Kaffee der ultimative Energiekick? Foto: Sophie Engels/ www.jugendfotos.de

Schon der erste Kaffee am Morgen soll ihn uns verschaffen: den Energiekick, um erfolgreich in den Tag zu starten. Strom aus der Steckdose toastet unser Brot, das uns dann über die ersten Schulstunden bringen soll. Drei Arten Energie, schon bevor wir überhaupt das Haus verlassen haben! Und obwohl wir dreimal von Energie sprechen, haben sie alle unterschiedliche Wirkmechanismen und Funktionen.

Energie aus Kaffee? Stimmt nicht!

Kaffee zum Beispiel liefert uns eigentlich gar keine Energie, die wir wirklich umsetzen können. Stattdessen gibt er manchem von uns überhaupt erst die Möglichkeit, zu arbeiten: Er macht uns wach. Indem er den Blutdruck im Gehirn leicht erhöht und Reserven mobilisiert, haben wir das Gefühl, leistungsstärker und aufmerksamer zu sein. Energy-Drinks funktionieren ganz ähnlich. Bei ihnen kommt aber noch ein großer, wenn auch nur kurzfristig wirksamer, Energielieferant dazu: Zucker. Mit 160 Litern Kaffee im Jahr pro Person liegt Deutschland auf dem siebten Platz des Welt-Kaffee-Konsums. Diese vier Tassen pro Tag müssen natürlich erst mal gekocht werden. Zusammen mit Toastern, Weckern, Föns und heißen Duschen führt dann die Kaffeemaschine am frühen Morgen zur ersten sogenannten Verbrauchsspitze des Tages. So nennen Stromkonzerne die Tageszeiten, in denen besonders viel Strom auf einmal abgefragt wird.

Kerzenlicht: Schlecht für die Augen, aber gut für die Stromrechnung.
Foto: Frank Grätz

Doch dabei bleibt es noch lange nicht: Der durchschnittliche Verbrauch an Primärenergie – also Energie aus natürlichen Quellen wie Erdöl und Erdgas – liegt bei uns Deutschen bei 60.000 Kilowattstunden pro Person im Jahr. Schon mit einer Kilowattstunde kann man einen Laptop 50 Stunden laufen lassen. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Arbeit, die ein Mensch in einem Jahr durch beispielsweise seine Muskelkraft verrichtet, ist äquivalent zu 100 Kilowattstunden! Um diese außerordentliche Leistung zu vollbringen, verbraucht er jedoch auch 1000 Kilowattstunden durch Nahrung und Getränke.

Selbst ohne Anstrengung verbrauchen wir Energie

Aber wozu benutzt unser Körper diese Energie genau? Dass wir beim Fußballspiel oder auf dem Weg zur Schule Energie verbrauchen, liegt nahe. Alles, was wir aufgrund unserer Tätigkeiten verbrennen, wird Leistungsumsatz genannt und in Kalorien gemessen. Für einen 20-Jährigen, der viel im Sitzen arbeitet, in seiner Freizeit aber regelmäßig Sport macht, sind das etwa 1200 Kilokalorien – so viel steckt zum Beispiel in fünf Schokoriegeln. Wer nachmittags noch die Hecke schneidet oder klettern geht, verbraucht dann natürlich mehr.

Zusätzlich dazu benötigt der Körper Energie, um seine Temperatur bei etwa 37 Grad Celsius zu halten, um zu wachsen, körperinterne Prozesse zu steuern und Organe wie unser Gehirn stetig am Laufen zu halten. Deshalb kommen noch zwischen 1200 und 2000 Kilokalorien sogenannter Grundumsatz dazu – die genaue Höhe richtet sich nach Geschlecht und Alter. Dieser Grundumsatz fällt immer an. Auch, wenn wir den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen würden.

2200 Kilokalorien Tagesbedarf – her mit den Süßigkeiten?!

Kann ich jetzt also meine persönlichen 2200 Kilokalorien Tagesbedarf mit 440 Salzstangen oder 314 Gummibärchen decken? Leider nein, denn das Geheimnis, das uns schon Grundschullehrer mit der Nahrungspyramide näher bringen wollten, heißt Vielfältigkeit.


Auch wenn’s schwer fällt: Eier und Fleisch sollte man nicht jeden Tag essen.
Grafik: Simon Walter

Obwohl unser Körper viele Nährstoffe umwandeln kann, wird er aus Nachos mit Käse keinen Waschbrettbauch oder sonstige Fitness zaubern können. Deshalb ist es wichtig, nicht nur den richtigen Cocktail aus Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten zu essen, sondern auch Vitamine und Spurenelemente, die der Körper nicht selbst herstellen kann, auf den Teller zu bringen.

Doch der Selbstversuch zeigt: Es ist gar nicht so einfach, bei der Energiezufuhr immer konzentriert auf die Ernährungspyramide zu schauen, während ich meine 2200 Kilokalorien zu mir nehme. Zwei Scheiben Vollkornbrot mit Käse und Schinken zum Frühstück, dazu ein Milchkaffee und Orangensaft. Doch schon hier ist Vorsicht geboten, denn der Orangensaft ist zwar voller Vitamin C, enthält aber jede Menge Fruchtzucker und damit Kalorien. Zum Mittag gibt‘s Fisch mit Spinat und Nudeln – ein Gericht, das nicht nur Proteine, Gemüse und Kohlenhydrate kombiniert, sondern mit 600 Kilokalorien noch einen Vanille-Joghurt als Dessert erlaubt. Ein paar Orangensäfte und viel Wasser später ist am Abend noch Platz für einen großen Obstsalat mit Vanillesauce. Am Ende lande ich bei den erwünschten 2200 Kilokalorien und einem halbwegs ausgewogenen Tagesmenü.

Ich persönlich bezweifle, dass ich die Kalorienzählerei jeden Tag durchhalten würde. Wenn es schon schwierig ist, dem eigenen Körper bewusst Energie zuzuführen, dann ist es kein Wunder, dass Energiesparen allgemein nicht der Deutschen liebstes Hobby ist.

Dabei lohnt es sich – man muss eben nur wissen, wie es richtig geht.

Kommentare

hat mir rein garnichts geholfen
Mir auch nicht.
Ich habe mich gefragt wieviel Energie der Mensch, umgerechnet in KWh im Jahr verbraucht, die antwort habe ich schnell gefunden, sehr hilfreich.
ich wollte nur wissen welche tätigkeit am meisten energie verbraucht hat mir nix geholfen
Wir sollten als Hausaufgabe recherchieren wie viel Energie der Mensch bei verschiedenen Tätigkeiten benötigt. Dieser Text hat mir leider gar nicht weiter geholfen… Habt ihr eine Idee??
Hallo ich fiindä dat guut. Sähr hilf reich .