„Warum wedelt der Hund mit dem Schwanz?“ – „Weil er schlauer ist, sonst würde der Schwanz mit dem Hund wedeln.“ Wie sich diese Weisheit im Zuge eines politischen Wahlkampfes durchsetzt, beantwortet die solide inszenierte Politsatire „Wag the Dog“.
Im Fokus der schwarzen Satire stehen der Krisenberater Conrad Brean und der Filmproduzent Stanley Motss. Sie müssen den amtierenden US-Präsidenten - zwei Wochen vor seiner Wiederwahl - aus einer Affäre der delikateren Art retten. Um die Berichterstattung über die sexuellen Übergriffe auf eine Minderjährige zu umgehen, wird ein Medienkrieg inszeniert und das Agenda Setting, der Tagesthemenplan der Medien, gezielt manipuliert.
„Sie wollen, dass ich ihren Krieg inszeniere?“
Der zu Beginn noch ahnungslose Zuschauer wird so schnell zum Mitverschwörer im Ränkespiel um Machterhalt und Öffentlichkeitsarbeit, dass es einem eiskalt den Rücken hinunterläuft. Politik wird zu einem unsauberen Geschäft degradiert. Je mehr Hindernisse sich den Protagonisten in den Weg stellen, desto einfallsreicher werden die Täuschungsversuche. Ein selbst komponierter Song, ein extra gedrehtes Fluchtvideo und ein inhaftierter Vergewaltiger, der als Kriegsheld ausgegeben wird, gehören dabei zum Standardrepertoire der grauen Eminenzen.
„Der Krieg ist vorbei. Ich hab es im Fernsehen gesehen.“
In „Wag the Dog“ kommen die Medien ohne gründliche oder überhaupt irgendeine Recherche aus. Sie sind Spielball der geschäftstüchtigen und technikaffinen Politikmacher. Der Streifen zeigt eine mediale Verzerrung der Wirklichkeit vom Feinsten, die euch nicht nur die gesamte Filmlänge fesselt, sondern auch im Nachhinein noch mit flauem Magen und kritischen Augen auf die Titelthemen der Tageszeitungen blicken lässt. Am Ende bleiben offene Fragen: Wie real sind unsere Medien wirklich? Wie sehr wird die Agenda gesteuert, und wo führen uns die technischen Innovationen und Auflagenkämpfe in Zukunft hin?
Barry Levinson: "Wag the dog", Concorde Video, 14,95 Euro






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