Acht Bundestagswahlen gab es bin heute in der Bundesrepublik Foto: pixelio/tommyS

In 60 Jahren Bundesrepublik hat es bislang sieben Bundeskanzler und eine Bundeskanzlerin gegeben. Sie haben das Land gelenkt, geordnet, ausgerichtet und dabei so manchen Staatsakt über sich ergehen lassen müssen. Schekker-Autor Gerrit hat ein paar ungewöhnliche und zum Teil eher unbekannte Momente aus dem Leben unserer Regierungschefs zusammengetragen.


Konrad Adenauer. Foto: REGIERUNGonline/Unterberg

Konrad Adenauer
(Kanzler von 1949 – 1963)

1955-1961: Immer wieder gibt es Gerüchte, Außenminister Heinrich von Brentano sei homosexuell. Auch Konrad Adenauer wird darüber regelmäßig ausgefragt, bleibt aber sehr gelassen: „Was wollen Sie denn, meine Damen und Herren, bei mir hat er es noch nicht versucht.“

Ludwig Erhard
(Kanzler von 1963 – 1966)

1965: In seiner kurzen Amtszeit muss sich der zweite Bundeskanzler und “Vater der Sozialen Marktwirtschaft” mit viel Kritik beschäftigen. Unter anderem unterzeichnen 1965 immerhin 25 deutsche Autoren ein Plädoyer für einen Regierungswechsel. Auf dem Wirtschaftstag der CDU am 9. Juli stänkert er: “Nein, so haben wir nicht gewettet. Da hört der Dichter auf, da fängt der ganz kleine Pinscher an, der in dümmster Weise kläfft!”


Kurt Georg Kiesinger. Foto: REGIERUNGonline/Wegman

Kurt Georg Kiesinger
(Kanzler von 1966 – 1969)

1968: Wegen seiner Mitgliedschaft in der NSDAP steht “Häuptling Silberzunge” permanent in der Kritik. Die Studentenbewegung sieht in dem Kanzler, übrigens dem ersten einer Großen Koalition, den Beweis für eine nicht vollzogene Entnazifizierung in Deutschland. Am 7. November kommt es zur berühmten Ohrfeige: Beim CDU-Parteitag in Berlin schlägt die Deutsch-Französin Beate Klarsfeld den Bundeskanzler ins Gesicht. Sie hatte ihn schön früher als „Nazi und Mörder“ bezeichnet.

Willy Brandt
(1969 – 1974)

1970: Das Bild ging um die Welt! Am 7. Dezember kniete Brandt in Warschau am Denkmal für die Opfer des jüdischen Ghettoaufstands nieder. Mit dieser Geste erregte der damalige Kanzler weltweit großes Aufsehen – immerhin war er selbst Verfolgter des NS-Regimes. In der Bundesrepublik stieß der sogenannte Kniefall auch auf heftige Kritik. Laut einer Blitzumfrage vom SPIEGEL hielten fast 50 Prozent der Deutschen Brandts Geste für übertrieben.


Helmut Schmidt. Foto: REGIERUNGonline/Reinek

Helmut Schmid (1974 – 1982)

1974: Noch in der Amtszeit von Willy Brandt brach die Guillaume-Affäre los und die Frauengeschichten des damaligen Kanzlers wurden in den Medien breit getreten. Helmut Schmidt hatte damals versucht, Brandt auf dem Kanzlerposten zu halten. Einmal brüllte er ihn angeblich sogar an: „Wegen dieser Lappalien kann ein Bundeskanzler sein Amt nicht aufgeben!“ Später bekundete Schmidt einmal: „Ich wollte dieses Amt nicht. Ich hatte Angst davor.“ Aber Brandt trat zurück und Helmut Schmidt sprach am 16. Mai 1974 die Eidesformel.


Helmut Kohl
(1982 – 1998)

1990: Der Kanzler mit der längsten Amtszeit aller deutschen Bundeskanzler muss sich vor allem mit der Deutschen Wiedervereinigung beschäftigen. In einer Fernsehansprache wählt er die berühmten Worte: “Durch eine gemeinsame Anstrengung wird es uns gelingen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Thüringen schon bald wieder in blühende Landschaften zu verwandeln, in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt.”


Gerhard Schröder. Foto: REGIERUNGonline/Stutterheim

Gerhard Schröder
(1998 – 2005)

1980-1986: Es ist eine berühmte Anekdote. Während seiner ersten Mitgliedschaft im Deutschen Bundestag stellt sich der JuSo-Vorsitzende Schröder nach feucht-fröhlicher Runde vor den Zaun des Kanzleramtes und rüttelt kurzerhand an den Gitterstäben: “Ich will hier rein!”.

Angela Merkel
(2005 – heute)

2007: In einem Interview mit der ARD spricht Angela Merkel über die Reform der Deutschen Bahn. Sie fordert alle Beteiligten auf, einen Schritt aufeinander zu zugehen und sagt: “Mit dem Kopf durch die Wand wird nicht gehen. Da siegt zum Schluss immer die Wand.”

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