Ein Hotelmanager rettet über tausend Flüchtlinge vor dem Tod. Cover: Universum Film

Paul Rusesabagina ist eigentlich nur der Hotelmanager eines Vier-Sterne-Hotels in Kigali, der Hauptstadt Ruandas. Doch plötzlich wird er zum Held einer ganzen Nation und sein Hotel zum Flüchtlingslager.

Kigali, Ruanda im April 1994: Seit einem halben Jahr befinden sich UN-Blauhelme im Zuge der friedenserhaltenden Mission „UNAMIR“ (United Nations Assistance Mission for Rwanda) zur Einhaltung eines Friedensabkommens zwischen den ruandischen Bürgerkriegsparteien im gespaltenen Ruanda. Da verschärft sich  nach dem Mord an dem damaligen Präsidenten Juvénaö Habyarimana plötzlich der jahrzehntelange Konflikt zwischen der Hutu- und der Tutsi-Gruppe und alles gerät außer Kontrolle.

Paul und Oliver gegen den Rest der Welt

Das 2004 veröffentlichte Drama „Hotel Ruanda“ erzählt die wahre Geschichte von Paul Rusesabagina. Der Hotelier trifft mit Ausbruch der Unruhen und Massaker der Hutu-Milizen die selbstlos solidarische – und für ihn selbstverständliche Entscheidung – sein nobles Vier-Sterne-Hotel „Des Mille Collines“ als Notunterkunft für Flüchtlinge bereitzustellen.

Währenddessen hat der UN-Colonel Oliver (Nick Nolte) Schwierigkeiten, in den Völkermord einzugreifen. Der UN-Soldat kommentiert machtlos: „Wir sind hier, um den Frieden zu wahren, nicht um Frieden zu schaffen.“ Das Mandat der Vereinten Nationen verhindert ein Eingreifen der UN-Soldaten – lediglich zur Selbstverteidigung dürfen die Blauhelme schießen.

Hotelier Paul ist auf sich allein gestellt. Sein Verhandlungsgeschick zwischen den Milizen ermöglicht insgesamt 1268 Menschen die Flucht aus Ruanda und rettet ihnen damit das Leben. Ein kleiner Beitrag, wenn man bedenkt, dass die Massaker in zwei Monaten circa eine Million Menschenleben auslöschten.

Chronologisch und simpel erzählt und dadurch authentisch

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Die Geschichte wird von Anfang an chronologisch erzählt. Der zentralen Rolle Paul Rusesabaginas wird mittels der „Augen-Kamera“ Ausdruck verliehen. Der Zuschauer sieht also das, was Rusesabagina sieht und fühlt sich so näher am Geschehen.

Don Cheadle überzeugt als Rusesabagina: Die Figur entwickelt sich im Film vom eher unpolitischen Optimisten zum politischen Realisten. In der Originalversion glänzt er zusätzlich mit einem afrikanischen Akzent.

Es gibt Filme, die man sich vielleicht nicht gerne anschaut, doch definitiv anschauen sollte. Schon allein aufgrund der historischen Bedeutung des Filmes sollte man ihn gesehen haben. Details der Massaker bleiben dem Zuschauer erspart. „Hotel Ruanda“ lehrt uns: Hinsehen und nicht wieder Wegschauen – so beginnt Solidarität.


„Hotel Ruanda“, Regie: Terry George, Universum Film, 9,99 Euro

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