Nichts ist besser! Abhängen! Foto: DFV Thüringen.

Elisa arbeitet als Betreuerin bei Ferienfreizeiten für Kinder. Der Deutsche Familienverband Thüringen organisiert im Sommer viele solcher Fahrten. Im Ferienlager sollen die Kinder neue Erfahrungen sammeln und sich entfalten können. Viele sind das erste Mal von zu Hause weg. Die Freizeit ist für die Kinder auch ein Schritt in Richtung Selbstständigkeit.

Am Schlimmsten ist es, wenn sich ein Teilnehmer schwer verletzt – immerhin bin ich dafür verantwortlich, dass niemandem was passiert. Doch immer kann ich das nicht verhindern: Bei den Angelferien verstaute ein Kind mal den Angelhaken in der Hosentasche anstatt im dafür vorgesehenen Koffer. Am Ende steckte der Haken im Bein.

Unangenehm ist auch, wenn ein Kind besonders viel Ärger macht und ständig bestraft werden muss, zum Beispiel, wenn es statt mit dem Golfschläger Minigolf zu spielen, lieber riesige Löcher in die Wiese haut. Wenn sich dann auch noch die Betreuer uneinig über die Art des Umgangs mit dem Kind sind, kommt nicht selten Frust auf. Dazu kam es auf der letzten Fahrt des Öfteren, da einer meiner Kollegen den Kindern schon immer nach der ersten Ermahnung das Handy oder Ähnliches für zwei Tage weg nahm. Völlig übertrieben, fand ich.

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Der chronische Schlafmangel bei solchen Freizeiten ist zwar unangenehm, aber verkraftbar. Mehr als vier Stunden pro Nacht sind meist nicht drin. Wenn ich allerdings sehe, dass ich den Kindern ein paar glückliche Tage bieten konnte und sie sich sogar bei mir bedanken, dann entschädigt mich das für alles.

Wenn Kinder aus sozial schwachen Familien oder aus Heimen an der Freizeit teilnehmen, dann freue ich mich besonders, dass ich ihnen ein paar unbeschwerte Tage ermöglichen kann. Zu Hause bleibt ihnen das oft verwehrt, weil ihre Eltern oder Heimbetreuer keine Zeit für sie haben.

Man könnte fast sagen, dass man für die Dauer der Freizeit die Rolle der Eltern einnimmt. Es ist ein schönes Gefühl, gebraucht zu werden. Kinder schließen ihre Betreuer meist schnell ins Herz, fassen sofort Vertrauen und sind ehrlich. Besonders bei Mädchen habe ich das oft erlebt. Sie sind meist anhänglicher als Jungs. Außerdem ist die Zusammenarbeit mit den anderen jugendlichen ehrenamtlichen Betreuern lustig. Aus Kollegen werden oft gute Freunde.

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