Figuren, die Menschen darstellen
Wer nicht aktiv wird, der kann auch keine Veränderung erwarten. Foto: S. Hofschlaeger, pixelio.de

In der Politik werden tagtäglich wichtige Entscheidungen getroffen, die unser aller Leben beeinflussen. Aber wie können sich Jugendliche Gehör verschaffen, ihre Interessen vertreten und in die Politik einbringen? Heutzutage gibt es viele Angebote, die dazu einladen, sich mit der Politik vertraut zu machen. Einige davon stellt euch Schekker-Autor Dmitry hier vor.

Wer sich engagieren möchte, der hat schon in der Schule zahlreiche Möglichkeiten dazu. So kann man sich als Klassensprecher für Dinge einsetzen, die einem selbst und den Mitschülern wichtig sind. Man vertritt also die Interessen der Schülerschaft, z.B. auch als Schülersprecher oder Mitglied im Landesschülerparlament. Da jede Schulform seine eigene Schülervertretung hat, könnt ihr euch auch noch während der Berufsschule für eure Mitschüler stark machen.
Gleiches gilt natürlich für Studenten, denn auch an jeder Uni oder Fachhochschule gibt es Parlamente, in denen ihr euch engagieren könnt. So haben die meisten Hochschulen einen Studentenrat, einen allgemeinen Studierenden Ausschuss oder auch Fachschaftsräte an den verschiedenen Fakultäten. Es gibt also allerhand Möglichkeiten euch für eure eigenen Interessen und die eurer Kommilitonen einzusetzen.

Mitmachen in Vereinen oder NGO‘s

Aber auch außerhalb der Bildungslandschaft habt ihr Chancen euch einzubringen. Viele bundesweite Organisationen, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), das Deutsche Rote Kreuz oder die Feuerwehr haben eigene Jugendgruppen. Gleiches gilt für Gewerkschaften. Ihr könnt euch natürlich auch in zahlreichen NGO’s (Nichtregierungsorganisationen) wie beispielsweise Amnesty International um Dinge kümmern, die euch wichtig sind.

Wem dagegen vor allem seine nächste Umgebung am Herzen liegt, der kann sich auch in seinem Verein engagieren, denn auch im Fußball-, Tanz- oder Schützenverein kann man mitarbeiten und vielleicht sogar verantwortungsvolle Posten wie den des Schatzmeisters, des Vereinsvorstands oder des Schriftführers übernehmen.


In den Ringen politischer Jugend kommen die verschiedenen Jugenorganisationen politischer Parteien regelmäßig zusammen, um gemeinsam Strategien zu entwickeln und andere junge Menschen für Politik zu begeistern. Foto: Karin Jung, pixelio.de

Jugendorganisationen der Parteien

Aber nun zur „großen“ Politik. In Deutschland haben fast alle politischen Parteien eigenständige Jugendorganisationen. Diese Jugendorganisationen vertreten die Interessen der jungen Generation und verschaffen sich – insbesondere bei der eigenen Mutterpartei – Gehör. Inhaltlich ist man da also nicht immer völlig auf einer Wellenlänge. Das ideologische Spektrum ist hier so breit wie bei den Mutterparteien auch. Um mitmachen zu können, muss man in der Regel 14 Jahre alt sein.

Ganz egal, für welche politische Jugendorganisation man sich auch entscheidet. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie wollen junge Menschen an das Themenfeld der Politik heranführen und ihnen die Möglichkeit geben, ihre eigenen Vorstellungen und Wünsche in den politischen Diskurs einzubringen.

In sogenannten „Ringen politischer Jugend“ (RpJ) kommen die unterschiedlichen politischen Jugendorganisationen regelmäßig zusammen. Die RpJs gibt es sowohl auf Bundes- und Landes- als auch auf kommunaler Ebene. Mitglieder des Ringes auf Bundesebene sind die Junge Union (Unionsparteien), die Jusos (SPD), die Jungen Liberalen (FDP), die Grüne Jugend (Grüne) sowie die JungdemokratInnen und die Jungen Linken (parteilos). Sie wollen junge Leute über Politik informieren und für Politik interessieren.

Der Bundes-RpJ ist übrigens neben der Deutschen Sportjugend und dem Deutschen Bundesjugendring eine der drei Säulen des Deutschen Nationalkomitees für internationale Jugendarbeit (DNK). Diese übergeordnete Arbeitsgemeinschaft trifft Vereinbarungen über die gemeinsame internationale Arbeit der deutschen Jugendorganisationen – und das bereits seit 1963.

Internationale Jugendbegegnungen

Um die Beziehungen zwischen jungen Menschen in Deutschland und in anderen Ländern zu intensivieren, wurden in der Vergangenheit verschiedene internationale Organisationen gegründet. Dazu gehören beispielsweise das Deutsch-Französische und das Deutsch-Polnische Jugendwerk sowie die Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland und verschiedene internationale Jugendgemeinschaftsdienste. Gefördert werden diese internationalen Begegnungen von der Bundesregierung. Ziel der Begegnungen ist es, ein besseres Verständnis zwischen den Jugendlichen zu schaffen, Vorurteile abzubauen und den Kontakt zwischen unterschiedlichen Kulturen herzustellen. Durch die verschiedenen Organisationen kommen ständig junge Menschen verschiedener Länder zusammen, um gemeinsam an neuen Projekten zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen.

Zusätzlich zu diesen Organisationen gibt es jährlich stattfindende Jugendbegegnungen in mehreren Ländern. Diese bieten eine gute Möglichkeit, sich mit jungen Menschen auf der ganzen Welt auszutauschen. Bei einer internationalen Jugendbegegnung wird ein politisches, gesellschaftliches, geschichtliches oder religiöses Thema oder ein ganz bestimmtes Projekt bearbeitet. Die Themenvielfalt ist riesig. Zumeist ist für jeden etwas dabei.

So konnten Interessierte 2013 beispielsweise am inzwischen bereits neunten Deutsch-Russischen Jugendparlament teilnehmen. Das Thema der Veranstaltung lautete „Jugend in Deutschland und Russland: Wir bauen an der gemeinsamen europäischen Zukunft“. Momentan bietet das Deutsche Jugendherbergswerk Treffen in Russland, Frankreich, Deutschland, Tunesien, Japan und vielen anderen Ländern an. Wenn ihr euch beeilt, bekommt ihr sicher noch einen freien Platz bei einer der Veranstaltungen.


In Jugendparlamenten könnt ihr politische Entscheidungen begleiten und euch für die Interessen junger Menschen engagieren. Foto: © Parlamentsdirektion, Bildagentur Zolles KG, Mike Ranz, flickr.com, CC-Lizenz (CC BY-SA 2.0)

Jugendparlamente

Kommen wir wieder zurück nach Deutschland. Auch hier gibt es noch weitere Möglichkeiten für euch. In vielen Gemeinden gibt es nämlich jugendliche Beiräte, Ausschüsse oder sogar Parlamente, die die politischen Entscheidungen vor Ort kontinuierlich begleiten. Die dort engagierten Jugendlichen vertreten die Interessen von jungen Menschen in ihrer Stadt oder Gemeinde. Sie beraten die gewählten Vertreter außerdem in allen Angelegenheiten, die Kinder und Jugendliche betreffen.

Eine etwas andere Idee steckt hinter dem Europäischen Jugendparlament in Deutschland (EJP). Jedes Jahr organisiert das EJP bis zu sieben Parlamentssimulationen in Deutschland, bei denen Jugendliche aus ganz Europa aktiv beteiligt sind und quasi Europaparlament „spielen“. Die Teilnehmer setzen sich hier intensiv mit verschiedenen Aspekten aktueller europäischer Politik auseinander. Jeder kann beim EJP mitmachen und Abgeordneter, Projektmitarbeiter, Moderator oder Journalist auf Zeit werden – auch eine ehrenamtliche Mitarbeit im Organisationsteam ist möglich. So habt ihr nicht nur die Möglichkeit, euch politisch auszuprobieren, sondern könnt auch viele Leute aus ganz unterschiedlichen Ländern kennenlernen.

Wettbewerbe zu gesellschaftspolitischen Themen

Zusätzlich zu den zahlreichen Möglichkeiten in den verschiedenen Jugendorganisationen in Deutschland gibt es eine Vielzahl von Wettbewerben, in denen sich junge Menschen intensiv mit einem Thema auseinander setzen. Schöne Geld- und Sachpreise sind dabei sicher eine gute Motivation. Regelmäßig stattfindende Wettbewerbe sind unter anderem der bundesweite „Schülerwettbewerb zur politischen Bildung“ der Bundeszentrale für politische Bildung, der Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ oder der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten.
Ihr wollt mehr über die bundesweiten Wettbewerbe erfahren? Auf Schekker.de weisen wir euch regelmäßig auf anstehende Wettbewerbe hin.

Hauptsache engagiert

Selbstverständlich könnt ihr auch gleich eure eigenen Ideen umsetzen. Freunde, Klassenkameraden oder Verwandte unterstützen euch bestimmt gerne – und Initiativen wie die Youth Banks auch. Das sind Jugendgruppen, die andere Jugendliche bei der Umsetzung ihrer Projektideen mit Know-how, Infrastruktur, Motivation und auch Geld zur Seite stehen. Und wer weiß, vielleicht wird aus eurer Initiative ja bald etwas ganz Großes!

Aber ihr merkt es sicher schon, die Liste eurer Möglichkeiten ist lang. Ganz egal, wofür ihr euch entscheidet, das Wichtigste ist, dass ihr euch überhaupt engagiert, neue Freundschaften schließt, euch informiert und miteinander diskutiert. Das macht richtig Spaß, ihr werdet schon sehen!

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