So geht es vielen! Foto: Frank Grätz
Wer ab und zu den Wirtschaftsteil der Zeitung aufschlägt, weiß, dass es gar nicht so einfach ist, sich in der Finanzsprache zurecht zu finden. Schekker erklärt Begriffe, die ihr kennen solltet, wenn ihr das nächste Mal zur Bank geht – und solche, mit denen ihr bei der nächsten Party angeben könnt.

Aktien

Sind Anteilsscheine an einem Unternehmen und werden an der Börse gehandelt. Macht ein Unternehmen viel Gewinn, wird ein Teil dieses Gewinns an die Aktionäre ausgegeben: die Dividende. Am Kurs einer Aktie sieht man, wie viel ein Anteil gerade kostet.

Bär und Bulle

Beide sind Symboltiere der Börse. Der Bulle steht für steigende Kurse, der Bär für fallende. Dieses Sinnbild geht auf das 16. Jahrhundert zurück und erinnerte damals an eine Variante des Stierkampfes in Südamerika. 

China

Gilt als Ursprungsland des Papiergelds. Marco Polo bestaunte 1276 auf seiner Reise kaiserliche Banknoten in China.

Dauerauftrag

Ist eine Geldüberweisung, die in regelmäßigen Abständen automatisch von der Bank vorgenommen wird. Dient zum Beispiel dazu, nicht jeden Monat von neuem daran denken zu müssen, seine Miete zu bezahlen.

EC

Ist die Abkürzung für „Electronic Cash“ und ein verbreitetes System, um bargeldlos zu bezahlen. Das Geld wird dabei direkt vom Konto abgebucht. Zur Identifizierung wird eine Chipkarte sowie ein PIN-Code oder eine Unterschrift verwendet.
 
 

Finanzkrise

Wort des Jahres 2008. Begann durch die Insolvenz mehrerer US-Immobilienbanken, die Kredite vergaben und ihr Geld nicht mehr zurück bekamen. Weitete sich dann zur weltweiten Krise der Finanzbranche aus.

Geschäftsfähigkeit

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres sind Jugendliche voll geschäftsfähig. Kinder vor Vollendung des 7. Lebensjahres sind geschäftsunfähig. Das bedeutet, sie sind nicht berechtigt, Verträge abzuschließen. Auch beim Einkaufen entsteht ein Vertrag: der Kaufvertrag. Minderjährige zwischen 7 und 18 sind nur beschränkt geschäftsfähig. Sie dürfen kaufen, was sie wollen, solange die Eltern zustimmen. Ausnahmen bilden Kredite und Verträge mit Ratenzahlung.

Ein Mädchen schaut in einen leeren Kühlschrank.
Dieser Haushaltsplan hat wohl eine Überarbeitung nötig.
Foto: Frank Grätz

Haushaltsplan

Ihr müsst mit eurem Geld haushalten, es also einteilen. Wer schon Mitte des Monats pleite ist, dem sei ein Haushaltsplan empfohlen: In ein Buch schreibt ihr, wie viel Geld ihr für Klamotten, Süßigkeiten, Kino und Co. ausgeben wollt. Auf diese Weise könnt ihr hoffentlich verhindern, dass die Gesamtausgaben das monatliche Taschengeld überschreiten.

Inflation

Beschreibt den Anstieg des Preisniveaus. Das heißt: Man bezahlt für die gleiche Ware mehr Geld als zuvor, das Geld verliert also an Wert. Die Inflation in Deutschland betrug laut dem Statistischen Bundesamt im Jahr 2008 3,1 Prozent.

Juwelen

Edelsteine oder Juwelen waren früher eine beliebte Geldanlage, vor allem bei Adeligen.
 

Kauri-Schnecken

Auf vielen Südseeinseln sind die Gehäuse der Kauri-Schnecke bis heute ein anerkanntes Zahlungsmittel.

Leihen

Banken verleihen Geld in Form von Krediten. In der Regel vereinbart man mit der Bank einen Zeitraum, in dem man ihr das geliehene Geld zurückzahlt. Neben dem geliehenen Geld muss man der Bank noch eine Art Leihgebühr zahlen – die Zinsen.

M 3

Von der Europäischen Zentralbank festgelegte Abkürzung für die gesamte Geldmenge im Euro-Raum. Dazu zählen Bargeld, Einlagen auf Konten, Aktien und andere Wertpapiere.

Nebenjob

Knapp die Hälfte ihres Taschengeldes verdienen Jugendliche mit Nebenjobs. Kinder unter 13 Jahren dürfen überhaupt nicht arbeiten. Ab 13 gilt die Regelung, dass Jugendliche während der Schulzeit täglich nicht mehr als zwei Stunden arbeiten dürfen. Zwischen 18 und 8 Uhr darf nicht gearbeitet werden.

Onlinebanking

Ermöglicht es euch, eure Geldgeschäfte bequem vom Computer aus zu regeln, ohne dabei zur Bank gehen zu müssen. Und es hilft den Banken dabei, Personalkosten zu sparen.

Pleite

In der Fachsprache Insolvenz genannt; bedeutet, dass ihr eure offenen Rechnungen unter keinen Umständen mehr begleichen könnt – auch nicht in naher Zukunft. In diesem Fall gehen Firmen oder Privatpersonen in die Insolvenz: Euer übriges Geld und euer Eigentum kann nun von einem Gericht gepfändet werden, um eure Rechnungen zu begleichen.

Quantitätstheorie

Das ist eine Wirtschaftstheorie, laut der der Geldwert durch die Geldmenge bestimmt wird. Je mehr Geld es auf dem Markt gibt, desto weniger kann man davon kaufen.

Ein Mädchen mit einer Pistole zieht sich eine Strumpfhose übers Gesicht.
Der einzige Weg zum Reichtum?
Foto: Frank Grätz

Reichtum

Laut Armutsbericht des Bundesarbeitsministeriums gilt man in Deutschland als Alleinstehender als reich, wenn man monatlich mindestens 3.418 Euro zur Verfügung hat. Als arm gilt, wer nicht mehr als 781 Euro pro Monat zum Leben hat.

Schufa

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) pflegt eine Datenbank, die das Zahlungsverhalten der deutschen Bürger aufzeichnet. Konkret bedeutet das: Nehmt ihr einen Kredit auf, schließt einen Handyvertrag ab oder zahlt eine Rechnung nicht, kann dies bei der Schufa registriert werden. Wollt ihr anschließend ein Geschäft mit Ratenzahlung abschließen, kann sich der Verkäufer über euch bei der Schufa erkundigen. Solltet ihr viele Rechnungen noch nicht bezahlt haben, wird der Verkäufer mit euch nur einen Vertrag mit Barzahlung abschließen.

Taschengeld

Etwa 23,1 Milliarden Euro haben alle deutschen Jugendlichen zusammen laut einer Studie des Münchner Institutes iconkids & youth jährlich zur Verfügung. Fünf Milliarden davon sind Taschengeld. Das ergibt durchschnittlich 36 Euro Taschengeld für jeden Jugendlichen im Monat.

Überziehen

Wenn ihr mehr Geld von eurem Konto abhebt als eigentlich drauf ist, überzieht ihr euer Konto und nehmt einen Dispo-Kredit in Anspruch. Je länger ihr mit eurem Konto im Minus seid, desto mehr Zinsen bekommt die Bank von euch.

Verwendungszweck

Wer Geld überweist, kann auch einen Verwendungszweck angeben. Da der Verwendungszweck ungefähr die Textlänge einer SMS hat, kann man bei Bedarf dem Empfänger auch kleine Nachrichten darüber senden.

Weltbank

Die Weltbank vergibt keine Kredite an Personen oder Firmen, sie leiht das Geld armen Ländern, damit diese ihre Wirtschaft, Schulen und Straßen aufbauen können. Aber wie bei jeder anderen Bank auch müssen die Länder der Weltbank das Geld zurück zahlen, plus Zinsen.

Xetra

Durch das elektronische Handelssystem Xetra können Banker auf der ganzen Welt bequem vom Computer aus an der Deutschen Börse in Frankfurt mit Aktien handeln.

Yap

Die Insel im West-Pazifik ist der Ursprungsort von Steingeld. Die schweren Steinscheiben wurden bei einem Besitzerwechsel meist nicht transportiert. Es wurde nur der Name des neuen Besitzers eingeritzt.

Zinsen

Wer sein Geld auf der Bank anlegt, bekommt dafür Zinsen. Die zahlt die Bank, da sie das angelegte Geld an andere Personen verleihen kann. Wollt ihr euch Geld bei der Bank leihen, zahlt ihr folglich Zinsen an die Bank.