Alte Frau hebt kleines Kind in Sandkasten
Die Sozialsysteme müssen angepasst werden, um den heute noch Jungen im Alter eine Rente zu sichern. Foto: André Hirtz / www.jugendfotos.de

Altersheime statt Kindergärten, Rollatoren statt Kinderwagen – Zukunft in Deutschland. Das verheißt zumindest die demografische Entwicklung. Immer mehr Alten stehen immer weniger Junge gegenüber. Aber was bedeutet das für unsere Rente? Ein Erklärungsversuch.

Der demografische Wandel beschreibt die Strukturveränderung unserer Gesellschaft und die sieht momentan so aus: Weniger Kinder werden geboren und es gibt mehr alte Menschen, da die Lebenserwartung stetig steigt. Zu verdanken haben wir das vor allem dem medizinischen Fortschritt.

Und warum mangelt es an Nachwuchs? Das hat viele Gründe: Berufstätige Frauen prägen zunehmend unsere Gesellschaft. Vielen Paaren fällt es schwer, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bekommen. Sie verzichten deshalb auf Nachwuchs. Außerdem galten Kinder noch vor wenigen Jahrzehnten als Kapital einer Familie. Heute sehen sie viele als Kostenfaktor.

Der Generationenvertrag

Und was hat das Ganze mit unserem Rentensystem zu tun? Die Sache mit dem Geld im Alter funktioniert bislang so: Die Menschen, die erwerbstätig sind, zahlen in die Rentenkasse ein. Das Geld erhalten die Menschen, die nicht mehr arbeiten, als Rente. Das Geld, das jeder Berufstätige in die Rentenkasse einzahlt, wird also umgehend wieder ausgegeben und nicht etwa wie auf einer Art Sparkonto für die eigene Rente später angelegt.

Allerdings hat die demografische Entwicklung bereits Folgen: Immer weniger Berufstätige müssen für immer mehr Rentner aufkommen. Während das Verhältnis 1960 noch 5:1 betrug, liegt es heute bei 3:1. 2030 wird es aller Voraussicht nach bei 2:1 liegen. Bereits heute gibt der Bund jedes Jahr Milliarden an die Rentenkassen.

Angesichts des demografischen Wandels stehen Politik und Gesellschaft also vor großen Herausforderungen. Umbauarbeiten an den Sozialsystemen werden notwendig. Aber wie können die Folgen der demografischen Entwicklung auf die Sozialsysteme zumindest abgemildert werden?

Gegenmittel 1: Länger arbeiten

Je mehr Menschen in die Rentenkasse einzahlen, desto mehr kann auch ausgezahlt werden. Ab 2012 steigt das Rentenalter schrittweise von derzeit 65 Jahren bis auf 67 Jahre. Die Arbeitgeber erhalten zudem Lohnzuschüsse, wenn sie ältere Arbeiter einstellen. Damit die ältere Generation der Beschäftigten auch auf dem aktuellen Stand ist, wird ihre Weiterbildung stärker gefördert. Die Bundesregierung hat mit der „Initiative 50plus“ Vorschläge vorgelegt, um die Beschäftigungschancen für ältere Menschen zu verbessern.

Gegenmittel 2: Mehr Kinder

Wünschenswert wäre es auch, wenn mehr Kinder geboren würden. Diese zahlen später selbst in das Rentensystem ein und können es somit stützen. Deshalb will die Regierung auch hier Anreize schaffen, damit junge Menschen sich für eigene Kinder entscheiden: Die Kinderbetreuungseinrichtungen werden ausgebaut, außerdem können seit 2006 Anteile der Kinderbetreuungskosten von der Steuer abgesetzt werden.

Seit 2007 gibt es außerdem das Elterngeld. Es wird nach der Geburt desKindes mindestens zwölf Monate gezahlt, wenn ein Elternteil vorübergehend ganz oder stundenweise im Job aussetzt, um sich um die Betreuung des Kindes zu kümmern. Das Elterngeld soll den Lohnausfall der Mutter oder auch des Vaters während der Kindererziehung abmildern.

Private Zusatzvorsorge

Doch eines ist klar: Die gesetzliche Rente wird in Zukunft – wie auch schon heute manchmal – nicht mehr ausreichen. Hier kommen die betriebliche und private Zusatzvorsorge ins Spiel. Das heißt, jeder sollte privat oder mit einer betrieblichen Rente fürs Alter sparen. Die Bundesregierung fördert dies mit Steuerbefreiungen und Zuschüssen.