Ruinen sieht man noch überall in Sarajewo. Foto: Privat

Fast 15 Jahre sind seit dem Ende des Krieges in Bosnien-Herzegowina vergangen. Auch in der Hauptstadt Sarajevo findet man noch Spuren davon. Aber die 300.000 Einwohner der Metropole schauen in die Zukunft.

Der Krieg und seine Folgen

Drei Jahre lang wurde zerstört. Der Wiederaufbau ist bis heute noch nicht abgeschlossen.

Als die Sozialistische Republik Jugoslawien zerfiel, wuchsen im Jahr 1990 auch die Spannungen in Bosnien und Herzegowina. Ein Großteil der serbischen Bevölkerung war nämlich für den Erhalt der jugoslawischen Föderation, die Mehrheit der Bosniaken dagegen, wünschte sich einen unabhängigen Staat. Als 1992 die Unabhängigkeit der Republik Bosnien und Herzegowina und damit die bosnisch-serbische Republik ausgerufen wurde, eskalierte die Situation. Sarajevo wurde 1425 Tage belagert. Ähnlich wie in Berlin, wurde die Bevölkerung über eine Luftbrücke mit Hilfsgütern versorgt.
Erst 1995, von der USA und anderen westlichen Staaten unter Druck gesetzt, endete der Krieg, in dem unter anderem auch die Nationalbibliothek Herzegowinas zerstört wurde. 2,5 Millionen Bücher, Fotos und Karten sind dabei verbrannt. Durch österreichische Unterstützung konnte das Gebäude zwar vor dem Einsturz gerettet werden, die endgültige Wiederherstellung steht aber noch aus.
 

Fußball in Grbavica

Das Stadion

Das Stadtviertel Grbavica war während des Krieges von 1992 bis 1995 einer der am meisten umkämpften Orte.

Das Viertel wurde geteilt und dadurch zahlreiche Familien getrennt. Symbol für diese Grausamkeiten ist heute ein zerstörtes Wohnhaus, das genau auf der Grenze des Viertels steht. Wegen seiner zentralen Lage ist das Grbavica-Viertel heute wieder ein begehrtes Wohnviertel. Es wurde renoviert und begrünt. Die beiden Fußballvereine von Sarajevo. FK Sarajevo und der FK Željezničar Sarajevo, haben hier ihre Stadien.

Religionsvielfalt pur

Sarajevo nennt man auch Klein-Jerusalem.

Egal, wo man sich in Sarajevo aufhält, man findet im Umkreis eines Kilometers eine Moschee, eine Synagoge, eine katholische Kathedrale und eine orthodoxe Kirche. Kein Wunder, dass die Stadt auch Klein-Jerusalem genannt wird. Kathedralen und Kirchen stammen aus dem 19. Jahrhundert, die Gazi-Husrev-Beg-Moschee und die alte Synagoge wurden schon im 16. Jahrhundert erbaut. Die Gebäude wurden während des Krieges teilweise zerstört, sind aber weitgehend wieder aufgebaut worden.

 

Sarajevo für Leib und Seele

Gasse in Sarajevo

In den alten Häusern des Basarviertels bieten Händler ihre Waren feil.

In der Altstadt Sarajevos ist es unmöglich, hohe Absatzschuhe zu tragen: Die orientalisch anmutenden Gassen sind gepflastert, viele Häuser stehen unter Denkmalschutz. Das Viertel heißt Baščaršija, was übersetzt Basar heißt. Hier verkaufen Konditoreien, Handwerker und Schmuckhändler ihre Waren. Außerdem gibt es viele kleine Restaurants und nirgendwo sollen Ćevapčići, balkanische Hackfleischröllchen, und Baklava, ein typisches süßes Teiggebäck, so gut schmecken wie hier.

 

Das Wasser der Wiederkehr

Der Sebilij-Brunnen ist eine der zahlreichen Touristenatttraktionen in Sarajevo.

Wer vom Sebilj-Brunnen trinkt, kommt zurück nach Sarajevo, sagt ein Sprichwort. Das arabische Wort „sebilj“ bedeutet Weg oder Reise. 1754 gebaut, brannte der Brunnen fast hundert Jahre später nieder, wurde aber 1891 wieder aufgebaut. Heute verkaufen dort alte Männer Taubenfutter.

 

Sterne über dem Balkan

Preisverleihung beim Festival.

Blitzlichtgewitter und Glamour beim Sarajvo-Film-Festival.

Stars wie Schauspieler Mickey Rourke waren dieses Jahr auf dem Sarajevo-Film-Festival. Während des Krieges 1995 gegründet, findet es jedes Jahr im August statt und ist mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Jugendliche reisen sogar extra aus Frankreich und Italien an, um das Spektakel zu sehen.
 

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