Ehrenamt beim Pflegedienst. Foto: Frank Grätz.

Essen ausfahren in der Heimat, Robben retten in der Arktis oder Brunnen baggern in Südafrika? Hier kannst du herausfinden, welches Ehrenamt am Besten zu dir passt.

1. Ein Tag in der Schule, beim Job oder in der Uni schlaucht. Nachmittags geht es zum Entspannen nach Hause. Was fängst du mit deiner Freizeit an?

a) Mit Hingabe pflege ich meine zahlreichen Kontakte. Mein Brieffreund in Venezuela freut sich bestimmt über meine Postkarte mit einem Foto vom Bundestag, und es wäre auch mal wieder Zeit für ein Telefonat mit Françoise. Außerdem muss ich die E-Mails von Juan, Mai-Li, Mary, Vladimir und Giovanni beantworten.                    

b)Zuerst steuere ich den Treffpunkt meiner Clique an. Wir beratschlagen zusammen, was wir heute machen können. Aber ganz ehrlich: Mir ist es egal. Wenn ich mit meinen Freunden unterwegs bin, haben wir fast immer Spaß.

c) Mich zieht es raus in die Natur. Regen, Schnee oder Hitze können mein Verlangen nach frischer Landluft nicht bändigen. Schließlich gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung.

2. Engagement kostet Energie. Wie und womit füllst du deine Kalorienspeicher wieder auf?

a) Ich bin ein Schreibtischesser. Hier ein Stück Schokolade, da ein Keks und     zwischendurch wird mit starkem Kaffee nachgespült. Das ist vielleicht nicht gesund,     aber effektiv, denn so kann die Nervennahrung ohne Umwege ihren Zweck erfüllen.

b) Essen ist für mich nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern auch soziales Ereignis.     Am liebsten entspanne ich mich nach einem stressigen Tag bei Spaghetti mit     selbstgemachter Tomatensoße im Kreis meiner Familie oder Freunde.

c) Als Vegetarier ernähre ich mich bewusst. Schnitzel kann man schließlich auch aus     Tofu basteln - ohne dass dafür ein Tier leiden musste. Grünkernbratlinge klingen     übrigens auch viel schlimmer als sie schmecken!
 
3. Ein guter Freund von dir hat Liebeskummer. Wie kannst du ihn wieder aufmuntern?

a) Sorry, falsche Adresse. Es gibt Millionen Menschen, die keine Ahnung haben, wovon sie sich und ihre Familie ernähren sollen. Gegen solche Probleme kommt Liebeskummer auf der Drama-Skala nicht an.

b) Ich halte ihm meine Schulter zum Ausweinen hin. Von der Familienpackung Taschentücher bis zum Trostbier - er bekommt das volle Programm. Dafür sind Freunde schließlich da.

c) Ablenkung hilft am besten, um den Kopf freizukriegen. Ich schmiede mit ihm Pläne für eine Bergtour am Wochenende. Spätestens beim Panoramablick vom Gipfel hat er den Liebeskummer vergessen.

 
Unterstützung bei den Hausaufgaben. Foto: picture-alliance/dpa/Broeler.

 

4. Was lässt deine Stimmung schon morgens auf den Tiefpunkt sinken?

a) Die Zeitung: Auf dem Titelblatt eine Nachricht über die Milliardenabfindung des korrupten Topmanagers einer Ausbeuterfirma, auf Seite drei die Reportage über Waisenkinder in Afrika. Wenn ich so was lese, lege ich betroffen meinen Marmeladentoast zur Seite.

b) Die Jugendlichen vor den grauen Sozialwohnungen, an denen ich auf dem Weg in die Schule, Uni oder Arbeit vorbeikomme. Lange bevor ich in mein Pausenbrot beiße, öffnen sie schon die erste Dose Bier und keinen kümmert’s. So viel Perspektivlosigkeit zieht meine Stimmung runter.

c) Der Stress mit meinen Geschwistern oder Mitbewohnern: Ist es denn so schwer zu begreifen, dass man entweder die Heizung an- oder das Fenster aufmacht? Wenn jetzt noch einer das Wasser während des Zähneputzens laufen lässt, kriege ich endgültig die Krise. Strom und Wasser kommen eben nicht einfach aus der Dose und dem Hahn!

5. Glückwunsch, du hast bei einer Verlosung einen Gutschein für eine Traumreise deiner Wahl gewonnen. Wohin zieht es dich?

a) Ein spießiger Hotelaufenthalt in einer Metropole reizt mich nicht. Ich muss weit, weit weg und von Kopf bis Fuß in eine fremde Kultur eintauchen: zum Beispiel in ein kleines Dorf in Südamerika.

b) Eine Frage noch: Wie viele Leute darf ich mitnehmen? Am liebsten mache ich mir mit so vielen Freunden wie möglich eine aufregende Zeit. Lieber mit der ganzen Clique Spaß im Bayrischen Wald haben, als alleine in New York rumsitzen.

c) Ich würde gerne einen Wal in freier Wildbahn sehen und ihn im Ozean beobachten, bevor diese hirnverbrannten Walfänger endgültig alle Tiere ausgerottet haben. Wenn ich ein, zwei Wochen auf einem Forschungsschiff mitfahren dürfte, ginge für mich ein Traum in Erfüllung.

6. Die Oscars sind in diesem Jahr zwar schon vergeben, trotzdem darfst du jetzt Jury spielen: Welchem dieser Filme würdest du einen Oscar verleihen?

a) „Blood Diamond“. Es ist doch eine gute Sache, wenn mit einen Film Themen wie Apartheid, Armut, Bürgerkrieg und Kindersoldaten ein breites Publikum erreichen.

b) „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Der Streifen macht glücklich und inspiriert den einen oder anderen vielleicht dazu, Papas Gartenzwerg auf Reisen zu schicken oder nett zum Mann hinter dem Gemüsestand zu sein.

c) Mich hat Al Gores „Eine unbequeme Wahrheit“ beeindruckt. Den Zustand unseres Planeten sollte man auch Leuten in bequemen Kinosesseln vor Augen führen.

7. Ehrenamtliches Engagement zusätzlich zum normalen Alltagsstress kann ganz schön anstrengend sein. Wie steht es um deine Fitness?

a) Ich bin vielleicht keine Sportskanone, aber mein Kopf ist in Topform und unter Stress kann ich am besten arbeiten: Das Adrenalin weckt verborgene körperliche Kräfte in mir.

b) Schlecht in Form bin ich nicht, aber ich bin auch kein verbissener Fitnessjünger. Sport muss Spaß machen. Deshalb bin ich seit vielen Jahren Mitglied in unserem Sportverein und schätze meine Mannschaftskameraden.

c) Mein Fahrrad ist meine große Liebe. Ich tue etwas für meine Kondition, ohne die Luft zu verpesten oder mich über verspätete Busse zu ärgern. Sport und Frischluft gehören  zusammen. Wenn das Wetter es zulässt, bin ich beim Klettern, Schwimmen oder Laufen.


Auswertung:

Typ a) „Superman und Weltverbesserer“:

Du willst die Welt verändern: Gegen Armut und für Menschenrechte lohnt es sich zu kämpfen. Die Planung des Kindergeburtstages deines kleinen Bruders ist vielleicht  chaotisch, aber das Wohltätigkeitsfest deiner Schule für ein Dorf in Ruanda organisierst du perfekt.

Dank Blackberry und Zeitung bist du bestens informiert und weißt, was in der Welt los ist:  Politische Häftlinge in Foltergefängnissen, unterdrückte Frauen und hungernde Kinder. Deiner Meinung nach strotzt die Welt vor Ungerechtigkeit.

Falls du nicht wie Superman vom Planeten Krypton stammst, bietet dir eine Mitgliedschaft in einer großen, internationalen Organisation, wie Amnesty International, ATTAC oder „Brot für die Welt“ eine Plattform für dein Engagement. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Von der Schreibtischarbeit mit internationaler Korrespondenz bis zum Flyer-Verteilen auf Demos ist alles möglich. Die Bürokratie, die mit der Arbeit auf internationalem Terrain meist verbunden ist, schreckt dich nicht ab. Schließlich willst du die Welt verändern.

Typ b) „Der Nette von Nebenan“

Wozu in die Ferne schweifen, wenn du vor deiner Haustür Gutes tun kannst? Du denkst dir: Ich kann so vielen Menschen helfen: Den Rentnern, die mit traurigen Gesichtern den ganzen Tag aus dem Fenster ihrer einsamen Wohnung starren oder den Kindern, die aus Langeweile ihre Nachmittage damit verbringen, leere Coladosen gegen Autos zu kicken. Deinen sensiblen Augen entgeht nichts.

Am liebsten würdest du als gute Fee durch deine Heimat flattern und den Menschen ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Leider fehlt dir dazu der passende Zauberstab, aber mit deiner fürsorglich-freundlichen Art schaffst du das auch ohne übernatürliche Kräfte.

Du willst sehen, wofür du dich engagierst, und dass du etwas verändern kannst. Lächeln alte Menschen, wenn du ihnen beim „Essen-auf-Rädern“-ausfahren noch ein wenig aus der Zeitung vorliest oder stehen Kinder lachend auf dem Spielplatz, den du mit aufgebaut hast, dann bist du glücklich. Ohne Leute wie dich wären die meisten Städte und Dörfer deprimierende Orte. Egal ob Jugendpolitiker oder Nachwuchstrainer im Sportverein, gute Alltagsfeen werden überall gebraucht.

Typ c) „Der Umweltretter“

Du hast kein Problem damit, dir die Hände richtig schmutzig zu machen, selbst wenn es dafür kein Geld gibt. Du bist der ideale Helfer im Tier- und Unweltschutz, denn hier sind Menschen richtig, die ordentlich anpacken können.

Bürostuhl-Akrobatik ist nichts für dich, dein Ehrenamt muss dich auch körperlich fordern. Todesmutig würdest du dich an ein Walfangboot ketten oder abgeholzte Wälder mühsam wieder aufforsten. Falls du irgendwann zu alt dafür sein solltest, könntest du dir vorstellen einen Gnadenhof für ausgesetzte Tiere und mit ökologischer Landwirtschaft zu eröffnen.

Auch Nachhaltigkeit ist wichtig für dich. Du möchtest deinen Enkeln einen bewohnbaren Planeten mit vielfältiger Tier- und Pflanzenwelt hinterlassen. Weder die Erde noch die Tiere können selbst für ihre Interessen eintreten. Deshalb setzt du dich für ihre Rechte ein. So bist du auch im Tierheim richtig: Hier sparst du gegenüber einer Reise ins nächste Walfanggebiet auch noch jede Menge CO2.


 

Neuen Kommentar schreiben

3 + 12 =
Diese Aufgabe verhindert das automatische Eintragen von SPAM. Die Rechenaufgabe ist zu lösen und das Ergebnis einzugeben. Z.B. muss für 1+3 der Wert 4 eingegeben werden.