Aus Müll was Schönes und auch noch Nützliches machen? Beim RecyclingDesignpreis passiert genau das. Schekker zeigt euch die Gewinnerprodukte des letzten Jahres.
37,2 Millionen Tonnen Abfälle wurden 2008 bei deutschen Haushalten eingesammelt. Das sind im Durchschnitt 453 Kilogramm pro Einwohner. Dass Müll am besten wiederverwertet statt verbrannt werden soll, ist klar. Deshalb gründete sich der Verein Arbeitskreis Recycling. Sein Motto: „Aus alt mach' Arbeit“. Um scheinbar Nutzloses nutzbar zu machen, veranstaltet die Recyclingbörse, unterstützt vom Bundesumweltamt, seit 2007 den RecyclingDesignpreis: Designer und Designstudierende aus Deutschland und dem Ausland können jedes Jahr Entwürfe und Prototypen für Möbel, Textilien, Deko-Artikel oder Accessoires aus recycelten Materialien einschicken. Weil die besten Einsendungen danach in kleinerer oder größerer Serie hergestellt werden, entstehen Arbeitsplätze – und damit ein gesellschaftlicher Nutzen. Das Recycling erfüllt so eine doppelte Funktion.
The Røhrichs

Max Neustadt aus Rosenheim hat bei seinem Projekt Materialien ans Tageslicht geholt, die normalerweise unter der Erde schlummern: Kunststoffröhren für den Kanal- und Brunnenbau. Daraus machte er Beistelltische in den verschiedensten Farben und Durchmessern.
Spaceman

Wer gern Museen besucht, kennt diese Situation: Man möchte ein besonders schönes Werk länger betrachten, doch es sind keine Sitzmöglichkeiten mehr frei. Die Lösung dafür hat Christian Muscheid aus München gefunden. Aus zusammengerollten alten Zeitungen, die mithilfe eines Spanngurts gebündelt werden, entsteht eine große Sitzfläche. Die bietet Platz für viele Museumsbesucher. Und wer interessiert sich schon für die Nachrichten von gestern?
ad to light

Attila Saygel und Lorenz Schreibe aus Berlin ließen sich von ausgedienten Neonreklamen inspirieren. Sie benutzen gebrauchte Neonröhren, um daraus zusammen mit alten Trafos und alten Kabeln Designlampen herzustellen. Weil die Herstellung und Entsorgung der quecksilberhaltigen Neonröhren teuer ist, lohnt sich die Wiederverwertung sehr. Aus dem Arrangement ausgedienter Leuchtbuchstaben werden darüber hinaus wundervoll ungewöhnliche Formen.
EPS1

Und noch eine Sitzmöglichkeit: Marvin Hesse aus Bad Salzuflen steckte zwei alte Holzpaletten so ineinander, dass man schnell einen denkbar einfachen aber umso beeindruckenderen Sitz hat. Die Europaletten dienen sonst dazu, Waren zu transportieren. Sobald sie einen Mangel aufweisen, werden sie aussortiert und entsorgt. Doch als Sitzmöbel sind sie gut – und noch dazu günstig.
Federball

Silke Decker aus Hamburg hat als Badmintonspielerin schon viele Bälle und auch Schläger zerstört, wie sie es selber formuliert. Damit die nicht sinnlos in den Müll wandern, entwarf sie für den RecyclingDesignpreis eine Federballlampe. Drei pyramidenförmig zusammengeklebte Schlägergriffe bilden den Lampenständer, 62 gespielte Federbälle werden mit der Spitze nach innen kugelförmig um eine Lampe angebracht.
déjà vu

Martin Henschel aus Münster macht aus Bullaugen alter Waschmaschinen Glasschalen. Indem er die Ränder der Bullaugen mit stechenden Farbtönen besprüht, werden die Schalen zu einem Produkt, dessen Herkunft man erst auf den zweiten Blick erkennt.
beste maats

Der Beitrag zum RecyclingDesignpreis von Benedikt Frisse-Bremann aus Detmold ist sehr flexibel. Aus dem Holz von verschiedenen Möbeln – von Kindertafeln, Küchenfronten, Fachböden und Türen von Kleiderschränken – hat er Kisten zusammen geschreinert, die man als mobile Arbeitsplätze, Sitzgelegenheiten oder auch als Regale benutzen kann. So entstehen aus Teilen von ausrangierten Möbeln neue Möbel.
Wir danken der Recyclingbörse für die Fotos der Gewinnerentwürfe



der Rubrik Reportage



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