Über Shoppingsucht und andere Lebensweisheiten: Kaufsucht erwartet man nicht unbedingt als Thema eines leichten Frauenromans. Sophie Kinsella schafft es in „Die Schnäppchenjägerin“ dennoch, daraus eine komödiengleiche Geschichte zu machen.
Rebecca Bloomwood ist Finanzexpertin und Journalistin. Ein völliger Gegensatz zu ihrem privaten Leben. Dort geht sie ständig shoppen und gibt dabei sehr viel mehr Geld aus, als sie auf dem Konto hat. Wieso sie shoppen geht? Einfache Antwort: Zur Entspannung und um „Schnäppchen“ zu machen. Verfolgt von ihrem Bankberater, der die ausstehenden Rechnungen eintreiben will, setzt sie alles daran, aus der Schuldenfalle zu entkommen, Gelingen, so viel soll gesagt sein, tut es ihr nicht. Unterstützt wird sie von ihrer Mitbewohnerin und besten Freundin Suze, die alles daran setzt, Rebecca aus den Schulden und zu einer neuen Liebe zu verhelfen.
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Außerdem gibt es da noch Luke Brandon, ein gutaussehender Charmeur, der als Geschäftsmann Millionen mit seiner PR-Agentur verdient hat. Genau der Richtige für Rebecca. Jedoch fällt es ihr schwer, nicht im eigenen Chaos unterzugehen, sich die Bank vom Leib zu halten und gleichzeitig den Mann ihrer Träume zu erobern. Da hilft oft nur noch ein kleines Schnäppchen aus der Krise.
„Überdreht komödiengleich die Realität“ (Hamburger Abendblatt)
Sophie Kinsella nimmt uns mit ihrem Roman auf eine Reise durch die Gedankenwelt einer Frau, die vollkommen luxusversessen ist. In ihrem 400 Seiten starken Buch geht es nicht nur um Liebe, Freunde und den Job, sondern auch um das vermeintlich dröge Thema Finanzen, was aber, so witzig und charmant verpackt, zu einem Schmöker für jede Frau wird.
Kinsella spricht den Leser immer wieder direkt an, so dass dieser das Gefühl bekommt, Rebecca würde gleich aus dem Buch springen und einem ihre Geschichte selbst erzählen. Ein wenig realitätsfern schreibt die Autorin von den Problemen einer Frau, die nicht anders kann, als zu shoppen. Konsum und Luxus scheinen für die junge Rebecca das Wichtigste zu sein. Erst als sie ihrem Traummann begegnet, stellt sie sich ihren Problemen.
Mit vielen inneren Monologen und Gedanken der Protagonistin kann der Leser sich gut in die Situation Rebeccas hineinversetzen und sich köstlich über die meist völlig abstrusen Gedanken und Gefühle amüsieren.
Thema Kaufsucht nur oberflächlich behandelt
„Die Schnäppchenjägerin“ hat mit der Kaufsucht Rebeccas zwar einen ernsten Hintergrund, aber das Buch ist dennoch ein Unterhaltungs-, kein Lebenshilferoman. Ihr Problem ist der Aufhänger für viele schräge Situationen anhand derer auf unterhaltsame Art deutlich wird, wie Kaufsüchtige denken. Ich habe viel gelacht, auch die ein oder andere (Lach-)Träne verdrückt und mir, nachdem ich „Die Schnäppchenjägerin“ ausgelesen hatte, das zweite Buch der sechsbändigen Reihe gekauft.
2009 erschien mit „Shopaholic“ der Kinofilm zum Buch. Meine Hoffnung auf ähnlich gute Unterhaltung wie in der Vorlage wurde leider enttäuscht. Die Filmemacher haben die Kinsella-Bücher nur lieblos zusammengenudelt und die besten Stellen weggelassen. Bleibt deshalb lieber beim Buch.
Dieser charmante Roman mit viel Humor und doch jeder Menge Stoff zum Nachdenken ist die perfekte Mischung für jeden, der nur eben mal schnell zum Supermarkt wollte und dann mit zig Shoppingtüten wieder nach Hause kommt. „Das war doch so günstig – Ein absolutes Schnäppchen!“
Sophie Kinsella: „Die Schnäppchenjägerin“, Goldmann Verlag, August 2002, 8,95 Euro






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