Wir alle standen schon an Bahnhöfen, ärgerten uns über Verspätungen und waren genervt von der Deutschen Bahn. Das Buch „Senk ju vor träwelling“ ist aber mehr als eine Hasstirade gegen die Bahn, sondern vor allem auch eine versteckte Liebeserklärung.
ZEIT-Autor Mark Spörrle und „Nordkurier“-Geschäftsführer Lutz Schumacher sind beide Bahnfans. Für Dienstreisen nutzen sie lieber die Schiene als die Autobahn. Das ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern bietet auch mehr Stoff für die tragischen Geschichten des Bahnalltags. Wer selbst schon mal eine längere Zeit pendeln musste, eine Fernbeziehung führt oder nur einmal probiert hat, in den Urlaub zu fahren, kennt die Geschichten von den „betriebsbedingten“ Verspätungen oder den unerwarteten Wendungen beim Versuch umzusteigen. Kreditkartenbuchungen sind kaum lesbar und Platzreservierungen gern mal dreifach ausgestellt. Aufheiterung kommt da oft nur noch von den (d)englisch Durchsagen der Zugbegleiter: „Senk ju vor träwelling“.
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Auf den knapp 200 Seiten versuchen die beiden Autoren, Tipps zu geben, wie man Bahn fährt und trotzdem ankommt. Wer zum Beispiel erst im Zug eine Fahrkarte kaufen will, sollte das Doppelte des Fahrpreises oder eine gute Rechtsschutzversicherung und die Nummer eines Spitzenanwalts dabei haben. Neben solchen Überlebenstipps gibt es noch eine perfekte Übersicht über die Flora und Fauna des Bahnuniversums. Vom gefrusteten Bahnbegleiter Kurt Schmöller bis zur überforderten Alleinerziehenden Annkathrin Simmerscheidt-Henseler wird kein Klischee ausgespart und humorvoll überzeichnet.
Wer „Senk ju vor träwelling“ liest, wird die Verspätungen gar nicht merken und sich auch von dem übel riechenden Sitznachbarn ohne Essmanieren nicht mehr stören lassen. Mit Humor ist nämlich alles zu ertragen, selbst die Deutsche Bahn.
Mark Spörrle, Lutz Schumacher: „Senk ju vor träwelling – Wie Sie mit der Bahn fahren und trotzdem ankommen“
Herder Verlag, 12€
„Senk ju vor träwelling – Neue Tipps zum Überleben in der Bahn.“






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