“Gesundheit!” Nicht jede Krankheit kurieren wir so einfach wie eine Erkältung. Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Hypochonder, jetzt bitte wegschauen! Krankheiten gibt es überall auf der Welt, aber je nach Land und seiner sozialen und wirtschaftlichen Lage unterscheiden sich auch die Erkrankungen beträchtlich: Während Zivilisationskrankheiten wie Fettleibigkeit eher Industriestaaten beherrschen, gibt es in Entwicklungsländern ganz andere Probleme zu behandeln.

Pandemie – Die jährliche Panikmache

Die Pest raffte im 14. Jahrhundert Millionen Menschen dahin und ist vielleicht der Ursprung der Angst vor Seuchen. Auch heute gibt es fast jährlich neue Pandemien. Eine ansteckende Krankheit verbreitet sich dabei landes- oder sogar weltweit. Nicht selten fordern Pandemien Todesopfer unter den Infizierten. Einige der berühmtesten Pandemie-Beispiele der letzten Jahre sind die Vogelgrippe, an der weltweit 329 Menschen gestorben sind (Stand: Juni 2011) und die Schweinegrippe, die weltweit 15.174 Menschen das Leben kostete (Stand: Januar 2010). Zuletzt hat das Darmbakterium EHEC in Deutschland für Schlagzeilen gesorgt. Inzwischen zählen die Behörden hierzulande insgesamt über 40 Todesfälle (Stand: Juni 2011). Aber für erschütternde Auswirkungen braucht es nicht immer gleich eine Pandemie – wie die folgenden Beispiele zeigen.

Fettleibigkeit – Amerikas dickstes Problem


Donuts, Burger und Würste: Fettreiche Ernährung verusacht Fettleibigkeit. Foto: Christian Cable / Flickr

Früher galt ein dicker Bauch als Zeichen von Wohlstand. Mittlerweile gelten zu viele Kilos auf den Rippen als ernsthaftes Problem. Dabei war vor 1980 krankhafte Fettleibigkeit (Adipositas) noch weitgehend unbekannt: Die Zahl der Betroffenen lag in den meisten Ländern deutlich unter zehn Prozent. Heute ist jeder dritte in den USA fettleibig, zwei von drei Amerikanern sind übergewichtig. Aber auch die anderen Industriestaaten zeigen alarmierende Zuwachsraten bei dieser Krankheit. Ein falscher Lebensstil, also ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung, verursacht Adipositas. Folgekrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen machen Fettleibigkeit weltweit zum Problem.

Koronare Herzkrankheit – Zivilisationskrankheit Nummer 1

Herzschmerz muss nicht immer nur emotionale Gründe haben. Durch Ablagerungen in den Arterien wird die Herzmuskulatur nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt, was zu Schmerzen in der Brust und schlimmstenfalls zum Herzinfarkt und Tod führt. An der koronaren Herzkrankheit und ihren Folgen sterben jährlich auf der ganzen Welt laut World Health Organization (WHO) etwa 7,25 Millionen Menschen.1 Damit war sie 2008 weltweit die Todesursache Nummer eins. Diese Erkrankung kommt am häufigsten in den Industriestaaten vor und wird durch einen ungesunden Lebenswandel wie Rauchen, Übergewicht und Stress provoziert.

Diabetes – Zu viel Zucker im Blut

Der Arzt kann mit einem Gerät den Blutzuckerspiegel messen. Foto: Michael Horn / pixelio.de

Diabetes wird zum Teil vererbt, aber ein Großteil leidet wegen schlechter Ernährung unter der Zuckerkrankheit. Millionen von Menschen haben deswegen zu süßes Blut. Diabetes mellitus tritt vor allem in Industrienationen wie den USA und vielen europäischen Ländern auf – aber auch in China und Afrika steigt die Zahl der Zuckerkranken. Es gibt zwei Diabetes-Typen. Von Diabetes Typ 1 sind meistens junge Menschen betroffen, denen das Hormon Insulin zur Blutzuckerregulierung fehlt. Betroffene müssen mehrmals täglich ihren Blutzuckerspiegel messen und Insulin spritzen. Sie machen etwa 10 Prozent aller Diabetes-Erkrankten aus. 90 Prozent aller Diabetiker haben Diabetes Typ 2. Er kommt besonders bei älteren und übergewichtigen Personen vor. Es erkranken aber zunehmend auch Jüngere, wenn sie starkes Übergewicht auf die Waage bringen. Bei dieser Form des Diabetes kann das Insulin, das schon im Körper vorhanden ist, nicht verwendet werden. Beide Diabetes-Typen sind unheilbar. Bei Typ 2 besteht zumindest Hoffnung auf Besserung: Gewichtsreduzierung und gesunde Ernährung können helfen.

Alkoholismus in Russland – Ein Vorurteil?


Wegen Alkoholvergiftung sterben jährlich mehrere tausend Menschen. Foto: J. Bredehorn / pixelio.de

Das Klischee stimmt tatsächlich: 52 Prozent aller jährlichen Todesfälle bei den 15- bis 54-Jährigen sind in Russland die Folge von Alkoholmissbrauch. Alkoholismus zählt aber auch zu unseren globalen Problemen.

Laut WHO sterben jährlich auf der ganzen Welt 320.000 junge Menschen zwischen 15 und 29 Jahren an Alkoholvergiftung. Gegen diese Krankheit hilft meistens nur eine Entziehungskur unter ärztlicher Aufsicht mit gleichzeitiger psychologischer Behandlung.

AIDS – Die unheilbare Krankheit

Schutz hat bei AIDS oberste Priorität. Die Betroffenen infizieren sich leichter als gesunde Menschen mit anderen Infektionskrankheiten und sind besonders anfällig für einige Krebsarten. Die Immunschwächekrankheit AIDS (Acquired Immuno Deficiency Syndrome) wird durch das HI-Virus ausgelöst. Das Virus kann über ungeschützten Geschlechtsverkehr, aber auch z. B. durch verunreinigte Spritzen übertragen werden. In Südafrika leben und sterben die meisten AIDS-Kranken weltweit. Dort verschlimmern mangelnde Aufklärung und eine unzureichende medizinische Versorgung das Problem – viele Infizierte wissen nicht um ihre Krankheit oder können keine Behandlung erhalten. AIDS ist zwar unheilbar, lässt sich aber durch Präparate behandeln, was die Vermehrung der Viren im Körper verzögert.

Tetanus – Vergiftetes Blut


Eine Impfung schützt vor Tetanus.
Foto: Seedo/pixelio.de

Wenn der Tetanus-Erreger, ein Bakterium, durch Wunden in den Körper eindringt, kann er sich dort vermehren und sein Gift bilden. Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, ruft schwere Muskelkrämpfe hervor, die zu Erstickungsanfällen führen können – 30 Prozent der Krankheitsverläufe bei ungeimpften Patienten enden mit dem Tod.

Den einzigen Schutz bietet die Tetanus-Impfung, die in Deutschland jedem Bürger empfohlen wird.

Tuberkulose – Tod in Entwicklungsländern

Erst werden die Lunge und dann die anderen Organe befallen. Tuberkulose – auch TBC oder Schwindsucht genannt – ist eine Armutskrankheit, die insbesondere in Afrika, Südostasien und in Krisengebieten verbreitet ist. Diese bakterielle Infektionskrankheit befällt die Lunge und deren Umgebung – in etwa 19 Prozent der Fälle endet sie tödlich. Eine Behandlung ist möglich, kann aber aus Kostengründen nicht überall umgesetzt werden. Auch die jeweiligen Lebensverhältnisse spielen eine große Rolle. Deswegen sind die westeuropäischen Länder inzwischen weniger betroffen als noch in der Vergangenheit. Vor einem Jahrhundert aber war TBC auch bei uns noch weit verbreitet.

Malaria – Ein Stich verändert alles


Mücken übertragen in den Tropen Malaria.
Foto: Frank Hollenbach/pixelio.de

Die nervigen Plagegeister sind schuld! Malaria wird durch den Stich einer tropischen Stechmückenart übertragen. Dabei gelangt ein einzelliger Parasit aus der Mücke in das Blut des Opfers. Der Erreger vermehrt sich in der Leber und infiziert von dort aus die roten Blutkörperchen.

Nach 10 bis 15 Tagen hat der oder die Befallene dann starke Kopfschmerzen, bekommt Fieber und muss sich erbrechen. Gegen Malaria existiert kein Impfstoff. Die beste Vorsorge ist auch die simpelste: sich in den betroffenen Regionen vor Moskitos mit Netzen zu schützen.

Lungenentzündung – Nicht nur für Kinder gefährlich

Bei einer Lungenentzündung (auch Pneumonie genannt) entzündet sich ein Teil des Lungengewebes, meist infolge einer Infektion durch Bakterien. Dabei treten Fieber, Schüttelfrost und Husten auf – das Krankheitsbild kann aber variieren. Häufig beginnt eine Lungenentzündung wie eine Erkältung. Kommt zum Husten noch Fieber, kann ein Arzt mit Antibiotika helfen. Diese Krankheit gibt es überall auf der Welt: In Deutschland trifft sie eher ältere Menschen, in Entwicklungsländern eher Kinder. Täglich sterben weltweit 4000 Kinder unter fünf Jahren an einer Lungenentzündung.

Krebs – Eine Weltkrankheit


Zigaretten können Krebs verursachen.
Foto: Gerd Altmann/pixelio.de

Jeder Teil des Körpers kann befallen werden: Als Krebs wird ein bösartiger Tumor aus Zellen bezeichnet. Die Krebszellen teilen sich immer wieder und lassen so das Geschwür wachsen. Laut einer Studie der US-Krebsgesellschaft starben 2007 nach WHO-Angaben 7,6 Millionen Menschen weltweit an Krebs, davon kamen 62 Prozent aus Entwicklungsländern. In Deutschland ist Krebs die zweithäufigste Todesursache. In fünf bis zehn Prozent der Fälle ist der Krebst erblich bedingt. Übermäßiger Tabak- oder Alkoholkonsum, starke UV-Strahlung oder ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung erhöhen das Krebsrisiko.

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