Wir stecken mittendrin, in der Euro-Krise. Doch wie kommen wir da wieder raus? Wer hilft Griechenland, Irland, Portugal und vielleicht bald auch Spanien und Italien? Was passiert mit dem Euro? Und was hat Deutschland eigentlich damit zu tun?
In Europa muss niemand im Regen stehen. Wenn es in einem Land mit den Finanzen mal nicht so klappt, spannt die EU den Rettungsschirm auf und holt ihre Schäfchen ins Trockene. Voraussetzung ist, dass sich die Staaten einem strikten Sanierungskurs unterziehen. Zurzeit scharen sich Portugal und Irland darunter und hoffen, nicht weggeschwemmt zu werden. Warum? Sie haben mehr Geld ausgegeben, als sie eingenommen haben und sind hochverschuldete Länder.
Italien und Spanien mussten noch nicht unter den Rettungsschirm flüchten, aber auch sie haben hohe Schulden. Griechenland ist finanziell sogar so schlecht aufgestellt, dass es ein eigenes Rettungspaket braucht.
Wichtig ist: Die Finanzprobleme anderer Länder gehen auch uns in Deutschland etwas an. Es besteht Ansteckungsgefahr und zwar auf die gesamte Wirtschaft im Euroraum. Deutsche Exporte würden stark zurückgehen und Tausende Arbeitsplätze wären bei uns gefährdet. Um das zu verhindern, greift die europäische Gemeinschaft ein. Kreist über einem Land der Pleitegeier, ist die EU zum Handeln gezwungen. Schließlich ist der Euro eine Gemeinschaftswährung. Wenn keiner hilft, würde das ganze System irgendwann im Regen stehen. Und niemand wäre da, um den Schirm zu halten.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, soll der 750 Milliarden Euro schwere Rettungsschirm helfen. Der setzt sich zusammen aus 60 Milliarden Euro der EU, 250 Milliarden Euro des Internationalen Währungsfonds (IWF) und dem Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF). Europäische Finanzstabilisierungsfazilität: schwieriges Wort – einfach erklärt. Der EFSF ist nichts anderes als ein Fonds, also ein Topf, in dem Geld, aber vor allem auch Bürgschaften liegen. Aus diesem Fonds können den 17 Ländern, die den Euro eingeführt haben und in Not sind, Kredite gewährt und abgesichert werden. In diesem Topf befinden sich 780 Milliarden Euro, 211 Milliarden allein von Deutschland. Von der Gesamtsumme sollen bis zu 440 Milliarden Euro abgerufen werden können. Der Rest sind Garantien, die zur Übersicherung notwendig sind, um von den Rating-Agenturen eine zinsgünstige Einstufung zu bekommen.
Die Kredite dienen aber nicht etwa dazu, dem Staatschef einen neuen Dienstwagen zu kaufen. Sie werden nur an Länder vergeben, die kurz vor dem Staatsbankrott stehen und dringend Geld brauchen, um wieder auf die Beine zu kommen. Die Kreditvergabe ist an strenge Sparauflagen gekoppelt, die von der EU, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem IWF auferlegt werden – deren Geldeinlagen ergeben zusammen den Euro-Rettungsschirm. Bevor Gelder von den reichen zu armen Ländern fließen, erwarten die europäischen Geberländer ein striktes Sparen, auch wenn es schwer fällt. Wir alle haben noch die Bilder von den protestierenden Menschen in Athen vor Augen. Dabei muss allen Betroffenen klar sein, dass dies erst der Anfang ist. Sparen ist hart und es wird einige Jahre andauern. Mit dem Euro-Rettungsschirm können Kredite zu niedrigen Zinsen und mit langen Laufzeiten gewährt werden. So gewinnen die Schuldenländer Zeit, um ihre Probleme wieder in den Griff zu bekommen.



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