Ein Interrail-Abenteuer durch 22 europäische Metropolen. Cover: edition oberkassel

Eine Reise mit sich selbst. Das war der Wunsch des Kölner Autors Christian Breuer. Er hat sich im Juli 2010 ein Interrail-Ticket gekauft und ist einen Monat lang mit Schnellzügen und Bummelbahnen durch 22 europäische Städte gereist.

Von Amsterdam über Barcelona und Budapest bis nach Kopenhagen. Chrizz B. Reuer, wie sich der Reisende selbst nennt, ist einmal um Deutschland herum gefahren und hat sich von vielen Städten inspirieren lassen. Nach Gedichten und einzelnen Reisetexten ist „Der Europa-Trip – InterRail ZweiPunktNull“ sein erstes, langes Prosawerk.

Es ist kein Tagebuch-Roman und noch weniger ein ausführlicher Reiseführer. Auf den gut 200 Seiten stehen nicht mehr als Wortfetzen. Es sind Zitate, Dialoge, Sprüche, Beobachtungen, Tipps und meist lustige Erlebnisse des Protagonisten aus seiner einmonatigen Reise. Der Autor kürzt vieles ab, reiht Sätze aneinander, macht viele Punkte und nutzt häufig Smileys – der Untertitel des Buches „ZweiPunktNull“ macht’s möglich. Die Seiten wirken oft wie eine E-Mail. Immerhin lockern einige Schnappschüsse das eher bescheidene Layout auf.

Merkwürdigkeiten und Missverständnisse

Gerne schreibt er über seine Herbergen und Zimmergenossen. Wie etwa in Amsterdam als er nachts als Erster in der „Kifferhöhle“ ankommt. Oder in Brüssel, wo er im „Zimmer der Verschrobenen“ nächtigt. Wenn ihn etwas nervt, macht er das deutlich: „Zu allem Überfluss kommen jetzt noch PFERDEKUTSCHEN! Kalapper. Kalapper“, schreibt er in Brügge. In Barcelona regt er sich lautstark über die „BUROCRACIA“ auf.

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Den ein oder anderen kulinarischen Tipp hat er natürlich auch. Weniger erfreut ist er über das teure deutsche Billigbier in Frankreich. In Wien kehrt er nicht nur im Kaffeehaus ein, sondern  lässt es sich bei den „Schnitzel Sisters“ schmecken und veranstaltet einen „Käseexzess“. Obwohl ihn Wien „mit lustigen Merkwürdigkeiten und Missverständnissen“ begrüßt, muss es ihm die österreichische Hauptstadt angetan haben, schließlich widmet er ihr zwei ausführliche Kapitel.  „ÜBERWÄLTIGT“ ist er auch vom belgischen Lüttich.  Barcelona attestiert er  „FLAIR“ und streift in Krakau durch die „SCHÖNE Altstadt“.

Interrail für 40 Plus

Von den typischen Interrailern (abenteuerlustige Abiturienten und Studenten auf Europa-Expedition) grenzt er sich bewusst ab: „Bin 40 PLUS, gebt mir SeniorenStatus“, damit macht er den Unterschied zu seinen jungen Weggefährten deutlich. Doch auch als erfahrener Reisender trifft Reuer eine Menge komischer Typen und verirrt sich im Sprachdschungel aus Französisch, Spanisch und Italienisch. So macht Europa Spaß!


Chrizz B. Reuer: „Der Europa-Trip – InterRail ZweiPunktNull“, edition oberkassel, 2011, 16,95 Euro

Kommentare

Hab ich gar nicht gewusst, dass es das noch gibt. Sollte man mal ausprobieren.

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