Göttingen ist grüner als andere Städte. Hier am Leinekanal. Foto: Heidemarie Dössel, pixelio.de

Wer sich in Göttingen bewegt, fährt Fahrrad und wer kann, sitzt draußen. Nicht umsonst ist Göttingen Mitbegründer des „Gesunde Städte Netzwerkes“.

Fußballfelder voller Fahrräder

Göttingen ist eine Fahrradstadt. Fast jeder Bewohner besitzt eins. 25 Prozent aller Wege werden mit dem Drahtesel zurückgelegt.

„Wow, so viele Fahrräder an einem Ort habe ich noch nie gesehen.“ Für Besucher der Stadt sorgt der Anblick der vielen Fahrräder am Bahnhof immer für Staunen. Zwei stadiongroße Flächen stehen voll mit Fahrrädern. Göttingen ist eine Fahrradstadt. Fast jeder Bewohner besitzt eins. 25 Prozent aller Wege werden mit dem Drahtesel zurückgelegt. Besonders die Studenten flitzen mit diesem Gefährt schnell von einem Unigebäude zum anderen.

Lernen im Grünen

ein Bach unter Bäumen
So schön sind Parks in Göttingen Foto: Christiane Böker

Wer in Göttingen nicht raus geht, ist selber schuld. Möglichkeiten gibt es nämlich genug.

„Mein Gott sind die Rosen schön in Göttingen“, singt die französische Chanson- Sängerin Barbara. Tatsächlich hat die Stadt besonders im Sommer einen ausgesprochenen Reiz. Bis in die Innenstadt hinein wachsen Bäume. Zahlreiche Parks wie die Schillerwiese, der Cheltenham Park, der Rosengarten oder der Botanische Garten laden zum Verweilen ein. Viele junge Leute lernen tagsüber im Grünen und genießen hier die Abende an der frischen Luft. Auch der Stadtwald ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderungen oder zum Joggen. Wenn es einen denn nicht weiter weg an die Weser oder den Seeburger See zieht, wo man sogar segeln kann.

1000 gesunde Städte

Auch Wochenmärkte und Bioläden machen eine gesunde Stadt aus.

Göttingen ist Mitbegründer des „Gesunde Städte Netzwerkes“. 1988 lief das WHO-Projekt mit elf Städten an. Ziel ist es, sich für die Gesundheit und das Wohlergehen aller Bürger einzusetzen. Mittlerweile ist es ein weltweites Projekt, in Europa sind 29 Länder und über tausend Städte eingebunden. „Nein, von diesem Netzwerk habe ich noch nichts gehört“, sagt die Göttingerin Lisa. „Doch ich lebe gesund, Göttingen bietet hierfür zahlreiche Möglichkeiten“, meint die 25-Jährige. „Ich habe kein Auto, fahre immer mit dem Fahrrad. Auf dem Wochenmarkt und in kleinen Bioläden kann ich gesundes Essen kaufen und die zahlreichen Parks und der große Wald bieten verschiedene Möglichkeiten für Outdoor-Sport. Was wünscht man sich mehr?“

Große Geister im Karzer

ein altes Gebäude
Die Aula der Universität. Foto: Christiane Böker

Göttingen ist eine klassische Universitätsstadt. Bereits seit 1734 existiert die Uni.

Die Georg-August-Universität prägt das Stadtbild. Sie ist nicht nur der größte Arbeitgeber der Region, sondern Schmiede für berühmte Persönlichkeiten wie Georg Christoph Lichtenberg, Carl Friedrich Gauß und Friedrich Wöhler. Derzeit studieren rund 25 000 junge Menschen an der 1734 gegründeten Alma Mater. Die Aula am Wilhelmsplatz ist das Hauptgebäude. Darin befindet sich auch der Karzer. Früher saßen hier ungehorsame Studenten fest, selbst Otto von Bismarck zählte zu den Gefangenen.

Das meistgeküsste Mädchen der Welt

eine Skulptur von einem Mädchen
Ein hübsches Mädchen das Gänseliesel. Foto: Christiane Böker

Eine Tradition mit Küssen und Blumen? Für Doktoranden in Göttingen kein Problem.

In Göttingen triffst du das meistgeküsste Mädchen der Welt. Die Glückliche ist das Göttinger Gänseliesl – eigentlich ein armes Mädchen, das ihre Gänse hütet. Die Brunnenfigur steht auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus. In Göttingen ist es Brauch, dass die frischgebackenen Doktoranden nach bestandener Prüfung dem Mädchen einen Kuss auf die Wange drücken und in ihrem Korb einen Blumenstrauß hinterlassen. Ganz schön gelenkig müssen sie sein, um das zu schaffen. Diese Tradition belustigt immer wieder die Passanten.

238 Stufen zur Toilette

Diese ungewöhnliche Studentenwohnung darf leider nicht mehr bewohnt werden.

Auch die wohl außergewöhnlichste Studentenbude der Welt befand sich in Göttingen. 238 Stufen hoch lag sie im Kirchturm der Johanniskirche. 600 Jahre lang war es eine Türmerwohnung. Nach dem Tod des letzten Wächters durften Studenten hier kostenlos einziehen. Einzige Bedingung: Jeden Samstag mussten sie für zwei Stunden die Tür für Besucher öffnen, die den Ausblick auf die Stadt genießen wollten. Einen kleinen Nachteil hatte die Kirchturmwohnung auch: Es gab kein fließendes Wasser, keine Toilette oben. So mussten die Studenten immer die 238 Stufen runter und hochlaufen. Wegen fehlender Rettungswege darf die Wohnung nicht mehr bewohnt werden.

Neuen Kommentar schreiben

3 + 11 =
Diese Aufgabe verhindert das automatische Eintragen von SPAM. Die Rechenaufgabe ist zu lösen und das Ergebnis einzugeben. Z.B. muss für 1+3 der Wert 4 eingegeben werden.