Es ist eine verführerische und viel diskutierte Idee: Jeder Bürger erhält – egal wie arm oder reich er ist – monatlich vom Staat einen bestimmten Betrag, die ihm ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Sozialleistungen fallen im Gegenzug weg. Zukunftsweisendes Modell oder nur was für Tagträumer? Schekker-Autoren Enis und Onur sind da unterschiedlicher Meinung.
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Pro: Enis „Der Mensch ist noch sehr wenig, wenn er warm wohnt und sich satt gegessen hat, aber er muss warm wohnen und satt zu essen haben, wenn sich die bessere Natur in ihm regen soll.“ Was Friedrich Schiller schon vor 200 Jahren wusste, sollten wir uns heute angesichts stetiger Prekarisierung des Arbeitsmarktes, Langzeitarbeitslosigkeit und steigenden Sozialleistungen mehr denn je vergegenwärtigen: Erst wenn unsere Existenzgrundlage gesichert ist, können wir uns selbst verwirklichen. Dies gelingt aber nicht, wenn ich vorrangig arbeiten gehe, um (über-)leben zu können. Ich möchte einer Arbeit nachgehen, weil sie mir Spaß macht und nicht nur, um mit ihr meine Existenz zu sichern. Deshalb plädiere ich für das bedingungslose Grundeinkommen (BGE)! Das Statistische Bundesamt bezifferte 2010 die deutschen Sozialleistungen, die u.a. für Arbeitslosen- und Wohngeld aufgewendet wurden, auf 760,6 Mrd. Euro – Tendenz steigend. Angenommen, jeder Bürger, ob Kind oder Erwachsener, bekäme pro Monat ein BGE von 900 Euro, ergäbe das 738 Mrd., also weniger, als der Staat derzeit für Sozialleistungen ausgibt. Im Klartext: Das BGE ist schon finanziert! „Wo Arbeit nicht zur Kulturarbeit wird, wird alles zur Monokultur.“, sagt Götz W. Werner, BGE-Verfechter und „dm“-Gründer. Und das ist der Punkt: Dass das Erwerbseinkommen oberste Priorität hat, hemmt unsere „Vielfalt von Arbeit und Ideenreichtum“; eine Entkopplung von Arbeit und Grundeinkommen würde dagegen Autonomie, Kreativität und gesellschaftliche Teilhabe des Einzelnen fördern. Mehr Menschen könnten einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehen, da sie es sich mit dem BGE leisten könnten. Es ist davon auszugehen, dass nur die wenigsten Menschen mit dem BGE allein zufrieden wären und auch weiterhin einer Arbeit nachgehen würden, aber eben einer, in der sie einen Sinn sehen. Somit ist das Argument, viele würden mit dem BGE nur noch auf der faulen Haut liegen, schlichtweg Nonsens. Mit dem BGE könnte die alleinerziehende Mutter eine Teilzeitbeschäftigung ausüben und die Krankenschwester nebenbei ehrenamtlich tätig sein. Wollen wir uns und unser Leben nicht alle bedingungslos selbst bestimmen? |
Contra: Onur Die Utopie des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) ist bei besserem Hinsehen eine kostspielige und vor allem sozial schädliche Angelegenheit. Zugunsten des Grundeinkommens wird oft eingewendet, dass es die Armut besiege. Dieses Argument ist aber zu kurz gegriffen. In Industrieländern ist Armut eine relative Größe. In Deutschland wird niemand an Hunger sterben, hier beträgt die Armutsgrenze 940 Euro. Um also die Armut zu bekämpfen, müsste das Grundeinkommen deutlich höher liegen – nur um die finanzielle Dimension zu verdeutlichen, um die es in der Diskussion geht. Die Armutsgrenze dient als Richtwert zur Berechnung des Grundeinkommens, wobei sie sich an den Einkommen orientiert. Da diese in einer dynamischen Wirtschaft steigen, muss das Grundeinkommen im selben Takt erhöht werden. Der Teufelskreis der daraus entstehenden Kosten ist absehbar. Für viele Menschen ist die tägliche Arbeit ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Zum einen gehen Sie ihr nach, um Geld zu verdienen und zum anderen strukturiert sie den Tag. Das bedingungslose Grundeinkommen würde diese Struktur zerstören, da der Zwang und somit auch der disziplinierende Faktor, den die Arbeit mit sich bringt, wegfallen würde. Sicherlich würde das Grundeinkommen von vielen genutzt werden, die wohl keiner geregelten (und bezahlten) Arbeit mehr nachgehen würden. Dies hätte zur Konsequenz, dass unsere Wirtschaft nicht mehr so produktiv wäre. Unter den höheren Preisen, die die Folge wären, hätten wir alle zu leiden. Das Grundeinkommen könnte dazu verführen, sich nicht mehr fortzubilden und gleichzeitig Leistungen vom Staat zu beziehen, ohne im Gegenzug etwas dafür zu leisten. Diejenigen, die arbeiten, würden also auch diejenigen mit finanzieren, die der Gesellschaft nichts zurückgeben. Gerecht ist das nicht. Die Gesellschaft würde gespaltet werden, in jene, die nur Grundeinkommen kassieren und jene, die es bezahlen. Letztendliche würde das Grundeinkommen mehr Probleme schaffen als lösen. Anstatt immer auf den Staat vertrauen sollten wir mündige und unabhängige Individuen sein. |
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Kommentare
Mündig und unabhängig kann nur sein, wer Zeit und Raum zum Erkennen und Nachdenken hat. Und diese Möglichkeit fällt nahezu vollständig weg, wenn man nach der Arbeit die Cents umdreht und nicht weiß, wie man bis zum Ende des Monats mit dem Geld auskommen soll.
Von der Redaktion abgeändert
Das ist nur teilweise richtig. Hier ist die entscheidende Frage WIEVIELE dort in ihre alte Arbeitsstelle bleiben werden und WIEVIELE dort hinzukommen. Oder glauben sie wirklich, dass Putzfrau, Fleischer, Büroarbeiter, Alterpfleger und Co. zu den Wunschberufen gehören? Ein Mitglied aus meiner Familie würde seinen Berufam liebsten SOFORT hinschmeißen, wenn er könnte, und zuhause bleiben. Er hasst nähmlich seinen Beruf und beneidet jeden Arbeitslosen um ihre schöne Zeit.(Das ist seine Meinung, nicht meine. Ich kann sehr wohl zwischen den Willigen und Unwilligen unterscheiden.) Dieser ist auch schon viel zu alt, um sich in eine neue Berufsrichtung zu orientieren.
>>Und es kommen motivierte Arbeitssuchende hinzu. So wird unsere Wirtschaft – entgegen dem Contra – produktiver und wettbewerbsfähiger.<< Ich hab schon in einen anderen Kommentar erklärt, dass es eher zur Katastrophe führt, wenn ohne finanzielle Hemmschwelle nun ganz Deutschland zu DSDS und Co. geht und nur Quatsch macht. Erst wenn es keine Leute mehr gibt, die die "Superstars" stilt, ihren Dreck hinterherräumt und den roten Teppich ausrollt werden die Deutschen VIELLEICHT wieder vernünftig. Aber nur vielleicht.
Das mit den Berufsbeispielen ist mir viel zu allgemein gesagt… genauso wie sicherlich viele sagen werden "Geil, endlich diesen sch… (Metzgerjob) kündigen und (Gärtner) werden." werden andere wiederum sagen "Geil, endlich diesen sch… (Gärtnerjob) künigen und (Metzger) werden." (Berufsbeispiele).
Zudem sollte man die Vielfältigkeit der Intressen und Verwirklichungsgedanken der Menschen nicht unterschätzen ! Ich kenne persönlich Leute, die ihr Informatikstudium abgebrochen haben um METZGER zu werden/lernen… Zudem könnten schon jetzt, sogar mit Gewinnoptimierung, viele "ungeliebten" Arbeitsplätze evtl. Putzfrau und Fließbandarbeit weiter rationalisiert und modernisiert werden, durch Maschinenarbeit, doch aufgrund der angestrebten Vollbeschäftigung werden diese Unternehmen vom Staat subventioniert, um den Menschen der Maschine weiterhin vorzuziehen und die Arbeitsplätze zu behalten… aber das wird bei fortschreitender technischer Entwicklung nicht mehr lange so gut gehen !
Zudem ist die Idee des BGE die Menschen von der ständig einwirkenden Existenzangst zu befreien und somit mehr Freiraum für Kreativität und Ideen zu schaffen, so entdeckt der Metzger, der Bürokaufmann/frau, ja vielleicht sogar der Altenpfleger und die Putzfrau ganz neue Facetten in seinem/ihrem Berufsfeld, welche zu einer innovativen Entwicklung beitragen, wer weiß…
Noch ein Beispiel, was können nicht maschinen heute alles schon, wofür manche Menschen sich immernoch quälen nur um ihre Existenz zu sichern. So fahren z.B. in Nürnberg schon seit 5 Jahren mehrere UBahn Linien ohne Fahrer ! und auch Putzroboter gibt es schon, so z.B. Staubsaugroboter, die die Putzfrau zwar noch nicht komplett ablösen können, dieser aber auf jeden Fall humanere und fairer bezahlte Arbeitszeiten zusichern könnten…
Zu deinem Verwandten frage ich mich: wenn er seine arbeit so sch… findet und die heutigen Arbeitslosen so beneidet für ihr angenehmes leben, warum schemißt er dann nicht einfach hin und gibt einem motivierten, willigen Arbeitssuchenden die Chance einen Beruf auszuüben, der ihm vll. mehr Spaß macht, als deinem Verwandten ? Dein Verandter könnte das Leben leben, welches er sich anscheinend wünscht? und alle wären glücklich… Frag ihn das dochmal bitte von mir 😉 sollte er antworten, er müsse das tun um seine Existenz zu sichern, so erläuter ihm doch bitte das Konzept, des bedingungslosen Grundeinkommens, denn dann kann er eigentlich nur Befürworter dieses Systems sein 😀
Klar viele stellen sich das Leben ohne Arbeit und mit ausreichend Geld schon, als ausreichend und befriedigend vor. Die Natur des Menschen zeigt jedoch, dass dieser immer das bestreben hat sich zu Verwirklichen, sich Einzubringen und aktiv zu sein und auch dein Verwandter würde sich nach 1-2 Jahren Beine hochlegen, so sehr langweilen, dass er den natürlichen Antrieb entwickeln würde, wieder einer sinnvollen und nützlichen Betätigung nachzukommen, ich wette darauf !
Sog. Sozialschmarotzer wird es wahrscheinlich in jedem System geben, wobei ich noch nie einen gesehen oder kennengelernt habe. Ich denke wenn ein Mensch wirklich nur chillt und nichts tut, bewirken dies tiefere Probleme als stumpfe Faulheit (ist meine These).
Ich könnte mir vorstellen, dass durch ein BGE die Kreativität der menschen förmlich übersprudelt und sich völlig neue Inovative Berufsfelder entwicklen, in welcher evtl. auch dein Verwandter einen Platz in der Arbeitswelt finden könnte, vll. ist er ja auch dann noch Gründer eines solchen Berufs(feldes) 🙂
Eine Frage noch an dich: Was würdest du tun wenn für dein Grundeinkommen gesorgt wäre, würdest du weiterarbeiten oder dich eher auf die faule Haut legen, bzw. eine Pause einlegen (Urlaub), arbeit reduzieren, umschulen, anderweitig weiterbilden, oder im aktuellen Beruf weitermachen ?
und Was denkst du würden andere machen ?
LG quintonkemen
Jeder Deutscher hat ein Computer mit Internetzugang, ein Fernseher, Kleidung, eine beheizte Wohnung und ausreichend(machmal auch zuviel) Nahrung zu Verfügung. Es mag zwar abgedroschen und mehrfach wiederholt klingen, aber: Jeder hungerde Afrikabewohner würde nur den Kopf schütteln über den übergewichtigen Deutschen, der von ein wenig Computertippen Burnout bekommt und depressiv wird, nur weil sein neustes I-Phone 7.8-R2D2 nicht gekommen ist. Sorry für die Polemik, aber das eine Zusammenfassung für die Außenwirkung der deutschen Bevölkerung auf die restliche Welt.
Bestimmt wird noch einer von "Ja, aber man kann sich kein Theather, etc. leisten!" Ähm, Hallo? Theaterbesuch und Co. sind ein LUXUSgut. Versteht ihr? LUXUS! Wenn ich mir also locker einen Theaterbesuch leisten kann, dann bin ich nicht arm sondern reich. Das ist der kleine aber feine Unterschied.
Der Begriff "relative Armut" sollte endlich abschafft werden. Es gibt nur arm (ich habe garnichts), normal (ich habe die Standarts) und reich (ich habe alles).
Also weshalb das Gejammer?
Pardon, nicht viel zum Grundeinkommen aber ein wenig was zum Grund.
Dafür gibt es mehrere Gründe.
1. Geld, aus sich heraus, hat keinen eigenen Wert, sondern repräsentiert nur einen fremden Wert, zum Beispiel den Wert, der hinter einer Ernte steht. Das heißt aber, die Aussaat, wie auch die Ernte als Leistung, muss geschaffen worden sein und kann nicht durch ein BGE ersetzt werden. Geld repräsentiert den Wert einer Schweineschlachtung, kann aber die Schweineschlachtung selbst nicht ersetzen.
2. Es steht hinter dem Wert Geld immer eine Gegenleistung dahinter. Steht, wie z.B. bei dem Arbeitslosengeld, keine Gegenleistung hinter dem Geld, müssen andere diese Gegenleistung erschaffen. Jemand muss für den, der keine Arbeit hat oder aus welchem Grund auch immer, nicht arbeitet, mit arbeiten.
3. Es gibt kein Grundrecht auf ein Grundeinkommen. Es gibt kein Recht, vom Staat ein Grundeinkommen zu fordern. Ist der Staat nichts anderes, als der legislative, judikative und exekutive Zusammenhalt unserer Gesellschaft, geht die Forderung an ein BGE an die Gesellschaft über, und da jeder von uns ein Teil der Gesellschaft ist, in erster Linie an jeden Einzelnen selbst.
Wie viele BGE-Befürworter widerlegt du nicht so wirklich die Kritikpunkte. Sie gehen immer in Richtung böser böser Chef, böser böser Markt, etc.
Wie wärs wenn du mal wirklich auf meine in den Kommentaren beschriebenen Kritikpunkte eingehen würdest?
(P.S.: Deine Aussagen werden nicht richtiger, wenn du Tausend Ausrufe- und Fragezeichen einfügst.)
Und die BGE-Bezieher würde überhaupt garnicht auf die Idee kommen zuhause zu bleiben, nie mehr zu Schule zu gehen und wahllos Kinder zu produzieren, nicht wahr?
Meinst du Kriminalität? Das zeigt dann eher den Charakter solche Jugendliche, wenn sie auf einen solchen Schwachsinn kommen. Ich geh doch auch nicht jemanden abstechen, nur weil ich heute nicht an der Xbox daddeln durfte…
Damit die BGE-Befürworter mich nicht missverstehen:
Natürlich sieht Niemand (auch nicht die härtesten Kritiker) die Kunst als etwas schlechtes an. Oder betrachtet den Künstlerberuf als etwas minderwertiges. Aber hier folgt ein ABER!
ABER solange die Möchtegernkünstler es ernst meinen UND auch talentiert sind. Dazu kommt noch die Frage, was diese Leute genau unter "künstlerische Tätigkeit" verstehen. Ein Buch zu schreiben, ein Gemälde zu malen oder ähnliches hat aus meiner Sicht einen ganz anderen Stellenwert als das Vorhaben "Ich geh zu DSDS und werde ein Superstar!". Damit kommen wir auch schon zum nächsten Problem: Der Begriff "Künstler" ist inzwischen so dehnbar und ekelhaft inflationär geworden, dass sich dahinter jede exbeliebige Depp dahinter verstecken kann. Die machen irgendein Mist und behaupten dass sei Kunst. Und bevor einer meckert: Selbst in der abstrakten Kunst oder im Surrealismus kann man erkennen ob ein Künstler sich Mühe gegeben und was dabei gedacht hat oder eher der Denkweise folgte: "So, ich kipp mal den Mülleimer aus oder nimm ein schwarzes Quadrat und suche nach einen Idioten, der es mir für mehrere Millionen abkauft." Hinschwerend kommt noch ein weiterer Punkt hinzu:
Wenn man sich in WWW umschaut, Gespräche folgt oder Fernsehen schaut, erkennt man das ein Großteil ein allgemein verzerrtes Verständnis von Kunst haben und denken Kunst = wenig machen + viel Geld. Der Gedanke, dass man selbst in einen kreativen Beruf sich anstrengen bzw. als Künstler Durchhaltevermögen zeigen muss, existiert bei den Meisten nicht. Wie kann man sich den sonst die vielen Pseudokünstler in den verschiedenen Bereichen (vor allem in den ganzen Castingshows) erklären, die nicht nur mangelndes Talent zeigen, sondern auch großkotzig daherreden, so als ob sie schon megaberühmt sind und die Welt erobert hätten?
Bestimmt werden jetzt viele behaupten, dass durch den finanziellen Druck von heute die Künstler sich nicht frei entfalten können und blablabla…
Das ist interessant. Denn ich bin zwar nicht der Weltbeste in Geschichte, aber wie konnten dann Mozart, Picasso, Goethe und die ganzen anderen alten Künstler existieren? Wo komischerweise das böse böse Geld eine NOCH VIEL Rolle damals gespielt hat? Vielleicht… weil sie so etwas wie… TALENT hatten?
Die RISIKEN in Kauf genohmen hatten? Sich MÜHE gegeben hatten? Die KONSEQUENZEN damals ERTRAGEN haben? Diese Vermutungen sind bestimmt gggaaaaaannnnz abwegig für die BGE-Befürworter.
Sogesehen:
Künstler –> ja, aber nur wenn er KANN und WILL
BGE –> auf gar keinen Fall! (Und nur wenn man Deutschland komplett umerzieht und die Bildung so gestalltet, dass die Kiddies im späteren von den Gedanken "Superstar und dann reich und berühmt" wegkommen.
Nein, ich würde für ein bedingungsloses Grundeinkommen garantiert NICHT arbeiten.
Um ehrlich zu sein würde es mir die leidige Ausbildungssuche ersparen, bei dem die Aussichten auf einen Traumjob sowieso scheiße gering sind. Ja, es gibt sie: die faulen Asozialen. Und ohne den Druck von außen würde ich mich wahrscheinlich garnicht mehr rühren, und das würde für viele andere genauso ergehen (wenn sie nicht schon zu DSDS gehen).
Ich würde, wenn es tatsächlich ein Grundeinkommen in dieser Höhe geben würde, ganz gezielt nicht arbeiten, um genau diesen ungerechten Schawchsinn zu sabotieren! Das mit dem Grundeinkommen, wenn es gerecht zugehen soll, kann nur dann funktionieren, wenn auch jeder bereit ist, eine gewisse Zeit des Tages für das Allgemeinwohl zu arbeiten. Das wiederum ist reine Utopie. Und wenn jemand auf "Teufel komm raus" nicht arbeiten will, dann ist das für mich nur eine andere Art des Suizid. "Der Realist" entschuldigt stets für seine "Polemik". Völlig unnötig, denn es ist nur die Wahrheit, und keineswegs Polemik!
Es ist halt schwierig bei solchen Leuten das BGE zu kritisieren, weil sie meist nur auf zwei Arten reagieren:
Reaktion Nr.1: Abblocken. "Du hast dich garnicht mit dem BGE beschäftigt!" (Das ist Schwachsinn. Hätte ich mich garnicht mit dem BGE beschäftigt, würde ich nicht diese Punkte ansprechen.)
Oder Reaktion Nr.2 (die noch schwachsinniger und lächerlicher ist): Blüffen. "Diese Kritikpunkte kann man gaaannnz leicht widerlegen…" Komischer ist keiner, der diesen Satz gesagt hat, wirklich näher darauf eingegangen. Sie beharren nur darauf, dass die Kritik widerlegbar ist, ohne wirklich Beweise dafür vorzulegen. (Fehlen ihnen doch die Argumente?)
Sich mit einen BGE-Befürworter zu unterhalten gleicht meist dem Versuch einen Zweijährigen zu erklären, dass der Weinachtsmann nicht existiert.
Angeblich gerechtere Bezahlung der Gehälter? Ich lach mich kaputt! Gerechte Bezahlung aus wessen Sichtweise? Werte werden geschaffen, sie kommen nicht aus dem Nichts. Wenn ich einen Fernseher baue, und diesen dem gebe, der nichts tut, bekomme ich auch nichts zurück, um davon leben zu können. Ich muss also zwei Fernseher bauen (nein, eigentlich drei, denn ich brauche ja auch einen), und zumindest den zweiten dem geben, der bereit war, auf seinem Feld zu säen und zu ernten, um mir Brot und Gemüse für den Fernsehen anzubieten. Und jetzt meine Frage: Aus welchem Grund sollte ich für den Arbeitsunwilligen meine Zeit verschwenden?
Auch ich bin für eine gerechte Bezahlung der Gehälter. Aber der Weg über das "Recht" für ein Grundeinkommen, ist ist ein Weg um die Arbeitenden massiv zu benachteiligen. Und wer das nicht sieht, der sollte sein Sozialbewustsein gründlich überdenken. Eine gerechtere Bezahlung der Gehälter kann man nicht erreichen, indem man schon wieder den Arbeitern an die Tasche geht, sondern die Beträge freimacht, die bereits jetzt von Arbeitern erwirtschaftet werden und in Taschen wandern, wo sie nichts zu suchen haben. Mit anderen Worten, bedingugnsloses Grundeinkommen bedeutet: Die Taschen, in denen mein erarbeitetes Geld verschwindet, werden sich in Zukunft vervielfachen.
Dieser Standartsatz: "Es gibt aber auch reiche Schmarotzer!" ist nichts als eine billige Entschuldigung und bringt uns keinen Schritt weiter an der Lösung des Problems Sozialbetrug im Deutschland.
Bei einem BGE würden sich die Anzahl der Sozialbetrüge mindestens verdreifachen, eine enorme Belastung der Staatskasse entstehen (Deutschland ist jetzt schon hoch verschuldet, übrigens), die Produktion schrumpfen und ein multipler Größenwahn in Form von schlechten Schauspielern, Sängern und eingebildeten Künstlern durch das Land ziehen bis der Staat zusammenbricht und dann am Ende Verhältnisse wie im Rumänien herrschen, weil es gar keine Kohle mehr gibt um sich überhaupt ein Schuh zu leisten.
Dass Druck und Zwang ja angeblich sooo böse ist, haben ich und viele andere inzwischen verstanden.
Aber… WAS GENAU ist die Alternative? Welche Methoden, die GENAUSO wirkungsvoll sind, müssten wir bei einen nachgewiesenen Arbeitsfaulen anwenden, damit dieser trotz BGE arbeitet?
Und sagt bitte nicht "Lasst ihn!"! Denn sowas würden viele andere Menschen (auch mich eingeschlossen) annimieren ebenfalls faul auf der Haut zu liegen. Wenn ihr also so unbedingt euer BGE haben wollt, denkt euch gefälligst auch ein paar Vorkehrungen aus, damit die Sache nicht in die Hose geht. (Was aber im jetzigen Stand ganau das tun wird.) Beschäftigt euch bitte mit folgende Fragen: 1) Wo soll das Geld herkommen, ohne dafür zwingend andere auszubeuten? (die ganzen Finanzierungsmodelle, die ich kenne, gehen davon aus, dass das Geld endlos kommen wird) 2) Wie müsste man z.B. eine 3-Köpfige Familie mit 3000 € nichtstun dazu bringen es auch zu erwirtschaften, wenn nicht durch äußeren Zwang? 3) Wie soll die Bildung ermöglicht werden, wenn die Kiddies sich nur noch denken "Wieso Schule? Ich krieg BGE und kann in Ruhe Superstar werden!" 4) Wie soll Kreativität und Innovation stattfinden, wenn dann jeder Depp ein Buch zu schreiben bzw. einfach nur noch die falschen Leute dort hinkommen? (Sowas sorgt eher für kulturen Stillstand als das bloße Geld. Denn wenn beispielsweise nur 10 Künstler begabt sind, können sie es nicht zeigen, weil sie zwischen den Milliarden Pseudokünstlern, die in Fernsehen kommen und gehen, untergehen.) 5) Wo sollen denn bitte die ganzen Maschinen herkommen, die die Drecksarbeit ersetzen sollen, wenn dann keiner mehr Bock hat diese herzustellen? Denn vielleicht wisst ihr es nicht: Aber eine Maschine muss auch zuerst entworfen werden, dann werden die Rohstoffe rausgesucht, die Einzelteile gebaut, dann zusammengebaut und schließlich das notwendige Programm geschrieben. (Das wird aber dann schwer gehen, wenn die Arbeiter mit BGE lieber ihre Schauspielerkarriere nachgehen wollen.)
Davor haben sie Angst, wie vor allem was "neu" ist. Der Mensch hat im Laufe der Zeit eine physische Evolution durchgemacht, die uns unser heutiges Leben ermöglicht. Diese war in dem Moment abgeschlossen, als wir lernten unsere Umgebung uns anzupassen und nicht mehr uns der Umgebung. Was jetzt folgt, ist eine kulturelle Evolution. Diese wird über kurz oder (vermutlich) lang, dazu führen, dass wir uns von den Zwängen befreien und uns bewusst werden, das es nur ein gemeinsames Leben unterschiedlicher Individuen geben kann. Ist es nicht der blanke Hohn und Rassismus, das ein Mensch unabhängig seines Intellekts, seiner Ausbildung oder Berufs mehr (Geld-)wert ist, als der andere?
Ich habe auf einer anderen Seite, ebenfalls unter einer Pro & Contra – Diskussion über das BGE einen Kommentar gelesen. Ein 50-jähriger Mann klagt sein Leid, gerade frisch arbeitslos geworden, ohne Perspektive und Hoffnung auf Besserung. Die Arbeit war das worüber er sich definierte, sein Selbstvertrauen zog, dass, was ihn antrieb eben. Jetzt da er keine Arbeit mehr hat, wird klar, was er Zeit seines Lebens versäumt hat, er hat sich nicht mit sich selbst beschäftigt, nicht auf das geachtet was IHN ausmacht. Es war nur der Zwang der ihn antrieb, zunächst in der Schule, dann in der Ausbildung und schließlich im Beruf. Im Übrigen schrieb der Mann im letzten Absatz seines Kommentares, das ihm das BGE egal sei, er habe abgeschlossen. Er ist für mich ein wunderbares Beispiel warum etwas wie ein BGE helfen könnte. Mich würde einfach interessieren, wie es diesem Menschen jetzt ginge, wenn er ein Leben ohne Zwänge geführt hätte und ich kann es nicht mit Gewissheit sagen, aber ich glaube doch, das es vielen Menschen in Deutschland so ergeht.
Es ist müßig über das BGE zu diskutieren, viel mehr ist ein grundlegendes Umdenken erforderlich und ich bitte dich "Der Realist" wenn du nicht zum Troll degradiert werden willst, dich nicht wie ein solcher zu Verhalten. Start Thinking!
"Der Kampf ums Dasein hält mich in Bewegung, sonst wäre ich faul, na ist doch klar!"
Der Satz: "Wenn niemand mehr arbeiten würde, gäbe es nichts mehr" – auch geschenkt! Damit haben Sie sich quasi selbst widerlegt, ohne offenbar auch nur eine Ahnung dessen zu erlangen. -Jeder wird unter etwelchen Verhältnissen arbeiten (es arbeitet ständig in uns beispielsweise, der ganze menschliche Organismus arbeitet genauso wie der Organismus der gesamten Natur) und je mehr er sich zuliebe arbeitet (nicht nur gedanklich-tätig), desto besser – desto mehr kommt es auch der Gesellschaft zugute.
Meines Erachtens wird sich überflüssigerweise Sorgen gemacht. Der Mensch hat zwei Hände zum Zupacken bekommen. Er wird sie ebensowenig unbenutzt lassen wie die übrigen Gliedmassen und Organe.
Im Übrigen erbrächte ein BGE von den heutigen vollkommen verschiedene Ausgangs- und somit Folgebedingungen, was ja auch die dahinterliegende Absicht ist! Selbst dasjenige, was Sie herkömmlicherweise unter Arbeit verstehen, würden die Menschen möglicherweise sehr viel bereitwilliger ausführen, wenn der ELENDIGE Zwang damit entfiele. Wenn man ihnen schlicht Vertrauen entgegenbringe würde. Im Mindesten müsste man sich selbst gegenüber einräumen, dergleichen (bis hierhin) niemals genau wissen zu können.
Auch das oft eingebrachte Argument: "Mit einem BGE würde ja niemand mehr der Arbeit nachgehen, die die Gesellschaft wirklich benötigt und dementsprechend zu zahlen bereit ist" ist einfach nicht zugkräftig genug. Kranken- und Altenpflege war schon immer höchst "angesagt" und wird zunehmend bedeutungsvoller, doch schaue sich doch bloss einer mal an, wie dergleichen Fachkräfte finanziell abgespeist werden. Durch viel Druck von oben werden die Löhne bestimmt, nicht mittels der Einverständniserklärung der Bevölkerung. So wird mit Brachialgewalt ein überall knirschendes und zerfallendes System notfürftig aufrechterhalten – und DAS, um es ausdrücklich zu sagen, hat mit produktiver Arbeit auch nicht das Geringste zu tun, sondern eher mit Dekonstruktion, mit (Werte)verfall und dergleichen mehr.
Dementsprechend wird ja in unserem Bildungssystem auch den Kindern von früh auf an jegliche Kreativität vollkommen abtrainiert, so daß phantasielose, rohe, abgestumpfte, gelangweilte und sich langweilende Gesellen übrigbleiben.
Es mag bessere Alternativen anstelle eines BGE für die Gesellschaft geben, doch merkwürdigerweise lassen uns gerade die grössten Kritiker des BGE wenig an ihrem Einfallsreichtum teilhaben. Fakt ist: So wie es jetzt um die Gesellschaft bestellt ist, fährt sie geradewegs gegen die Wand.
Die Sache bei Ihrer Argumentation ist bloss leider die, dass wir die genialen Begabungen, die auch infolge ihrer Hypersensibilität an ihrem elenden Schicksal (zum Beispiel durch Armut, Ausgrenzungen) zugrundegingen, nicht mehr dazu befragen können. Nicht wenige dürften eines frühen Todes gestorben sein; jedenfalls können wir nur auf diejenigen zurückgreifen, die lange genug überlebt haben, um ihr Talent schöpferisch auszubauen. Und unerkannt geblieben könnten auch einige gewesen sein.
Nur einmal um der Vorstellungskraft ein klein wenig nachzuhelfen: Goethe war privilegiert (der im Übrigen erst im mehr müssigen Italien, vor der gestrengen deutschen Gesellschaft fliehend, einige der grössten seiner Werke hervorgebracht hatte). Mozart war – relativ – privilegiert. Lord Byron war es auf jeden Fall. Einstein wuchs in einem Elternhaus auf, das, ein Paradies aus physikalischen Wundern bedeutend durch den Arbeitsplatz des Vaters, dem Jungen zur praktischen Anschauung, zur lebendigen Inspiration gedient hatte – und Einstein hatte unglaubliches Glück mit seinem weiteren Umfeld in Bezug auf die Realitivätstheorie. Oscar Wilde war privilegiert (Vater einer der besten Ärzte seiner Zeit, die Mutter ein Gleiches im dichterischen Metier). Alfred Lord Tennyson trug den Adelstitel im Namen. Voltaires Vater war Rechtsanwalt usw usf. So könnte man die Liste endlos fortsetzen, und soviel zum Gehalt Ihrer Worte. Lediglich Francois Villon und John Keats kamen meines Wissens aus relativ bis ziemlich ärmliches Verhältnissen zu Weltruhm, wobei erst sehr viel später als die Vorgenannten. Man bedenke auch, dass John Keats noch früher an der tuberkulösen Krankheit hätte eingehen können, die selbstverständlich in ärmlichen Verhältnissen öfter und verstärkter auftrat.
„Und wie Herr Janich richtig feststellt, würde es jede Moral untergraben. Geld und damit Eigentum hängt immer von der eigenen Arbeitsleistung ab. Wenn dies nicht der Fall ist, dann nur in drei möglichen Fällen: 1.) Lottogewinn, 2.) freiwillige Spenden anderer (wo gegen nichts einzuwenden ist, solange es freiwillig ist) und 3.) Steuern, als die Wegnahme fremden Eigentums unter Zwang.
Schon allein deshalb ist das BGE ein Hirngespinst. Und deshalb finden es Feinde der Freiheit auch so toll.“
Diese Einschätzung könnte falscher kaum sein, und ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie die Leute bedenkenlos in „Freunde“ und „Feinde der Freiheit“ einteilen, ohne auch nur den matten Abglanz einer Idee zu erlangen dessen, wie sie bereits vom System/der Gesellschaft manipuliert/konditioniert worden sind.
Es gibt nicht die absolute Freiheit, wenigstens nicht in Wirtschafts- oder sonstigen Systemen. (Schon in früheren, barbarischen Zeitaltern hat man sich höchst frei und unabhängig gewähnt.) Innerlich kann die absolute Freiheit lediglich über ein erleuchtetes Bewusstsein erlangt werden, vorher nicht.
Ein BGE würde meines Erachtens nichtsdestoweniger einen ersten Anknüpfungspunkt an relativ größere und freiere Handlungs- Denk- und Beurteilungsspielräume zu setzen ermöglichen. Nicht mehr und nicht weniger. Aber es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob man Türen verschlossen vorfindet oder man es freistellt, hindurchzuschreiten und weiterzugehen. Ob man Leuten im Hamsterrad eines Käfigs in falscher Behaglichkeit ihre Runden ablaufen lässt und ihnen eintrichtert, dies sei der ganze Kosmos oder diesen putzigen kleinen Tierchen namens Menschen vielleicht doch den Auslauf gewährt, der ihnen per Geburtsrecht zusteht. Vielleicht erwüchse den Herrscherfiguren daraus -Herrschaftszeiten! – sogar die Erkenntnis, dass der Geist nicht nur auf sie beschränkt ist.
Und nein, Geld hängt niemals nur von der eigenen Arbeitsleistung ab. Das fängt schon damit an, dass man sich der Frage zu stellen hat, in welchem Land man geboren ist. Und wie privilegiert ist man in seinem Land? Welchen Be-ruf hat man sich erwählt? Wie ist dort die Nachfrage? Welches Einkommen ist dort zu erzielen? Und sind die Renten wirklich sicher? (Ferner kann man von einem Tag auf den anderen ruiniert werden, weil man arbeitslos geworden ist,die Bank pleite gemacht, man sich verspekuliert hat, ein neuer Weltkrieg angezettelt worden ist usw. usf. Die Möglichkeiten sind endlos).
Und wenn jemand zu den sogenannten Reichen gestossen ist, ob nun durch einen Lottogewinn oder sonstwie: Muss es dafür an anderer Stelle Arme geben. Also hängen beide Seiten voneinander ab.
Doch auch selbst wenn man sich verdienstvoll in eine gut bezahlte Arbeit einbringt, stützt man sich auf die technischen wie geistigen Errungenschaften unzähliger Generationen, die einem vorangegangen sind. Einer kann nicht ohne den anderen sein, punktum.
Das schmerzt so wie grelles Licht in den Augen – ich frage mich, wie man diese einfachen Sachbestände so einfach ignorieren, ausblenden oder hinwegwischen kann.
Mit einem BGE würden wir uns wenigstens ehrlicherweise unsere gegenseitige Abhängigkeit eingestehen, gerade INDEM jedem einzelnen mehr Individualität eingeräumt wird.
Und von hier aus könnte man sich, wenn man wollte, mit mehr Erfolgsgarantie dem inneren Aufbruch hin zu größerer Bewusstheit widmen. Diese entspräche noch am ehesten der Freiheit, die so viele Leute im Munde führen und wovon doch die Wenigsten eine Kostprobe besitzen! Aber Freunde, DAS ist Arbeit. Das ist dann die wirkliche Arbeit, die erst noch bevorsteht, wenigstens auf breiter gesellschaftlicher Ebe
Ausserdem denke ich nicht, dass der "normale" mündige Bürger an sich faul ist. Es gehört zu den Grundbedürfnissen am Arbeitsleben teilzunehmen und Teil der Gesellschaft zu sein. Klar wünscht sich so manche(r) ne Auszeit – die beim Einen länger als beim Anderen dauern mag – am Ende kommen bestimmt fast alle wieder in die Arbeitswelt zurück. Siehe auch Hausfrauen bzw. -männer, die froh sind wieder zu arbeiten. Oder Menschen die es sich ohnehin leisten könnten zuhause zu bleiben, aber trotzdem arbeiten gehen.
Ich hab eher Angst vor einer Preisspirale, die sich nach oben schraubt, wenn das Grundeinkommen eingeführt werden sollte.
Das einzige Argument, dass ich von "Contra" zählen lasse, ist der relative Wert eines BGE.
Am realistischsten wäre daher ein anfangs niedriger angesetztes BGE, z.B. 500 Euro, um die dynamische Entwertung des BGE möglichst zu umgehen.
Wichtig ist aber dann auch gleichzeitig ein gesetzlicher Mindestlohn, damit die Arbeitgeber nicht aufgrund des BGE entsprechend die Löhne senken.
Gerade Leiharbeiter verdienen z.B. trotz Vollzeit im Monat nur 1100 Euro netto.
Erst mit dem BGE von 500 Euro hätte man dann wenigstens 1600 Euro netto, was für Ledige schon erträglich wäre, aber immer noch zuwenig um eine Familie zu ernähren.
Wenn die Wirtschaft sich über das BGE beschwert, dann sollen die doch erst mal anfangen anständige Löhne zu zahlen.
Wer sich über den Mindestlohn beschwert, soll doch mal selber nur davon leben.
Ich stelle aber nebenbei auch mal fest:
Ich kenne noch das Europa mit geschlossenen Grenzen, nicht nur Richtung Ostblock.
Zu diesen Zeiten ging es dem Arbeiter besser.
Es ist auch eine Utopie eine Politik zu fahren gemäß "Offenen Grenzen" für alle.
Damit kann man nämlich ein finanzierbares BGE getrost vergessen.