genau in der Mitte der so genannten „Rauhnächte“ lag, veranstalteten sie während dieser Nacht selber ein „Höllenspektakel“, um böse Geister zu vertreiben. Dies geschah zum Beispiel durch das Erzeugen von Lärm durch angezündete Holzräder, die man durch die Stadt rollen ließ. Den Brauch, in der Silvesternacht Feuerwerkskörper zu zünden, geht also auf die germanische Kultur zurück.

Andere Länder, andere Sitten

Im weltweiten Vergleich hat Deutschland noch die weniger skurrilen Bräuche zu bieten.
Zwar ist das Feiern ins neue Jahr durchaus ein globales Phänomen, doch wenn es um das Praktizieren dieses Phänomens geht, hat jedes Land seine eigenen Regeln.

In so manchen Ecken dieses Planeten wird auch nicht am 31. Dezember gefeiert, denn das neue Jahr richtet sich in vielen Ländern nach einem anderen Kalender, zum Beispiel in Vietnam nach dem Mondkalender. Dort fällt Silvester und Neujahr aus deutscher Perspektive immer in den Januar oder Februar. Allerdings bedeutet dies nicht, dass dort das neue Jahr nicht freudig empfangen wird. Ganz im Gegenteil – das vietnamesische Äquivalent zum Silvester ist das größte Event des Jahres und der Trubel darum entsprechend groß. So beginnen die Vorbereitungen schon Monate vorher, zum Beispiel indem man möglichst vor Jahreswechsel alle Schulden begleicht, um so unbelastet ins neue Jahr starten zu können. Die Festlichkeiten dauern insgesamt drei Tage. Dabei ist es wichtig, den ersten Tag mit der Familie zu verbringen. Während in Deutschland Silvester oft unter Freunden oder sogar Fremden auf Parties verbracht wird.

Aber auch unsere europäischen Nachbarn haben ganz andere Feiermodalitäten. In Spanien ist es beispielsweise Pflicht um Mitternacht mit jedem Gongschlag eine Weintraube zu essen. Andernfalls wird man das ganze nächste Jahr vom Pech verfolgt. Es ist ebenfalls Tradition, rote Unterwäsche zu tragen, da dies Glück in der Liebe bringen soll.

In Griechenland und Zypern wird es erst am 6. Januar interessant. Gläubige feiern mit einem Sprung ins Wasser die Taufe Jesu und die Erscheinung des Heiligen Geistes. Mit diesem Ritual sollen auch böse Dämonen vertrieben werden.


In Kapstadt wir mit einem Karnevalsumzug das neue Jahr begrüßt. Foto: tsn92, flickr.com, CC-Lizenz (CC BY 2.0)

Mit einem gigantischen Karnevalsumzug starten die Südafrikaner am 2. Januar ins neue Jahr. Das bunte und laute Spektakel feiern rund 10.000 Menschen zusammen.

Eine sehr spezielle Art Silvester zu verbringen, pflegen auch die Bulgaren, die sich mit Schlägen auf den Rücken ins neue Jahr prügeln. Durch diese ziemlich körperliche Art, den Jahresabschluss zu würdigen, erhoffen sich die Menschen Reichtum und Gesundheit für die Zukunft.

Wenn man von solchen Bräuchen hört, beschwert man sich besser doch nicht über das Jahr für Jahr gleiche Bleigießen, Sekttrinken und „Dinner for One“.

Neuen Kommentar schreiben

Komm_ni_ation: