Was denkt eine Generation über die Wiedervereinigung, wenn sie sie nicht miterlebt hat? Schekker hat nachgefragt: Wir wollten wissen, ob sie für euch schon Geschichte oder auch in der Gegenwart noch immer ein Thema ist.

Veronika, 14, aus den alten Bundesländern: Für mich ist der Mauerfall und was davor geschehen ist eindeutig Vergangenheit. Ich sehe heute keinen Unterschied mehr zwischen dem ehemaligen Osten und Westen, denn die Standards und die Mentalität der Leute haben sich angepasst.

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Wiedervereinigung, Widervereinigung oder vielleicht doch Wiedervereinigung …? Genau wie Einige sich vielleicht bei der Rechtschreibung nicht ganz sicher sind, gibt es bestimmt genauso viele, die sich fragen, wann diese Wiedervereinigung denn genau stattgefunden hat und was da überhaupt so wirklich los gewesen ist. Ignoranz? Oder einfach nur abgeschlossene Vergangenheit? Genau das ist die Frage, die ich glaube jeder für sich selbst beantworten muss. Meiner Meinung ist das ein Gemisch aus beidem. Von meinen Freunden und mir war nämlich genauso wenig jemand dabei, wie unsere Eltern beim ersten Weltkrieg. Selbstverständlich sollten ein gewisses Grundwissen und ein paar Vorkenntnisse vorhanden sein, aber jedes kleinste einzelne Detail zu wissen finde ich ist jedem selbst überlassen. Es ist auch eine ganz andere Auffassungsart, die Aufruhr jener Zeit miterlebt zu haben, als nur ein paar Bilder vorgelegt zu bekommen oder dazu ein Tafelbild dazu zu malen.
Man stelle sich vor: Ich bin 23, als die Mauer fiel, war ich zwei. Viel vom ehemaligen Ostberlin habe ich daher nicht mitbekommen. Logischerweise dürfte in den Köpfen unserer Generationen keine Mauer mehr sein. Oder doch? Folgendes Beispiel zeigt, dass es leider immer noch so ist: Neulich war ich in NRW, einen Freund besuchen. Die erste Frage seiner Freunde: Kommst du aus Ost oder Westberlin? Westberlin ist cool. Der Osten doof. So oder ähnlich war die Meinung. Nach einigen gemeinsamen Abenden konnte ich zeigen, dass nicht alles stimmt, was man so hört. Leider übernehmen wir eine Menge der Gedanken unserer Eltern. Im Osten haben viele den Gedanken, die Menschen im Westen seien oberflächlich oder gar arrogant. Die Menschen im Westen denken teilweise, im Osten sei man geizig und lebt in grauen Betonklötzen. Man wird nicht viele Beispiele finden, die das belegen. Dafür sind die Menschen zu unterschiedlich. Das ist auch gut so. Außerdem: Hinter der Herkunft steckt auch immer ein Mensch. Und den sollte man bewerten. Nicht die Herkunft. Gott sei Dank habe ich auch viele positive Erfahrungen gemacht. In meinem Freundeskreis ist es egal, ob du aus Neukölln (Westen) oder Friedrichshain (Osten) kommst. So sollte es sein.

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