Foto: Zorro Filmverleih

Der Winter rollt unaufhaltsam auf uns zu. Was macht man wohl am liebsten, wenn's draußen ungemütlich wird und Schnee und Regen an die Fensterscheiben klatschen? Richtig. Man schaut einen Film. Ein besonderer Tipp: „Wintertochter“. Ein Generationendrama über Freundschaft, die Suche nach Identität und die Bewältigung der Vergangenheit.

Wer spielt  mit?

Nicht nur Menschen aus unterschiedlichen Generationen - sondern auch mehrere Länder. „Wintertochter“ zeigt eine abenteuerliche Reise mit unerwarteten Wendungen, die dann doch auf ein Happy End hinauslaufen. Dieses Abenteuer bestreiten Kattaka (Nina Monka), die Nachbarin Lene Graumann (Ursula Werner) und Kattakas bester Freund Knäcke (Leon Seidel).  Der jüngste Darsteller in diesem Film ist gerade mal drei Wochen und der älteste 86 Jahre alt. Ein „Generationenfilm“ im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Story ist recht schnell erzählt und man ist verleitet „Wintertochter“ für einen Film zu halten, den man so ähnlich schon x-mal gesehen hat. Doch Vorsicht. Dieser Film ist anders. Man könnte fast sagen, er hat etwas Magisches.

Die Suche nach dem echten Papa

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Die zwölf Jahre alte Kattaka erfährt zum Heiligabend, dass der Mann, den sie bisher für ihren Vater gehalten hat, gar nicht ihr Vater ist. Enttäuscht und wütend auf ihre Mutter beschließt sie, ihren richtigen Vater zu suchen. Von ihrer Mutter weiß sie, dass er in Polen auf einem Schiff arbeitet. Zusammen mit ihrer 75-jährigen Nachbarin Lene macht sie sich auf den Weg nach Stettin. Knäcke, Kattakas bester Freund, ist auch mit von der Partie und sorgt für den nötigen Spaß auf der Reise. Im Containerhafen Stettin angekommen, erfahren sie, dass Alexej, der  leibliche Vater von Kattaka, bereits wieder abgelegt hat und weiter nach Danzig gefahren ist. Nach einer kurzen und heftigen Diskussion beschließen die drei ebenfalls weiter zu fahren.

In Danzig angekommen scheint die Handlung eine plötzliche Wendung zu nehmen. Dem Zuschauer eröffnet sich einen  zweite Geschichte: Auch in Lenes Leben ist nicht immer alles glatt gelaufen – sie ist immer auf der Flucht. Wird sie ihre eigenen Vergangenheit  bewältigen können? 

Nachdenklicher Film, grandiose Schauspieler

Nach seinem Debüt „Blöde Mütze“ präsentiert Johannes Schmid mit „Wintertochter“ seinen zweiten Film und zaubert damit einen Film für einen gemütlichen Kino- bzw. DVD-Abend. Nicht ohne Grund räumte der Film bereits Preise auf verschiedenen Festivals ab und wird in der Presse hoch gelobt:

Kind-sucht-verschollenen-Papa – wie oft haben wir das schon gelesen oder gehört? Der Regisseur ist dieses Thema aber ganz neu angegangen und hat so einen besonderen Film geschaffen, der sich in seiner Tiefe und Erzählweise stark von anderen Jugendfilmen abhebt. „Wintertochter“ ist ein nachdenklicher Film, der, obwohl vergleichsweise langsam erzählt, in keiner Minute langweilig wird. Hauptsächlich liegt das, neben dem gelungenen Drehbuch, an den beiden tollen Hauptdarstellerinnen Nina Monka und Ursula Werner. So wird der Film absolut sehenswert und unvergesslich.

Die Suche nach ...

„Wintertochter" zeigt die Reise von Menschen aus unterschiedlichen Generationen, die alle irgendwie auf der Suche sind. Was sie suchen, muss jeder von ihnen für sich selbst herausfinden. Durch die gemeinsamen Erfahrungen auf der Fahrt entsteht eine tiefe Freundschaft, in der das Alter keine Rolle zu spielen scheint. Der Film zeigt uns: Eine Freundschaft über mehrere Generationen ist möglich und sogar erstrebenswert. Wir alle können voneinander lernen. „Wintertochter“ ist ein Generationenfilm – ob die Zuschauer nun 12 oder 75 Jahre alt sind.

Johannes Schmid Wintertochter”, Schlicht und Ergreifend Film (München) und Pokromski Studio (Warschau), Kinostart: 20. Oktober 2011

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