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ein Buchcover
Der Kulturbegriff auf 190 Seiten.

Grafik: Beck Verlag

Wissen | 2010 | Februar | Kultur (Nr. 77)

Was ist Kultur?

Was ist Kultur eigentlich? Der heutige Begriff ist so facettenreich, dass sich ganze Institute damit beschäftigen. Auch Terry Eagleton, Literaturtheoretiker alter Garde. Trocken? Ganz und gar nicht!

Terry Eagleton, Professor an der Lancaster University, gehört zu den renommiertesten Literaturkritikern weltweit: Verfasser von trockenen, theoretischen und tristen Publikationen könnte man meinen. Doch Eagleton ist anders. Seine Bücher sind witzig und leicht geschrieben. Sie genießen selbst in nicht-akademischen Kreisen mittlerweile Kultstatus.

Pointierte Einblicke

In „Was ist Kultur?“ gibt er dem Leser einen pointierten Einblick in die unglaubliche Vielfalt des Kulturbegriffs. Da schreibt er vom Ursprung und der Entwicklung der Kultur, von Epochen, Dichtern und Denkern. Eigentlich ganz schön mutig, sich einem solchen Ungeheuer zu nähern. Doch er ist nicht darauf aus, dem neugierigen Leser eine genaue wissenschaftliche Abhandlung hinzuknallen. Bei einem solchen Thema kann man eh nicht alles abdecken. Dafür ist das Werk mit 190 Seiten auch einfach viel zu dünn.

Demontage des klassischen Kulturbegriffs

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Und trotzdem, der Inhalt kommt bei ihm bei weitem nicht zu kurz. Meisterhaft springt er zwischen den einzelnen Epochen, ordnet den Kulturbegriff in den politischen und gesellschaftlichen Kontext ein. Mehr noch, er demontiert den klassischen Kulturbegriff, verweist den überbetonten Begriff auf einen neuen Platz. Er entwickelt sogar einen ganz neuen marxistisch angehauchten Zugang. Glasklare Beobachtungen, witzig geschrieben. Genau richtig um den Horizont zu erweitern, ohne einen dicken Kopf zu bekommen.

Eagleton, Terry, „Was ist Kultur? Eine Einführung.“, Beck München, 12,95€

Autor:
Moritz von Saint-Paul , ist 18 Jahre und ist Schüler
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