Planzen sind ihr Hobby. Foto: pixelio.de/Julia Rotter

Christina, 20, gewann einen Wettbewerb und begrünt seitdem mit den “Nature's Pirates” nachts heimlich Hannover.

"Als wir im letzten Jahr vom Wettbewerb “Sei ein Futurist” - das ist ein Wettbewerb von dm und der Deutschen Unesco Kommission - gehört haben, kamen wir auf die Idee die “Nature's Pirates” zu gründen. Angefangen haben wir dann im Februar, aber da konnte man ja noch nichts pflanzen. Also haben wir erst mal eine Homepage erstellt. Dort haben wir aufgeschrieben, was wir machen wollen und warum.: Blumen, Bäume und Kräuter pflanzen, um ein bisschen Natur in die Städte zu bringen, Wir haben dann beim Wettbewerb 1000 Euro gewonnen und angefangen zu pflanzen.
Unsere letzte Aktion war Ende Juni. Da haben wir in Hannover zwei Beete mit Blumen und Kräutern bepflanzt. Das ist jetzt ein Gemeinschaftsgarten, um den sich mehrere Leute kümmern. Büsche für einen Spielplatz haben wir auch gepflanzt, weil ein karger Spielplatz kein schöner Ort für Kinder ist.


Gärtnern gleich Gute Laune! Foto: privat

Die Natur in die Stadt bringen

Mit unseren Aktionen heilen wir die Erde ein Stückchen. Vor allem in Städten gibt es Stellen, wo gar nichts mehr wächst. Um diese Wunden kümmern wir uns. Ich habe auf dem Land gewohnt, 1500 Quadratmeter Grundstück. Seit ich zehn bin, interessiere ich mich für Permakultur und Biogärten. Dann bin ich nach Hannover gezogen, und die Stadt ist so grau und hässlich. Natur gibt es nur im Park.
Unsere Aktionen machen wir, wenn es dunkel ist, ab 22 Uhr. Dann sind nicht so viele Leute auf der Straße und es kommen keine doofen Fragen. Wir verteilen aber auch Flyer und hängen nachher Schilder auf: „Diese Erde wurde geentert.“ Das ist alles weder legal noch illegal, aber wenn der Polizei was unbekannt ist …
Bei den Aktionen machen wir auch Kreidemarkierungen auf der Straße. Die erneuern wir regelmäßig, damit die Leute wissen, dass sich jemand um die Pflanzen kümmert. Das ist auch so ein Grund, warum wir das nachts machen: Wenn die Leute morgens aus dem Haus kommen, sehen sie die Pflanzen und wollen sofort erfahren, wo die herkommen. Mitten am Tag würden sie uns für städtische Gärtner halten.
Außerdem habe ich unsere Flyer auf englisch und französisch übersetzt, spanisch kommt noch. Im Sommer reise ich durch Europa, zu verschiedenen politischen Camps. Dann verteile ich unsere Flyer in anderen Ländern, denn es soll ja jede Stadt verschönert werden.

Begeistern und weitertragen

Ein paar von meinen Freunden machen bei den „Nature Pirates“ mit. Einer studiert Forstwissenschaften und bringt manchmal Kommilitonen mit. Wenn es einen neuen Termin gibt, rufen wir die anderen an, und sie tragen das weiter. Mittlerweile verteilen fast alle meine Freunde die Flyer auch in ihren Städten.
Bei einer Aktion haben wir mal einen „Autonomen Gartenzwerg“ hingestellt. Der hatte eine schwarze Mütze und ein schwarzes Tuch vor dem Gesicht, aber er wurde geklaut.

Am schönsten ist es natürlich, wenn die Anwohner auch einen Teil der Gartenpflege übernehmen. Ein Hausbesitzer gießt zum Beispiel unsere Pflanzen, weil er sich darüber freut. Vorher war vor seinem Haus nämlich kein Grün, sondern nur Hundekacke."

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