Pro Contra Bedingungsloses Grundeinkommen



Zwei junge Männer, unter einem steht "Pro", über dem anderen "Contra" im Hintergrund Geldscheine

Es ist eine verführerische und viel diskutierte Idee: Jeder Bürger erhält – egal wie arm oder reich er ist – monatlich vom Staat einen bestimmten Betrag, die ihm ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Sozialleistungen fallen im Gegenzug weg. Zukunftsweisendes Modell oder nur was für Tagträumer? Schekker-Autoren Enis und Onur sind da unterschiedlicher Meinung.

Pro: Enis

„Der Mensch ist noch sehr wenig, wenn er warm wohnt und sich satt gegessen hat, aber er muss warm wohnen und satt zu essen haben, wenn sich die bessere Natur in ihm regen soll.“ Was Friedrich Schiller schon vor 200 Jahren wusste, sollten wir uns heute angesichts stetiger Prekarisierung des Arbeitsmarktes, Langzeitarbeitslosigkeit und steigenden Sozialleistungen mehr denn je vergegenwärtigen: Erst wenn unsere Existenzgrundlage gesichert ist, können wir uns selbst verwirklichen.

Dies gelingt aber nicht, wenn ich vorrangig arbeiten gehe, um (über-)leben zu können. Ich möchte einer Arbeit nachgehen, weil sie mir Spaß macht und nicht nur, um mit ihr meine Existenz zu sichern. Deshalb plädiere ich für das bedingungslose Grundeinkommen (BGE)!

Das Statistische Bundesamt bezifferte 2010 die deutschen Sozialleistungen, die u.a. für Arbeitslosen- und Wohngeld aufgewendet wurden, auf 760,6 Mrd. Euro – Tendenz steigend. Angenommen, jeder Bürger, ob Kind oder Erwachsener, bekäme pro Monat ein BGE von 900 Euro, ergäbe das 738 Mrd., also weniger, als der Staat derzeit für Sozialleistungen ausgibt. Im Klartext: Das BGE ist schon finanziert!

„Wo Arbeit nicht zur Kulturarbeit wird, wird alles zur Monokultur.“, sagt Götz W. Werner, BGE-Verfechter und „dm“-Gründer. Und das ist der Punkt: Dass das Erwerbseinkommen oberste Priorität hat, hemmt unsere „Vielfalt von Arbeit und Ideenreichtum“; eine Entkopplung von Arbeit und Grundeinkommen würde dagegen Autonomie, Kreativität und gesellschaftliche Teilhabe des Einzelnen fördern. Mehr Menschen könnten einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehen, da sie es sich mit dem BGE leisten könnten.

Es ist davon auszugehen, dass nur die wenigsten Menschen mit dem BGE allein zufrieden wären und auch weiterhin einer Arbeit nachgehen würden, aber eben einer, in der sie einen Sinn sehen. Somit ist das Argument, viele würden mit dem BGE nur noch auf der faulen Haut liegen, schlichtweg Nonsens.

Mit dem BGE könnte die alleinerziehende Mutter eine Teilzeitbeschäftigung ausüben und die Krankenschwester nebenbei ehrenamtlich tätig sein. Wollen wir uns und unser Leben nicht alle bedingungslos selbst bestimmen?

Contra: Onur

Die Utopie des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) ist bei besserem Hinsehen eine kostspielige und vor allem sozial schädliche Angelegenheit. Zugunsten des Grundeinkommens wird oft eingewendet, dass es die Armut besiege. Dieses Argument ist aber zu kurz gegriffen. In Industrieländern ist Armut eine relative Größe. In Deutschland wird niemand an Hunger sterben, hier beträgt die Armutsgrenze 940 Euro. Um also die Armut zu bekämpfen, müsste das Grundeinkommen deutlich höher liegen – nur um die finanzielle Dimension zu verdeutlichen, um die es in der Diskussion geht.

Die Armutsgrenze dient als Richtwert zur Berechnung des Grundeinkommens, wobei sie sich an den Einkommen orientiert. Da diese in einer dynamischen Wirtschaft steigen, muss das Grundeinkommen im selben Takt erhöht werden. Der Teufelskreis der daraus entstehenden Kosten ist absehbar.

Für viele Menschen ist die tägliche Arbeit ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Zum einen gehen Sie ihr nach, um Geld zu verdienen und zum anderen strukturiert sie den Tag. Das bedingungslose Grundeinkommen würde diese Struktur zerstören, da der Zwang und somit auch der disziplinierende Faktor, den die Arbeit mit sich bringt, wegfallen würde.

Sicherlich würde das Grundeinkommen von vielen genutzt werden, die wohl keiner geregelten (und bezahlten) Arbeit mehr nachgehen würden. Dies hätte zur Konsequenz, dass unsere Wirtschaft nicht mehr so produktiv wäre. Unter den höheren Preisen, die die Folge wären, hätten wir alle zu leiden.

Das Grundeinkommen könnte dazu verführen, sich nicht mehr fortzubilden und gleichzeitig Leistungen vom Staat zu beziehen, ohne im Gegenzug etwas dafür zu leisten. Diejenigen, die arbeiten, würden also auch diejenigen mit finanzieren, die der Gesellschaft nichts zurückgeben. Gerecht ist das nicht. Die Gesellschaft würde gespaltet werden, in jene, die nur Grundeinkommen kassieren und jene, die es bezahlen.

Letztendliche würde das Grundeinkommen mehr Probleme schaffen als lösen. Anstatt immer auf den Staat vertrauen sollten wir mündige und unabhängige Individuen sein.

Kommentare

Jeder Mensch sollte ein bedingungsloses Grundeinkommen haben. Und es wird kommen. In Onurs Contra sind Denkansätze aus der Vergangenheit enthalten, unter denen wir heute zu leiden haben und die uns alle zunehmend unserer Menschenwürde berauben. In letzter Konsequenz führt solches Denken zur Vernichtung von Menschenleben. Für eine bessere Zukunft brauchen alle Menschen auf der Welt ein BGE. Wir sollten nicht erst auf Brasilien oder Alaska schauen, wir sollten jetzt in der EU, jetzt in Deutschland damit beginnen.


Und, leider sind da viele aus den Eliten, denen ist es scheißegal wie es ihren Mitmenschen ergeht, wenns nur ihnen selbst gut geht. Diese sollten endlich mal vernünftig zu denken beginnen, zum Beispiel daß auch sie eines Tages sterben müssen und daß alle Menschen nur diese eine Welt zum Leben haben. Vielleicht entdecken Sie dann, daß sie die Macht haben, für eine bessere Zukunft zu kämpfen anstatt ihre Leben mit Fressen, Saufen, Hurerei und der Unterdrückung ihrer Mitmenschen zu vergeuden.


Nicht alleine die Eliten sind das Problem, es ist allgemein das "Ich habe mehr und werde es behalten". Wie schon im Pro geschildert, eröffnet das Grundeinkommen einen Ansatz in Richtung persönlicher Entfaltung – etwas, das niemandem recht sein kann, der auf Profit aus ist. Denn diese Weiterentwicklung bedeutet, dass Druckfaktoren durch bessere Information und persönliche Reflexion wegfallen. Das Zeitalter einer neuen Art von Aufklärung, könnte man sagen.
Mündig und unabhängig kann nur sein, wer Zeit und Raum zum Erkennen und Nachdenken hat. Und diese Möglichkeit fällt nahezu vollständig weg, wenn man nach der Arbeit die Cents umdreht und nicht weiß, wie man bis zum Ende des Monats mit dem Geld auskommen soll.

sehr schön formuliert, bin ganz deiner Meinung! Nur wer nachdenkt kann etwas bewegen und verändern.


>>Wie schon im Pro geschildert, eröffnet das Grundeinkommen einen Ansatz in Richtung persönlicher Entfaltung<< Das trifft nur auf die zu, die sich schon von Anfang an mit ihren persönlichen Interessen beschäftigt haben und es auch trainierten. Für viele andere werden eher die Gedanken kommen: "Geil! Jetzt muss ich nicht mehr den Bürojob machen und werde ein Superstar!" oder "Geil! Jetzt muss ich mich nicht mehr jeden Tag zur Fleischerei schleppen! Jetzt kann ich zuhause bleiben, zocken und ausschlafen!" oder wahlweise auch "Geil! Jetzt muss ich die Schule nicht mehr besuchen. Kindergeld ahoi!" Polemisch? Ist aber leider die graue Realität…
Von der Redaktion abgeändert

man wird verstärkt arbeiten gehen, weil sich nun auch geringverdiener einen urlaub leisten könnten, oder ein neues auto, weil eben geringverdiener sich mehr leisten werden können. und diejenigen, die jetzt hartz4 beziehen und weiterhin keine arbeit bekommen werden sich wohler fühlen und womöglich ehrenamtlich mehr engagieren. natürlich wird es auch menschen geben, die gar nichts zurück geben. aber es werden auf keinen fall mehr sein als jetzt, eher weniger.

Mit BGE in ethisch anständiger Höhe scheiden zwar Leute aus der Erwerbsarbeit aus. Aber motivierte, produktive Personen bleiben. Und es kommen motivierte Arbeitssuchende hinzu. So wird unsere Wirtschaft – entgegen dem Contra – produktiver und wettbewerbsfähiger. Leute, die hauptsächlich die erreichte Position verteidigen oder mit Quatscherei die Anderen von der Arbeit abhalten, können gehen.

>>Mit BGE in ethisch anständiger Höhe scheiden zwar Leute aus der Erwerbsarbeit aus. Aber motivierte, produktive Personen bleiben.<<
Das ist nur teilweise richtig. Hier ist die entscheidende Frage WIEVIELE dort in ihre alte Arbeitsstelle bleiben werden und WIEVIELE dort hinzukommen. Oder glauben sie wirklich, dass Putzfrau, Fleischer, Büroarbeiter, Alterpfleger und Co. zu den Wunschberufen gehören? Ein Mitglied aus meiner Familie würde seinen Berufam liebsten SOFORT hinschmeißen, wenn er könnte, und zuhause bleiben. Er hasst nähmlich seinen Beruf und beneidet jeden Arbeitslosen um ihre schöne Zeit.(Das ist seine Meinung, nicht meine. Ich kann sehr wohl zwischen den Willigen und Unwilligen unterscheiden.) Dieser ist auch schon viel zu alt, um sich in eine neue Berufsrichtung zu orientieren.
>>Und es kommen motivierte Arbeitssuchende hinzu. So wird unsere Wirtschaft – entgegen dem Contra – produktiver und wettbewerbsfähiger.<< Ich hab schon in einen anderen Kommentar erklärt, dass es eher zur Katastrophe führt, wenn ohne finanzielle Hemmschwelle nun ganz Deutschland zu DSDS und Co. geht und nur Quatsch macht. Erst wenn es keine Leute mehr gibt, die die "Superstars" stilt, ihren Dreck hinterherräumt und den roten Teppich ausrollt werden die Deutschen VIELLEICHT wieder vernünftig. Aber nur vielleicht.

Das ist richtig, diese Frage stellt sich, vorallem im Niedriglohnsektor, wo die umgangspr. "Drecksarbeit" geleistet wird/werden muss?
Das mit den Berufsbeispielen ist mir viel zu allgemein gesagt… genauso wie sicherlich viele sagen werden "Geil, endlich diesen sch… (Metzgerjob) kündigen und (Gärtner) werden." werden andere wiederum sagen "Geil, endlich diesen sch… (Gärtnerjob) künigen und (Metzger) werden." (Berufsbeispiele).
Zudem sollte man die Vielfältigkeit der Intressen und Verwirklichungsgedanken der Menschen nicht unterschätzen ! Ich kenne persönlich Leute, die ihr Informatikstudium abgebrochen haben um METZGER zu werden/lernen… Zudem könnten schon jetzt, sogar mit Gewinnoptimierung, viele "ungeliebten" Arbeitsplätze evtl. Putzfrau und Fließbandarbeit weiter rationalisiert und modernisiert werden, durch Maschinenarbeit, doch aufgrund der angestrebten Vollbeschäftigung werden diese Unternehmen vom Staat subventioniert, um den Menschen der Maschine weiterhin vorzuziehen und die Arbeitsplätze zu behalten… aber das wird bei fortschreitender technischer Entwicklung nicht mehr lange so gut gehen !
Zudem ist die Idee des BGE die Menschen von der ständig einwirkenden Existenzangst zu befreien und somit mehr Freiraum für Kreativität und Ideen zu schaffen, so entdeckt der Metzger, der Bürokaufmann/frau, ja vielleicht sogar der Altenpfleger und die Putzfrau ganz neue Facetten in seinem/ihrem Berufsfeld, welche zu einer innovativen Entwicklung beitragen, wer weiß…
Noch ein Beispiel, was können nicht maschinen heute alles schon, wofür manche Menschen sich immernoch quälen nur um ihre Existenz zu sichern. So fahren z.B. in Nürnberg schon seit 5 Jahren mehrere UBahn Linien ohne Fahrer ! und auch Putzroboter gibt es schon, so z.B. Staubsaugroboter, die die Putzfrau zwar noch nicht komplett ablösen können, dieser aber auf jeden Fall humanere und fairer bezahlte Arbeitszeiten zusichern könnten…
Zu deinem Verwandten frage ich mich: wenn er seine arbeit so sch… findet und die heutigen Arbeitslosen so beneidet für ihr angenehmes leben, warum schemißt er dann nicht einfach hin und gibt einem motivierten, willigen Arbeitssuchenden die Chance einen Beruf auszuüben, der ihm vll. mehr Spaß macht, als deinem Verwandten ? Dein Verandter könnte das Leben leben, welches er sich anscheinend wünscht? und alle wären glücklich… Frag ihn das dochmal bitte von mir 😉 sollte er antworten, er müsse das tun um seine Existenz zu sichern, so erläuter ihm doch bitte das Konzept, des bedingungslosen Grundeinkommens, denn dann kann er eigentlich nur Befürworter dieses Systems sein 😀
Klar viele stellen sich das Leben ohne Arbeit und mit ausreichend Geld schon, als ausreichend und befriedigend vor. Die Natur des Menschen zeigt jedoch, dass dieser immer das bestreben hat sich zu Verwirklichen, sich Einzubringen und aktiv zu sein und auch dein Verwandter würde sich nach 1-2 Jahren Beine hochlegen, so sehr langweilen, dass er den natürlichen Antrieb entwickeln würde, wieder einer sinnvollen und nützlichen Betätigung nachzukommen, ich wette darauf !
Sog. Sozialschmarotzer wird es wahrscheinlich in jedem System geben, wobei ich noch nie einen gesehen oder kennengelernt habe. Ich denke wenn ein Mensch wirklich nur chillt und nichts tut, bewirken dies tiefere Probleme als stumpfe Faulheit (ist meine These).
Ich könnte mir vorstellen, dass durch ein BGE die Kreativität der menschen förmlich übersprudelt und sich völlig neue Inovative Berufsfelder entwicklen, in welcher evtl. auch dein Verwandter einen Platz in der Arbeitswelt finden könnte, vll. ist er ja auch dann noch Gründer eines solchen Berufs(feldes) 🙂
Eine Frage noch an dich: Was würdest du tun wenn für dein Grundeinkommen gesorgt wäre, würdest du weiterarbeiten oder dich eher auf die faule Haut legen, bzw. eine Pause einlegen (Urlaub), arbeit reduzieren, umschulen, anderweitig weiterbilden, oder im aktuellen Beruf weitermachen ?
und Was denkst du würden andere machen ?
LG quintonkemen

Wenn Armut eine relative Sache ist, dann kann man sich mal fragen, warum bei den Relationen, also der Einkommenstatistik die monatlichen Einkommen von rund 1Mio Haushalten, die über 18.000€/monat liegen, außen vor gelassen werden. Wie würde sich die Armutsgrenze verschieben, wenn man diese Einkommen mit berücksichtigt? Wie wird die Bevölkerung reagieren?

Die Armut in Deutschland ist relativ. (Wenn überhaupt.) Und das macht sich nicht an Zahlen, sondern an das was man Allgemein hat fest.
Jeder Deutscher hat ein Computer mit Internetzugang, ein Fernseher, Kleidung, eine beheizte Wohnung und ausreichend(machmal auch zuviel) Nahrung zu Verfügung. Es mag zwar abgedroschen und mehrfach wiederholt klingen, aber: Jeder hungerde Afrikabewohner würde nur den Kopf schütteln über den übergewichtigen Deutschen, der von ein wenig Computertippen Burnout bekommt und depressiv wird, nur weil sein neustes I-Phone 7.8-R2D2 nicht gekommen ist. Sorry für die Polemik, aber das eine Zusammenfassung für die Außenwirkung der deutschen Bevölkerung auf die restliche Welt.
Bestimmt wird noch einer von "Ja, aber man kann sich kein Theather, etc. leisten!" Ähm, Hallo? Theaterbesuch und Co. sind ein LUXUSgut. Versteht ihr? LUXUS! Wenn ich mir also locker einen Theaterbesuch leisten kann, dann bin ich nicht arm sondern reich. Das ist der kleine aber feine Unterschied.
Der Begriff "relative Armut" sollte endlich abschafft werden. Es gibt nur arm (ich habe garnichts), normal (ich habe die Standarts) und reich (ich habe alles).

theater wird vom staat finanziert durch steuern erhalten deshalb sollte es allen als transferleistung zur verfügung stehen, so bin ich dann reich, wenn ich als armer einen kulturpass habe, der mir ermöglicht kostenlos das theater zu besuchen http://www.kunsthunger-ooe.at/

Ich weiß, dass dem Harzer Schwimmhalle, Theater und Co. finanziert wird. Und GENAU DESHALB ist es KEINE Armut!
Also weshalb das Gejammer?

Meiner Meinung nach – ich mache selbst schon lange Theater und habe, dass große Glück auch damit etwas Geld zu verdienen – ich finde nicht, dass Theater als Luxusgut angesehen werden darf. Ich glaube, da fängt der Knackpunkt schon an. Was hat wieviel wert und was keinen. Theater ist kein Luxus – Theater ist für all, ob dicke Hose oder nicht – ob Zuschauer oder Schauspieler, ob Bühnenaufbauer, Techniker, Handwerker.
Pardon, nicht viel zum Grundeinkommen aber ein wenig was zum Grund.

Egal was in den Medien, in Sozialnetzwerken geschrieben steht, ein BGE kann und wird nie funktionieren.
Dafür gibt es mehrere Gründe.
1. Geld, aus sich heraus, hat keinen eigenen Wert, sondern repräsentiert nur einen fremden Wert, zum Beispiel den Wert, der hinter einer Ernte steht. Das heißt aber, die Aussaat, wie auch die Ernte als Leistung, muss geschaffen worden sein und kann nicht durch ein BGE ersetzt werden. Geld repräsentiert den Wert einer Schweineschlachtung, kann aber die Schweineschlachtung selbst nicht ersetzen.
2. Es steht hinter dem Wert Geld immer eine Gegenleistung dahinter. Steht, wie z.B. bei dem Arbeitslosengeld, keine Gegenleistung hinter dem Geld, müssen andere diese Gegenleistung erschaffen. Jemand muss für den, der keine Arbeit hat oder aus welchem Grund auch immer, nicht arbeitet, mit arbeiten.
3. Es gibt kein Grundrecht auf ein Grundeinkommen. Es gibt kein Recht, vom Staat ein Grundeinkommen zu fordern. Ist der Staat nichts anderes, als der legislative, judikative und exekutive Zusammenhalt unserer Gesellschaft, geht die Forderung an ein BGE an die Gesellschaft über, und da jeder von uns ein Teil der Gesellschaft ist, in erster Linie an jeden Einzelnen selbst.

100% Zustimmung! Leider werden es die begriffstutzigen BGE-Befürworter nicht begreifen…

das ist wohl sehr einfach ausgedrückt.da hat wohl einer angst vor dem bge? und was der schreiber davor geschrieben hat ist doch auch nicht mehr so(leider) geld und gegenwert.hätten wir sonst diese perversen geldmärkte??? die könnte man in diesem zuge gleich mit abschaffen. mal drüber nachdenken, wir befürworter des bge ist nicht blöde!!!!!!!

"wir befürworter des bge ist nicht blöde!!!!!!!" Getroffene Hunde bellen am lautesten, was? Sorry, nichts gegen dich. Ich kenn dich ja nicht , aber ich sage ja nur wie es ist. Sicher, in dem Markt geht heutzutage einiges schief und ist stellenweise ziemlich auch ziemlich unfair. Aber das war auch schon vorher so. Und komischerweise gab es in Zeiten, wo das Geld (und noch früher zusätzlich die Kirche) einen noch stärkeren Einfluss hatte, trotzdem Künstler, Forscher, Entdecker, usw., die die Gesellschaft vorangebracht haben. Wer also Talent und Durchhaltevermögen besitzt, beißt sich schon durch den Markt durch.
Wie viele BGE-Befürworter widerlegt du nicht so wirklich die Kritikpunkte. Sie gehen immer in Richtung böser böser Chef, böser böser Markt, etc.
Wie wärs wenn du mal wirklich auf meine in den Kommentaren beschriebenen Kritikpunkte eingehen würdest?
(P.S.: Deine Aussagen werden nicht richtiger, wenn du Tausend Ausrufe- und Fragezeichen einfügst.)

Hallo ich bin Hugo, ich möchte mal wissen warum nicht alle Menschen millionäre sein können? mann hätte genug Geld für alles. man kann sich so viel kaufen wie man will. Krieg würde es nicht mehr geben weil keiner mehr Neidisch auf jemanden ist. deswegen will ich dass jeder so viel geld hat wie er will.

Ähm, weil es am sonsten zu Inflation führt? (Wegen Gelddruck und so.) Aber von was hab ich denn schon ’ne Ahnung? In der Welt des BGE ist jeder hochbegabt, künstlerisch talentiert und hat sich seine Fähigkeiten ÜBERHAUPTNICHT einbildet. Denn ist auch jetzt schon GANZ BESTIMMT nicht der Fall…
Und die BGE-Bezieher würde überhaupt garnicht auf die Idee kommen zuhause zu bleiben, nie mehr zu Schule zu gehen und wahllos Kinder zu produzieren, nicht wahr?

he realist, was glaubst du eigentlich wer die befürworter des bge sind? ich war eine zeit lang als ehrenamtlicher jugendtrainer in einen vorortverein tätig, wenn nicht der arbeitgeber das druckmittel gehabt hätte (flexibel flexibel)(dann ein bisschen mehr geld)(wegen 2 kindern die ja auch wünsche haben) dann könnte ich heute noch jugendarbeit machen, und da es vielen kumpels genauso ging hat der verein den anschluß verpasst und steht vor dem aus.jetzt rate mal was die kids machen die jetzt nicht zum fußbal gehen???????????

"jetzt rate mal was die kids machen die jetzt nicht zum fußbal gehen???????????"
Meinst du Kriminalität? Das zeigt dann eher den Charakter solche Jugendliche, wenn sie auf einen solchen Schwachsinn kommen. Ich geh doch auch nicht jemanden abstechen, nur weil ich heute nicht an der Xbox daddeln durfte…

Von allen Argumenten, die bei der BGE-Diskussion fallen, entlarvt vorallem das typische Pro-Argument "Durch BGE werden alle kreativ und sind dann Künstler." die dumm-naive Sichtweise der Befürworter.
Damit die BGE-Befürworter mich nicht missverstehen:
Natürlich sieht Niemand (auch nicht die härtesten Kritiker) die Kunst als etwas schlechtes an. Oder betrachtet den Künstlerberuf als etwas minderwertiges. Aber hier folgt ein ABER!
ABER solange die Möchtegernkünstler es ernst meinen UND auch talentiert sind. Dazu kommt noch die Frage, was diese Leute genau unter "künstlerische Tätigkeit" verstehen. Ein Buch zu schreiben, ein Gemälde zu malen oder ähnliches hat aus meiner Sicht einen ganz anderen Stellenwert als das Vorhaben "Ich geh zu DSDS und werde ein Superstar!". Damit kommen wir auch schon zum nächsten Problem: Der Begriff "Künstler" ist inzwischen so dehnbar und ekelhaft inflationär geworden, dass sich dahinter jede exbeliebige Depp dahinter verstecken kann. Die machen irgendein Mist und behaupten dass sei Kunst. Und bevor einer meckert: Selbst in der abstrakten Kunst oder im Surrealismus kann man erkennen ob ein Künstler sich Mühe gegeben und was dabei gedacht hat oder eher der Denkweise folgte: "So, ich kipp mal den Mülleimer aus oder nimm ein schwarzes Quadrat und suche nach einen Idioten, der es mir für mehrere Millionen abkauft." Hinschwerend kommt noch ein weiterer Punkt hinzu:
Wenn man sich in WWW umschaut, Gespräche folgt oder Fernsehen schaut, erkennt man das ein Großteil ein allgemein verzerrtes Verständnis von Kunst haben und denken Kunst = wenig machen + viel Geld. Der Gedanke, dass man selbst in einen kreativen Beruf sich anstrengen bzw. als Künstler Durchhaltevermögen zeigen muss, existiert bei den Meisten nicht. Wie kann man sich den sonst die vielen Pseudokünstler in den verschiedenen Bereichen (vor allem in den ganzen Castingshows) erklären, die nicht nur mangelndes Talent zeigen, sondern auch großkotzig daherreden, so als ob sie schon megaberühmt sind und die Welt erobert hätten?
Bestimmt werden jetzt viele behaupten, dass durch den finanziellen Druck von heute die Künstler sich nicht frei entfalten können und blablabla…
Das ist interessant. Denn ich bin zwar nicht der Weltbeste in Geschichte, aber wie konnten dann Mozart, Picasso, Goethe und die ganzen anderen alten Künstler existieren? Wo komischerweise das böse böse Geld eine NOCH VIEL Rolle damals gespielt hat? Vielleicht… weil sie so etwas wie… TALENT hatten?
Die RISIKEN in Kauf genohmen hatten? Sich MÜHE gegeben hatten? Die KONSEQUENZEN damals ERTRAGEN haben? Diese Vermutungen sind bestimmt gggaaaaaannnnz abwegig für die BGE-Befürworter.
Sogesehen:
Künstler –> ja, aber nur wenn er KANN und WILL
BGE –> auf gar keinen Fall! (Und nur wenn man Deutschland komplett umerzieht und die Bildung so gestalltet, dass die Kiddies im späteren von den Gedanken "Superstar und dann reich und berühmt" wegkommen.


Ach ja, und bevor noch einer damit kommt:
Nein, ich würde für ein bedingungsloses Grundeinkommen garantiert NICHT arbeiten.
Um ehrlich zu sein würde es mir die leidige Ausbildungssuche ersparen, bei dem die Aussichten auf einen Traumjob sowieso scheiße gering sind. Ja, es gibt sie: die faulen Asozialen. Und ohne den Druck von außen würde ich mich wahrscheinlich garnicht mehr rühren, und das würde für viele andere genauso ergehen (wenn sie nicht schon zu DSDS gehen).


Contra:
Ich würde, wenn es tatsächlich ein Grundeinkommen in dieser Höhe geben würde, ganz gezielt nicht arbeiten, um genau diesen ungerechten Schawchsinn zu sabotieren! Das mit dem Grundeinkommen, wenn es gerecht zugehen soll, kann nur dann funktionieren, wenn auch jeder bereit ist, eine gewisse Zeit des Tages für das Allgemeinwohl zu arbeiten. Das wiederum ist reine Utopie. Und wenn jemand auf "Teufel komm raus" nicht arbeiten will, dann ist das für mich nur eine andere Art des Suizid. "Der Realist" entschuldigt stets für seine "Polemik". Völlig unnötig, denn es ist nur die Wahrheit, und keineswegs Polemik!

Anscheinend bin ich nicht der einzige Vernünftige in dem Bereich.
Es ist halt schwierig bei solchen Leuten das BGE zu kritisieren, weil sie meist nur auf zwei Arten reagieren:
Reaktion Nr.1: Abblocken. "Du hast dich garnicht mit dem BGE beschäftigt!" (Das ist Schwachsinn. Hätte ich mich garnicht mit dem BGE beschäftigt, würde ich nicht diese Punkte ansprechen.)
Oder Reaktion Nr.2 (die noch schwachsinniger und lächerlicher ist): Blüffen. "Diese Kritikpunkte kann man gaaannnz leicht widerlegen…" Komischer ist keiner, der diesen Satz gesagt hat, wirklich näher darauf eingegangen. Sie beharren nur darauf, dass die Kritik widerlegbar ist, ohne wirklich Beweise dafür vorzulegen. (Fehlen ihnen doch die Argumente?)
Sich mit einen BGE-Befürworter zu unterhalten gleicht meist dem Versuch einen Zweijährigen zu erklären, dass der Weinachtsmann nicht existiert.

Contra:
Angeblich gerechtere Bezahlung der Gehälter? Ich lach mich kaputt! Gerechte Bezahlung aus wessen Sichtweise? Werte werden geschaffen, sie kommen nicht aus dem Nichts. Wenn ich einen Fernseher baue, und diesen dem gebe, der nichts tut, bekomme ich auch nichts zurück, um davon leben zu können. Ich muss also zwei Fernseher bauen (nein, eigentlich drei, denn ich brauche ja auch einen), und zumindest den zweiten dem geben, der bereit war, auf seinem Feld zu säen und zu ernten, um mir Brot und Gemüse für den Fernsehen anzubieten. Und jetzt meine Frage: Aus welchem Grund sollte ich für den Arbeitsunwilligen meine Zeit verschwenden?
Auch ich bin für eine gerechte Bezahlung der Gehälter. Aber der Weg über das "Recht" für ein Grundeinkommen, ist ist ein Weg um die Arbeitenden massiv zu benachteiligen. Und wer das nicht sieht, der sollte sein Sozialbewustsein gründlich überdenken. Eine gerechtere Bezahlung der Gehälter kann man nicht erreichen, indem man schon wieder den Arbeitern an die Tasche geht, sondern die Beträge freimacht, die bereits jetzt von Arbeitern erwirtschaftet werden und in Taschen wandern, wo sie nichts zu suchen haben. Mit anderen Worten, bedingugnsloses Grundeinkommen bedeutet: Die Taschen, in denen mein erarbeitetes Geld verschwindet, werden sich in Zukunft vervielfachen.

hallo contra die taschen in die dein geld verschwindet sind nicht die der harzer sonder die der mega reichen, aber dir ist es wohl lieber du gibst denen das geld, die dir das geld für material(zum fernseher bauen) geben und fürs nix tun mächtig zinsen aufschlagen???????????????????????????????????

Ihm/ihr ist schon sicherlich bewusst, dass das Geld auch bei den Megareichen verschwindet. Im Grunde genommen verschwindet das Geld der Bürger an vielen Stellen: Harzer, Reiche, Politiker, Großbauprojekte… Aber nur weil es ein paar reiche Schmarotzer gibt und viele andere Leute gibt, die auf gut Deutsch Scheiße bauen, soll man doch deshalb nicht die vielen "armen" Schmarotzer ignorieren, oder?
Dieser Standartsatz: "Es gibt aber auch reiche Schmarotzer!" ist nichts als eine billige Entschuldigung und bringt uns keinen Schritt weiter an der Lösung des Problems Sozialbetrug im Deutschland.
Bei einem BGE würden sich die Anzahl der Sozialbetrüge mindestens verdreifachen, eine enorme Belastung der Staatskasse entstehen (Deutschland ist jetzt schon hoch verschuldet, übrigens), die Produktion schrumpfen und ein multipler Größenwahn in Form von schlechten Schauspielern, Sängern und eingebildeten Künstlern durch das Land ziehen bis der Staat zusammenbricht und dann am Ende Verhältnisse wie im Rumänien herrschen, weil es gar keine Kohle mehr gibt um sich überhaupt ein Schuh zu leisten.

Und damit keiner mich als Troll degradiert:
Dass Druck und Zwang ja angeblich sooo böse ist, haben ich und viele andere inzwischen verstanden.
Aber… WAS GENAU ist die Alternative? Welche Methoden, die GENAUSO wirkungsvoll sind, müssten wir bei einen nachgewiesenen Arbeitsfaulen anwenden, damit dieser trotz BGE arbeitet?
Und sagt bitte nicht "Lasst ihn!"! Denn sowas würden viele andere Menschen (auch mich eingeschlossen) annimieren ebenfalls faul auf der Haut zu liegen. Wenn ihr also so unbedingt euer BGE haben wollt, denkt euch gefälligst auch ein paar Vorkehrungen aus, damit die Sache nicht in die Hose geht. (Was aber im jetzigen Stand ganau das tun wird.) Beschäftigt euch bitte mit folgende Fragen: 1) Wo soll das Geld herkommen, ohne dafür zwingend andere auszubeuten? (die ganzen Finanzierungsmodelle, die ich kenne, gehen davon aus, dass das Geld endlos kommen wird) 2) Wie müsste man z.B. eine 3-Köpfige Familie mit 3000 € nichtstun dazu bringen es auch zu erwirtschaften, wenn nicht durch äußeren Zwang? 3) Wie soll die Bildung ermöglicht werden, wenn die Kiddies sich nur noch denken "Wieso Schule? Ich krieg BGE und kann in Ruhe Superstar werden!" 4) Wie soll Kreativität und Innovation stattfinden, wenn dann jeder Depp ein Buch zu schreiben bzw. einfach nur noch die falschen Leute dort hinkommen? (Sowas sorgt eher für kulturen Stillstand als das bloße Geld. Denn wenn beispielsweise nur 10 Künstler begabt sind, können sie es nicht zeigen, weil sie zwischen den Milliarden Pseudokünstlern, die in Fernsehen kommen und gehen, untergehen.) 5) Wo sollen denn bitte die ganzen Maschinen herkommen, die die Drecksarbeit ersetzen sollen, wenn dann keiner mehr Bock hat diese herzustellen? Denn vielleicht wisst ihr es nicht: Aber eine Maschine muss auch zuerst entworfen werden, dann werden die Rohstoffe rausgesucht, die Einzelteile gebaut, dann zusammengebaut und schließlich das notwendige Programm geschrieben. (Das wird aber dann schwer gehen, wenn die Arbeiter mit BGE lieber ihre Schauspielerkarriere nachgehen wollen.)

Ich soll ein Essay zum Thema BGE in D schreiben. Im Zuge meiner Recherchen bin ich auch auf diese Seite gestoßen und habe mich jetzt einige Zeit durch die Kommentare gelesen. Das BGE wird in dieser Form in den nächsten Jahrzehnten in Deutschland nicht funktionieren, jedoch nur weil Menschen wie "Der Realist" nicht bereit dafür sind. Sie suchen wie Kinder nach Fehlern im "System" die man ausnutzen kann. Die einzige Methode die sie kennen, ist der Zwang und sobald dieser wegfällt bleibt nichts, was sie antreibt.
Davor haben sie Angst, wie vor allem was "neu" ist. Der Mensch hat im Laufe der Zeit eine physische Evolution durchgemacht, die uns unser heutiges Leben ermöglicht. Diese war in dem Moment abgeschlossen, als wir lernten unsere Umgebung uns anzupassen und nicht mehr uns der Umgebung. Was jetzt folgt, ist eine kulturelle Evolution. Diese wird über kurz oder (vermutlich) lang, dazu führen, dass wir uns von den Zwängen befreien und uns bewusst werden, das es nur ein gemeinsames Leben unterschiedlicher Individuen geben kann. Ist es nicht der blanke Hohn und Rassismus, das ein Mensch unabhängig seines Intellekts, seiner Ausbildung oder Berufs mehr (Geld-)wert ist, als der andere?
Ich habe auf einer anderen Seite, ebenfalls unter einer Pro & Contra – Diskussion über das BGE einen Kommentar gelesen. Ein 50-jähriger Mann klagt sein Leid, gerade frisch arbeitslos geworden, ohne Perspektive und Hoffnung auf Besserung. Die Arbeit war das worüber er sich definierte, sein Selbstvertrauen zog, dass, was ihn antrieb eben. Jetzt da er keine Arbeit mehr hat, wird klar, was er Zeit seines Lebens versäumt hat, er hat sich nicht mit sich selbst beschäftigt, nicht auf das geachtet was IHN ausmacht. Es war nur der Zwang der ihn antrieb, zunächst in der Schule, dann in der Ausbildung und schließlich im Beruf. Im Übrigen schrieb der Mann im letzten Absatz seines Kommentares, das ihm das BGE egal sei, er habe abgeschlossen. Er ist für mich ein wunderbares Beispiel warum etwas wie ein BGE helfen könnte. Mich würde einfach interessieren, wie es diesem Menschen jetzt ginge, wenn er ein Leben ohne Zwänge geführt hätte und ich kann es nicht mit Gewissheit sagen, aber ich glaube doch, das es vielen Menschen in Deutschland so ergeht.
Es ist müßig über das BGE zu diskutieren, viel mehr ist ein grundlegendes Umdenken erforderlich und ich bitte dich "Der Realist" wenn du nicht zum Troll degradiert werden willst, dich nicht wie ein solcher zu Verhalten. Start Thinking!
"Der Kampf ums Dasein hält mich in Bewegung, sonst wäre ich faul, na ist doch klar!"

Ich bin für das BGE. Und wer sagt denn das alle Künstler werden wollen?? Ich kenne viele die in Pflege- und Krankenberufen arbeiten und völlig überfordert sind, aufgrund der wenigen Zeit die sie für die Menschen/Patienten haben und der Unterbesetzung. Soziale Berufe und Umweltschutz sind eben kein Wirtschaftsunternehmen (obwohl es schon in die Richtung geht). Das finde ich absolut traurig, das für die Menschlichkeit kein Platz mehr ist. Und dahin soll das BGE auch führen, vermute ich. Jobs die nichts taugen (wer möchte im Callcenter irgendwelchen Menschen einen Knebelvertrag aufschwatzen nur um sagen zu können juhu ich verdiene Geld, damit kann ich nicht leben). Ich lese Werbung von Banken die sagen: lassen sie ihr Geld für sich arbeiten ??? Wer hat schon mal das Geld zur Arbeit laufen sehen??? Ist das lustig? Es ist erbärmlich, dahinter stehen Menschen die sich den Arsch aufreißen womöglich unter übelsten Bedingungen und für fragwürdige Projekte. Zudem sollte man in Frage stellen für was und wen man arbeitet. Auch dafür wäre das BGE gut, um evtl. das Denken anzuregen, was wirklich zum Leben benötigt wird. Man braucht eine Bleibe, gute Nahrungsmittel, soziale Kontakte, Selbstvertrauen. Ich wäre bereit für Dinge zu arbeiten, z.B. Nahrung, damit ich weiß woher sie kommt. Nachdem alles zum Profitgeschäft mutiert ist habe ich mein Vertrauen in das System grundsätzlich verloren und würde gerne unmittelbar an Dingen mitarbeiten die mir am Herzen liegen. Wenn keiner mehr arbeiten würde gäbe es ja auch nichts mehr, also ist es sehr unwahrscheinlich, das es so kommt. Die Menschen werden sich für Dinge einsetzen (arbeiten) die sie benötigen, nicht des Geldes wegen, sondern aus Überzeugung.

>>Und wer sagt denn das alle Künstler werden wollen??<< Ich hab nicht von der gesammten Menschheit gesprochen, nur damit du mich nicht missverstehst. Ich spreche die ganze Zeit von der typisch deutschen Mentalität: "Bloß nichts machen, andere sollen’s machen, denn ich bin nur für die höheren Berufe bestimmt!", die mich langsam immer mehr aufregt. Schau dir doch die Jugend an: Smartphone, Facebook, Dsds, Saufgelage, GNTM, "Ich brauche dringend Schminke!", "Hartz 4 ist geil!",… und aus denen sollen durch BGE plötzlich intelligente, aufstrebende Künstler werden? Oder Forscher? Lehrer? Oder Leute, die Pflegekinder betreuen oder eine alte Oma pflegen? Das glaubt ihr doch selbst nicht… >>Wenn keiner mehr arbeiten würde gäbe es ja auch nichts mehr, also ist es sehr unwahrscheinlich.<< Richtig, wenn keiner mehr arbeiten würde, gebe es nichts mehr… nur viele Menschen hier kapieren es nicht. Die glauben nähmlich, dass mit BGE weiterhin Wasser fließt, Strom erzeugt wird, Regale gefüllt werden, Bücher und Zeitschriften gedruckt, CD’s gepresst und weiterhin ihre Smartphones zusammengebaut werden. Deine (angebliche) Arbeitsbereitschaft in allen Ehren, doch leider herrscht in Deutschland die Faulheit…

Lieber Realist, was macht denn in Ihren Augen den Künstler aus? Es gibt heute bereits eine Vielzahl Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, also wertschöpferisch tätig sind, und das teils unter höchst schwierigen Bedingungen! Das sind meines Erachtens Lebenskünstler, ohne für Ihre unersetzlich wertvollen Bemühungen den Lohn in Form von mehr Einkommen einzustreichen bzw. zu beziehen.
Der Satz: "Wenn niemand mehr arbeiten würde, gäbe es nichts mehr" – auch geschenkt! Damit haben Sie sich quasi selbst widerlegt, ohne offenbar auch nur eine Ahnung dessen zu erlangen. -Jeder wird unter etwelchen Verhältnissen arbeiten (es arbeitet ständig in uns beispielsweise, der ganze menschliche Organismus arbeitet genauso wie der Organismus der gesamten Natur) und je mehr er sich zuliebe arbeitet (nicht nur gedanklich-tätig), desto besser – desto mehr kommt es auch der Gesellschaft zugute.
Meines Erachtens wird sich überflüssigerweise Sorgen gemacht. Der Mensch hat zwei Hände zum Zupacken bekommen. Er wird sie ebensowenig unbenutzt lassen wie die übrigen Gliedmassen und Organe.
Im Übrigen erbrächte ein BGE von den heutigen vollkommen verschiedene Ausgangs- und somit Folgebedingungen, was ja auch die dahinterliegende Absicht ist! Selbst dasjenige, was Sie herkömmlicherweise unter Arbeit verstehen, würden die Menschen möglicherweise sehr viel bereitwilliger ausführen, wenn der ELENDIGE Zwang damit entfiele. Wenn man ihnen schlicht Vertrauen entgegenbringe würde. Im Mindesten müsste man sich selbst gegenüber einräumen, dergleichen (bis hierhin) niemals genau wissen zu können.
Auch das oft eingebrachte Argument: "Mit einem BGE würde ja niemand mehr der Arbeit nachgehen, die die Gesellschaft wirklich benötigt und dementsprechend zu zahlen bereit ist" ist einfach nicht zugkräftig genug. Kranken- und Altenpflege war schon immer höchst "angesagt" und wird zunehmend bedeutungsvoller, doch schaue sich doch bloss einer mal an, wie dergleichen Fachkräfte finanziell abgespeist werden. Durch viel Druck von oben werden die Löhne bestimmt, nicht mittels der Einverständniserklärung der Bevölkerung. So wird mit Brachialgewalt ein überall knirschendes und zerfallendes System notfürftig aufrechterhalten – und DAS, um es ausdrücklich zu sagen, hat mit produktiver Arbeit auch nicht das Geringste zu tun, sondern eher mit Dekonstruktion, mit (Werte)verfall und dergleichen mehr.
Dementsprechend wird ja in unserem Bildungssystem auch den Kindern von früh auf an jegliche Kreativität vollkommen abtrainiert, so daß phantasielose, rohe, abgestumpfte, gelangweilte und sich langweilende Gesellen übrigbleiben.
Es mag bessere Alternativen anstelle eines BGE für die Gesellschaft geben, doch merkwürdigerweise lassen uns gerade die grössten Kritiker des BGE wenig an ihrem Einfallsreichtum teilhaben. Fakt ist: So wie es jetzt um die Gesellschaft bestellt ist, fährt sie geradewegs gegen die Wand.


Nachtrag. Realist, Sie sagen in einem Satz sinngemäss, die wahren Künstler, sprich Goethe und Konsorten konnten nur in einem harten von Wettbewerb und Entbehrungen dominierten System bestehen, weil sie herausgefordert waren und die "Zähne zusammengebissen" haben.
Die Sache bei Ihrer Argumentation ist bloss leider die, dass wir die genialen Begabungen, die auch infolge ihrer Hypersensibilität an ihrem elenden Schicksal (zum Beispiel durch Armut, Ausgrenzungen) zugrundegingen, nicht mehr dazu befragen können. Nicht wenige dürften eines frühen Todes gestorben sein; jedenfalls können wir nur auf diejenigen zurückgreifen, die lange genug überlebt haben, um ihr Talent schöpferisch auszubauen. Und unerkannt geblieben könnten auch einige gewesen sein.
Nur einmal um der Vorstellungskraft ein klein wenig nachzuhelfen: Goethe war privilegiert (der im Übrigen erst im mehr müssigen Italien, vor der gestrengen deutschen Gesellschaft fliehend, einige der grössten seiner Werke hervorgebracht hatte). Mozart war – relativ – privilegiert. Lord Byron war es auf jeden Fall. Einstein wuchs in einem Elternhaus auf, das, ein Paradies aus physikalischen Wundern bedeutend durch den Arbeitsplatz des Vaters, dem Jungen zur praktischen Anschauung, zur lebendigen Inspiration gedient hatte – und Einstein hatte unglaubliches Glück mit seinem weiteren Umfeld in Bezug auf die Realitivätstheorie. Oscar Wilde war privilegiert (Vater einer der besten Ärzte seiner Zeit, die Mutter ein Gleiches im dichterischen Metier). Alfred Lord Tennyson trug den Adelstitel im Namen. Voltaires Vater war Rechtsanwalt usw usf. So könnte man die Liste endlos fortsetzen, und soviel zum Gehalt Ihrer Worte. Lediglich Francois Villon und John Keats kamen meines Wissens aus relativ bis ziemlich ärmliches Verhältnissen zu Weltruhm, wobei erst sehr viel später als die Vorgenannten. Man bedenke auch, dass John Keats noch früher an der tuberkulösen Krankheit hätte eingehen können, die selbstverständlich in ärmlichen Verhältnissen öfter und verstärkter auftrat.


Ein gewisser “Klaus” machte sich irgendwo im Netz gegen das BGE auf folgende Art und Weise Luft:
„Und wie Herr Janich richtig feststellt, würde es jede Moral untergraben. Geld und damit Eigentum hängt immer von der eigenen Arbeitsleistung ab. Wenn dies nicht der Fall ist, dann nur in drei möglichen Fällen: 1.) Lottogewinn, 2.) freiwillige Spenden anderer (wo gegen nichts einzuwenden ist, solange es freiwillig ist) und 3.) Steuern, als die Wegnahme fremden Eigentums unter Zwang.
Schon allein deshalb ist das BGE ein Hirngespinst. Und deshalb finden es Feinde der Freiheit auch so toll.“
Diese Einschätzung könnte falscher kaum sein, und ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie die Leute bedenkenlos in „Freunde“ und „Feinde der Freiheit“ einteilen, ohne auch nur den matten Abglanz einer Idee zu erlangen dessen, wie sie bereits vom System/der Gesellschaft manipuliert/konditioniert worden sind.
Es gibt nicht die absolute Freiheit, wenigstens nicht in Wirtschafts- oder sonstigen Systemen. (Schon in früheren, barbarischen Zeitaltern hat man sich höchst frei und unabhängig gewähnt.) Innerlich kann die absolute Freiheit lediglich über ein erleuchtetes Bewusstsein erlangt werden, vorher nicht.
Ein BGE würde meines Erachtens nichtsdestoweniger einen ersten Anknüpfungspunkt an relativ größere und freiere Handlungs- Denk- und Beurteilungsspielräume zu setzen ermöglichen. Nicht mehr und nicht weniger. Aber es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob man Türen verschlossen vorfindet oder man es freistellt, hindurchzuschreiten und weiterzugehen. Ob man Leuten im Hamsterrad eines Käfigs in falscher Behaglichkeit ihre Runden ablaufen lässt und ihnen eintrichtert, dies sei der ganze Kosmos oder diesen putzigen kleinen Tierchen namens Menschen vielleicht doch den Auslauf gewährt, der ihnen per Geburtsrecht zusteht. Vielleicht erwüchse den Herrscherfiguren daraus -Herrschaftszeiten! – sogar die Erkenntnis, dass der Geist nicht nur auf sie beschränkt ist.
Und nein, Geld hängt niemals nur von der eigenen Arbeitsleistung ab. Das fängt schon damit an, dass man sich der Frage zu stellen hat, in welchem Land man geboren ist. Und wie privilegiert ist man in seinem Land? Welchen Be-ruf hat man sich erwählt? Wie ist dort die Nachfrage? Welches Einkommen ist dort zu erzielen? Und sind die Renten wirklich sicher? (Ferner kann man von einem Tag auf den anderen ruiniert werden, weil man arbeitslos geworden ist,die Bank pleite gemacht, man sich verspekuliert hat, ein neuer Weltkrieg angezettelt worden ist usw. usf. Die Möglichkeiten sind endlos).
Und wenn jemand zu den sogenannten Reichen gestossen ist, ob nun durch einen Lottogewinn oder sonstwie: Muss es dafür an anderer Stelle Arme geben. Also hängen beide Seiten voneinander ab.
Doch auch selbst wenn man sich verdienstvoll in eine gut bezahlte Arbeit einbringt, stützt man sich auf die technischen wie geistigen Errungenschaften unzähliger Generationen, die einem vorangegangen sind. Einer kann nicht ohne den anderen sein, punktum.
Das schmerzt so wie grelles Licht in den Augen – ich frage mich, wie man diese einfachen Sachbestände so einfach ignorieren, ausblenden oder hinwegwischen kann.
Mit einem BGE würden wir uns wenigstens ehrlicherweise unsere gegenseitige Abhängigkeit eingestehen, gerade INDEM jedem einzelnen mehr Individualität eingeräumt wird.
Und von hier aus könnte man sich, wenn man wollte, mit mehr Erfolgsgarantie dem inneren Aufbruch hin zu größerer Bewusstheit widmen. Diese entspräche noch am ehesten der Freiheit, die so viele Leute im Munde führen und wovon doch die Wenigsten eine Kostprobe besitzen! Aber Freunde, DAS ist Arbeit. Das ist dann die wirkliche Arbeit, die erst noch bevorsteht, wenigstens auf breiter gesellschaftlicher Ebe


Wir haben eine Idee: Für Leute, die regelmäßig voll arbeiten, könnte das Grundeinkommen erhöht werden. Vielleicht um 200 € pro Monat. „Grundeinkommen plus“ sozusagen. Das würde einen weiteren Anreiz schaffen zu arbeiten, auch wenn man jeden Monat sein Grundeinkommen auf dem Konto hat.

Die Idee beim Grundeinkommen ist, dass Leute, die regelmäßig voll arbeiten (Arbeit = Alles, für das jemand bereit ist, mir Geld zu zahlen), selbstverständlich dafür auch einen Lohn bekommen und damit natürlich mehr Geld zur Verfügung haben als jemand, der sich nur mit dem BGE zufrieden gibt. Arbeit muss sich auch weiterhin lohnen!

Ich habe in diesem Blog des öfteren gelesen, man wolle nicht für diejenigen arbeiten, die "den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen". All die, die dies nicht wollen, frage ich, für wen und was sie heute arbeiten: Hartz IV Empfänger, Aufstocker und für die unzähligen unsinnigen Arbeitsmaßnahmen. Und vergessen wird dabei, dass man sich dafür "nackt ausziehen" muss, was auch noch menschenunwürdig ist. Viele würden mit Sicherheit lieber arbeiten gehen. Und warum tun sie es nicht ? Weil es nicht mehr genügend Erwerbsarbeit gibt. Wer glaubt denn noch an das Märchen, dass es "nur" noch knapp 3 Millionen Arbeitslose gibt ? Die Arbeit der Menschen wird doch immer weiter von Maschinen ersetzt werden, schon deshalb, weil man für diese keinen Lohn zahlen muss. Denn "Menschenarbeit" wird doch immer teurer: Maschinen streiken nicht, wollen auch nicht mehr Lohn und benötigen keine Sozialleisstungen. Versteht mich bitte nicht falsch. Der Mensch muss gerecht für seine Arbeit entlohnt werden, aber gerade das würde unsere Produkte exhorbitant teuer machen. Also ist ein BGE das gerechtere System. Denn jeder, wirklich jeder, hat Interessen und Talente, die er für eine Tätigkeit, die ihm Spaß macht, einsetzen würde. Und ich bin davon überzeugt, über kurz oder lang auch diejenigen, die hier im Blog behaupten, nicht mehr arbeiten zu wollen, wenn es das BGE gäbe.


Probleme entstehen immer da, wo Ungleichheit herrscht. Das populärste Beispiel ist Arm und Reich. In der heutigen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung wird es diese Ungleichheit immer geben. Ein System wie wir es heute haben schafft die Grundlage für Reichtum, Machtspiele und Krieg. Schulausbildung und mediale Massenberichterstattung inszenieren dieses System als die eine Wahrheit, die das Groß der Menschen unterstützt/lebt, gemäß dem Wahlspruch "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß". Derjenige, der nicht auffällt und sich anpasst, kann passiv leben bzw. lässt die Welt um sich herum geschehen. Ich sehe mich als Teil der Gesellschaft. Damit ist es also nicht auszuschließen, dass meine Ansichten mit dem Großteil der Gesellschaft (sodenn sie sich Gedanken darüber macht) übereinstimmen. Das würde auch bedeuten, dass das Gerechtigkeitsempfinden der Menschen stark ausgeprägt sein muss. Wann immer solche brisanten Themen diskutiert werden, zeigt sich dieses Empfinden deutlich in den Kommentaren. Cern und damit das Internet ist der Wegbereiter für mehr Aufklärung und ein sensibleres Gespür für die Realität. Der Schlüssel ist, dass sich jeder eigene kritische Gedanken macht und keinem (einschließlich diesem Kommentar) blind vertraut. Jeder muss außerdem bereit sein, auch seine eigene Meinung kritisch zu hinterfragen. Es gibt einfach nicht die eine Wahrheit. Es ist alles wesentlich differenzierter zu betrachten. Macht/Überheblichkeit wird oft hinter einem komplexen Konstrukt versteckt, das keiner versteht. Daher sollte man nicht nur differenzierter, sondern auch einfacher und für jeden verständlich diskutieren. Die Menschen sollten sich nicht von jemandem dumm verkaufen lassen, der den Anschein erweckt, etwas besseres zu sein. Damit gehe ich direkt über zu meinem Vorschlag eines gerechteren Gesellschafts- und Wirtschaftssystems: In erster Linie muss die Armut abgeschafft werden. Dafür ist das BGE sehr gut geeignet, birgt allerdings auch Risiken. So könnte z.B. der Anreiz für Tätigkeiten fehlen, die zwar notwendig aber wenig reizvoll sind. Dem könnte ein sogenanntes erweitertes BGE Abhilfe schaffen. Es muss ein ausgeklügeltes Anreizsystem geben, damit die Grundlagen (und natürlich nicht nur) einer Gesellschaft auch weiterhin bestehen können, wie z.B. die Landwirtschaft und die Infrastruktur. Dazu gehört natürlich auch, das Ansehen der entsprechenden Berufe zu erhöhen. Alle Berufe, die ein Gesellschaftssystem erst ermöglichen, müssen viel mehr geachtet und respektiert werden. Natürlich muss es Arbeit geben, die besser bezahlt wird, weil sie mehr Wert schafft, ein höheres Risiko birgt oder mehr Verantwortung trägt. Hier möchte ich meinen zweiten Punkt anführen: Reichtum muss begrenzt sein. D.h. im Entlohnungssystem muss es Obergrenzen geben. Genauso muss das Vermögen begrenzt werden. Besitzt also jemand Vermögen oberhalb einer Grenze, so kann er nicht mehr dazuverdienen. Damit ist seine Macht begrenzt mit allen Folgen. Das bedeutet auch, das Zinssystem wie wir es heute kennen muss verändert werden. Vermögen darf sich nicht durch Zinsen vermehren. Dadurch werden Vermögende zwangsweise immer vermögender. Dies ist das eigentliche Problem unserer Gesellschaft, die man z.B. in zwei Gruppen einteilen kann: Eine Gruppe arbeitet v.a. um Zinsen zu erwirtschaften (dazu gehören auch Zinsen von Schulden, die diese Gruppe nicht zu verantworten hat. Diese Zinsen stecken in den Produkten und Dienstleistungen), die andere Gruppe bekommt diese Zinsen. Nochmals: Geld arbeitet nicht für den Anleger, Kreditgeber. Geld muss von Menschen erarbeitet werden. Hinter jedem Schein steckt (sollte) eine Dienst- oder Sachleistung. Es arbeiten Menschen u.U. nur, um zu überleben. Davon profitieren Menschen, die schon genug haben. Ich weiß nicht, wie man die Ungerechtigkeit in diesem System noch deutlicher ausdrücken soll. Das Finale Statement: Auf diese Art und Weise wird Geld im Wirtschaftssystem gleichmäßiger verteilt und wird nicht gehortet, sondern befindet sich im Umlauf und unterstützt das Wachstum. Die staatliche Strukturen erfahren drastische Änderungen. Rentensysteme werden überflüssig. Die Menschen werden mehr und mehr gleich behandelt. Man kann mehr aus eigenem Antrieb und weniger der Herkunft wegen erreichen. Insgesamt würde ein Dynamik entstehen, von der niemand konkret weiß, wohin sie uns bringen wird, aber es wäre der Versuch, eine gerechtere Welt zu schaffen. Diese Ausführungen sind natürlich recht einfach und oberflächlich gehalten. Der Punkt ist, wir brauchen möglichst viele Menschen, die sich mit dem Thema objektiv auseinandersetzen und Ideen haben, eben eine bessere Diskussionskultur im Netz. Nur sogenannte "Trolle" versuchen sachliche Diskussionen und echte Ideen im Keim zu ersticken. Davon gibt es leider viel zu viele. Die öffentliche Kritik und objektive Berichterstattung versteckt sich momentan v.a. hinter der "Anonymität" des Internets oder hinter Satire und politischem Kabarett. Wer mit offenen Augen und Ohren durch die Welt spaziert wird feststellen, dass objektive Berichterstattung, Meinungsfreiheit und echte Demokratie zwar wünschenswert aber tatsächlich im Orcus der Bedeutungslosigkeit verschwunden sind bzw. nie existierten.


warum gibt es eigentlich soviele Menschen, die Angst haben von Ärmeren ausgenutzt zu werden? Wir Steuerzahler finanzieren ja nicht nur die Sozialleistungen für die die nichts haben, sondern auch die Fehler der Regierung durch falsche Planung oder – und für mich noch schlimmer – Reiche, die den Hals nicht voll kriegen und den Staat noch abzocken (vgl. Hoeneß und Steuerschlupflöcher).
Ausserdem denke ich nicht, dass der "normale" mündige Bürger an sich faul ist. Es gehört zu den Grundbedürfnissen am Arbeitsleben teilzunehmen und Teil der Gesellschaft zu sein. Klar wünscht sich so manche(r) ne Auszeit – die beim Einen länger als beim Anderen dauern mag – am Ende kommen bestimmt fast alle wieder in die Arbeitswelt zurück. Siehe auch Hausfrauen bzw. -männer, die froh sind wieder zu arbeiten. Oder Menschen die es sich ohnehin leisten könnten zuhause zu bleiben, aber trotzdem arbeiten gehen.
Ich hab eher Angst vor einer Preisspirale, die sich nach oben schraubt, wenn das Grundeinkommen eingeführt werden sollte.


Arbeit soll Spass machen und man sollte sich damit selbst verwirklichen können, ohne jeden Zwang durch Existenzangst.
Das einzige Argument, dass ich von "Contra" zählen lasse, ist der relative Wert eines BGE.
Am realistischsten wäre daher ein anfangs niedriger angesetztes BGE, z.B. 500 Euro, um die dynamische Entwertung des BGE möglichst zu umgehen.
Wichtig ist aber dann auch gleichzeitig ein gesetzlicher Mindestlohn, damit die Arbeitgeber nicht aufgrund des BGE entsprechend die Löhne senken.
Gerade Leiharbeiter verdienen z.B. trotz Vollzeit im Monat nur 1100 Euro netto.
Erst mit dem BGE von 500 Euro hätte man dann wenigstens 1600 Euro netto, was für Ledige schon erträglich wäre, aber immer noch zuwenig um eine Familie zu ernähren.
Wenn die Wirtschaft sich über das BGE beschwert, dann sollen die doch erst mal anfangen anständige Löhne zu zahlen.
Wer sich über den Mindestlohn beschwert, soll doch mal selber nur davon leben.
Ich stelle aber nebenbei auch mal fest:
Ich kenne noch das Europa mit geschlossenen Grenzen, nicht nur Richtung Ostblock.
Zu diesen Zeiten ging es dem Arbeiter besser.
Es ist auch eine Utopie eine Politik zu fahren gemäß "Offenen Grenzen" für alle.
Damit kann man nämlich ein finanzierbares BGE getrost vergessen.