
Der Begriff „Fracking“ geistert schon seit einiger Zeit als Heilsbringer für die Erdgasgewinnung durch unsere Medien. Obwohl die Methode stark umstritten ist und ihre möglicherweise gefährlichen Folgen noch nicht abschätzbar sind, wird Fracking in Amerika schon massiv eingesetzt. In Deutschland werden die Vorteile und Risiken kontrovers diskutiert. Schekker-Autor Jan hat für euch recherchiert.
Wieso eigentlich Fracking?
Die Erdgas- und Erdölvorkommen auf unserem Planeten gehen immer mehr zurück. Darum sind wir darauf angewiesen neue effektivere Methoden zur Gewinnung des wertvollen Rohstoffs anzuwenden.
Die herkömmliche Methode, um Erdgas und Erdöl zu fördern, funktioniert über Bohrungen in vier bis sechs Kilometer Tiefe. Dabei werden die großen Gasreserven, die meist über den Ölvorkommen liegen, mit einem 10 bis 70 cm Durchmesser breiten Bohrmeißel angebohrt. In der Regel gelangt das Erdgas dann von selbst an die Oberfläche.
Was beim Fracking passiert
Von der neuen „Fracking“-Methode verspricht man sich, nun auch an die kleineren Erdöl- und Erdgasvorkommen heranzukommen. Das englische Fachwort dafür heißt „Hydraulic Fracturing“ und bedeutet übersetzt etwa „hydraulisches Aufbrechen“, kurz „Fracking“.
In vielen Milliarden winzigen Hohlräumen, die sich in mehreren hundert Metern Tiefe in Schiefergestein befinden, lagert jede Menge bisher ungenutztes Erdgas. An dieses Erdgas heranzukommen ist nicht ganz so einfach wie bei der „normalen“ Methode. Die Hohlräume, in denen das Erdgas lagert, müssen erst mittels „Fracking“ „aufgeknackt“ werden.
Die Ingenieure pressen dabei ein Gemisch aus Wasser, Sand und rund 20 verschiedenen Chemikalien in den Boden. Einige der Chemikalien sind giftig. Das Gemisch – das können pro Bohrloch bis zu 20 Millionen Liter sein – reißt dann idealerweise Risse ins Schiefergestein. Die verschiedenen Bestandteile des Gemischs übernehmen dann verschiedene Aufgaben. Der Sand beispielsweise soll die Gesteinsporen offen halten. Die teilweise giftigen Chemikalien sorgen dafür, dass das Gemisch auch in die kleinsten Hohlräume eindringen kann. Wenn alles funktioniert, strömt das Erdgas durch das Bohrloch an die Oberfläche.
Vor- und Nachteile von Fracking
Auch in Deutschland gibt es viele Skeptiker. Foto: campact, flickr.com, CC-Lizenz (CC BY-NC 2.0)
Die Befürworter des Frackings argumentieren, dass man mit Fracking bisher unerreichbare Gasvorkommen nutzbar machen könnte. Außerdem wäre man nicht mehr auf ausländische Gasvorkommen angewiesen. Die liegen manchmal nämlich in Ländern, die sich aufgrund ihrer instabilen politischen Situation nicht gerade als Handelspartner eignen, beispielsweise Algerien oder Libyen. Nicht zuletzt hat sich Fracking als finanziell günstig erwiesen.
Die Gegner des Frackings geben zu bedenken, dass die Methode mit bis zu 20 Millionen Litern pro Bohrung einen viel zu hohen Wasserverbrauch hat. Außerdem können durch die Risse Gase unkontrolliert in das Schiefergestein austreten und am Ende in unserem Grundwasser landen. Die zum Teil umweltschädlichen Gase sind im Übrigen nicht gesichert, wenn die Bohröffnungen nicht richtig verschlossen werden. Gase wie Methan und CO2 werden frei gesetzt und können sich negativ auf das Klima auswirken. Das Hauptargument der Fracking-Gegener ist und bleibt aber, dass durch die teils giftigen Chemikalien das Grundwasser vergiftet und somit die Bevölkerung gefährdet werden kann.
Und was sagt die Politik dazu?
Fracking ja oder nein? Dazu gibt es ganz unterschiedliche politische Meinungen. Die Bundesregierung ist sich über die drohenden Umweltprobleme durchaus bewusst und so befürwortete das bisherige Bundesumweltministerium Fracking nur unter strengen Auflagen. Die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen hat sich beispielsweise aber grundsätzlich gegen das Fracking in Trinkwassergebieten und unter Nutzung von giftigen Chemikalien ausgesprochen.



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