Bildung ist wichtig, denn Bildung ist unsere Zukunft – darüber sind wir uns alle einig. Damit es aber bei solch allgemeinen Bekenntnissen nicht bleibt, hat die Bundesregierung ein Paket namens Qualifizierungsinitiative geschnürt. Die konkreten Projekte und Vorhaben, die sich hinter diesem Begriff verbergen, haben wir in Form von spannenden Zahlen zusammen gefasst.
10
Die Bundesregierung will den Prozentsatz des Geldes, das sie für die Bereiche Forschung und Bildung ausgibt, bis zum Jahr 2015 auf 10 Prozent des Bruttoinlandprodukts erhöhen. Nach derzeitigem Stand würden dann etwa 240 Millionen Euro in Kindergärten und Tagesstätten, allgemeinbildende Schulen und betriebliche Ausbildungsstätten, Hochschulen und Universitäten investiert werden.
www.aufstieg-durch-bildung.info
15
Ein Wunsch der Bundesregierung: Der Frauenanteil bei den Professuren soll steigen, deshalb ist ein eigenes „Professorinnenprogramm“ vorgesehen. Dafür werden jährlich 15 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um bis zu 200 Professorinnenstellen zu fördern. Eine weitere Initiative sieht vor, das Programm AQUA (Akademikerinnen und Akademiker qualifizieren sich für den Arbeitsmarkt) der Otto Benecke Stiftung e.V. so zu erweitern, dass Frauen sich in der Elternzeit fortbilden können und bei der Rückkehr in den Beruf gute Chancen haben.
19
Nur 19 Prozent der heute 15-jährigen Jugendlichen können sich vorstellen, ein Hochschulstudium abzuschließen. Dieser Entwicklung will die Bundesregierung entgegenwirken. Beispielsweise sollen sich besonders Begabte, die sich aus dem Beruf heraus für ein Studium qualifiziert haben, um so genannte Aufstiegsstipendien bewerben können. Damit könnten sie sich die Weiterbildung an der Uni leisten. Auch um Migranten will sich die Bundesregierung intensiv kümmern. So plant sie, die Zahl der Studierenden mit Migrationshintergrund in den kommenden fünf Jahren zu verdoppeln.
40
Die Bundesregierung will allen Studierwilligen die Aufnahme eines Studiums ermöglichen. Damit will sie die Anfängerquote eines Altersjahrgangs auf 40 Prozent steigern. Um den Schulabgängern das Studium schmackhafter zu machen, sollen Fachhochschulen ausgebaut, das Stipendienwesen verbessert und der Numerus Clausus verringert werden. Das BAföG wird um zehn Prozent erhöht. Auch sollen beispielsweise mehr Teilzeitprogramme angeboten und Zuverdienste ermöglicht werden, um schwangerschafts- und familienbedingte Studienabbrüche zu vermeiden. Um interessierten Schulabgängern die Aufnahme eines Studiums zu erleichtern, sieht die Bundesregierung vor, eine spezielle Serviceagentur für die erfolgreiche Vermittlung von Studienplätzen sorgen zu lassen. Ostdeutschland soll zudem als Studienstandort stärker entwickelt und attraktiver gemacht werden.
www.qualifizierungsinitiative-ost.de
154
Um der Arbeitslosigkeit zu entgehen, ist es wichtig, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Deshalb werden Menschen, die an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen, mit einer Prämie von bis zu 154 Euro bezuschusst. Auch sollen Weiterbildungsdarlehen unabhängig vom jeweiligen Einkommen genehmigt werden. Die Qualifizierungsinitiative sieht nicht nur Hilfe für einzelne Mitarbeiter, sondern auch für die Unternehmen vor. So sollen auch kleine und mittlere Betriebe vom Know-How der großen Firmen profitieren können, um im Wettbewerb nicht unterzugehen.

Mädchen in die Naturwissenschaft: Freie Stellen in Mathematik, Informatik und Technik sollen mit Frauen besetzt werden
Foto: Frank Grätz
10.000
Mithilfe der Qualifizierungsinitiative sollen sich künftig mehr Menschen für naturwissenschaftlich-technische Berufe interessieren, da hier die Nachfrage von Unternehmen und Forschungseinrichtungen besonders groß ist. Grundlage hierfür sind die MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften. Besonders Frauen sollen auf die Vorzüge einer Ausbildung in diesem Bereich aufmerksam gemacht werden, da dieser bisher hauptsächlich von den Männern dominiert wurde. Das Interesse an Naturwissenschaft und Technik soll schon im Kindesalter geweckt werden. Das Projekt „Haus der kleinen Forscher“, das die Helmholtz-Gemeinschaft und McKinsey & Company zusammen mit der Siemens AG und der Dietmar-Hopp-Stiftung unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung gegründet hat, soll bis 2009/10 bis zu 10.000 Kindertagesstätten mit diesem Ziel erreichen.
80.000
Ein weiteres Ziel der Bundesregierung ist die Förderung der frühkindlichen Betreuung und Bildung. Durch eine spezielle Fortbildungsinitiative sollen 80.000 Erzieherinnen und Erzieher sowie Tagesmütter und -väter auf diese Aufgabe vorbereitet werden. Ein weiterer Punkt der Qualifizierungsinitiative in Hinsicht auf die frühkindliche Betreuung ist die Einrichtung sogenannter „Bildungshäuser“, die den Übergang vom Kindergarten- zum Schulbesuch vereinfachen sollen, indem sie sich dem Lerntempo der Kinder anpassen.
Jugendliche in die Ausbildung: Wer schon lange sucht, soll bald eine Lehrstelle finden, Foto: Frank Grätz
100.000
Bis 2010 sollen 100.000 neue Ausbildungsplätze für Altbewerber – also Bewerber, die sich im Vorjahr oder noch früher erfolglos beworben haben – geschaffen werden. Ein so genannter Ausbildungsbonus soll hierbei helfen: Stellt ein Arbeitgeber bis Ende 2010 einen Bewerber ein, der über einen längeren Zeitraum erfolglos nach einer Lehrstelle gesucht hat, so erhält der Arbeitgeber zwischen 4.000 und 6.000 Euro Prämie. Außerdem sollen sich spezielle Berufseinstiegsbegleiter um die Jugendlichen kümmern, die aufgrund ihrer schulischen Leistungen oder familiären Hintergründe Hilfe bei der Vorbereitung des Schulabschlusses, bei der Berufswahl und dem Beginn einer Ausbildung benötigen.




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