Cover mit Bild aus der Verfilmung von "Kleiner Mann - was nun?" Grafik: rororo

Was passiert, wenn zwei junge Menschen ein Kind erwarten und wissen, dass das Geld für Drei nicht ausreichen wird? In der Gesellschaft nimmt die Arbeitslosigkeit rapide zu und damit auch Elend und Armut. In dieser düsteren Zeit spielt die packende Liebesgeschichte „Kleiner Mann - was nun?“.

Hans Fallada zeichnet in seinem Roman „Kleiner Mann was nun“ die Folgen der Weltwirtschaftskrise für die kleinen Leute nach. Voller Hoffnung und Mut behaupten sich drei Menschen in einer Welt, die scheinbar keinen Platz mehr für sie hat. Der Roman erschien 1932, auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise, zu Zeiten der Weimarer Republik.

Johannes Pinneberg und seine Freundin Emma Mörschel erfahren, dass sie schwanger ist. Nach einer Blitzhochzeit bezieht das junge Paar eine möblierte Wohnung am Stadtrand von Ducherow. Pinneberg hält seinen neuen Familienstand gegenüber seinem launischen Chef Emil Kleinholz geheim. Denn der hätte ihn gern zum Schwiegersohn. Das geht nicht lange gut und ihm wird gekündigt. Ist dies der Untergang für die junge Familie? Nein, aber Pinneberg ist nun voller Ängste: Panik bestimmt seinen beruflichen Alltag und durch die Arbeitslosigkeit verliert er seine Selbstachtung. Emma erkennt sehr rasch, dass Arbeit für Pinneberg lebensnotwendig ist, denn ohne Arbeit quälen ihn Absturzängste.

Mit Arbeit aus der Hoffnungslosigkeit


Rettung kommt von Pinnebergs Mutter Mia, einer ehemaligen Bardame. Durch dubiose Beziehungen erhält Pinneberg trotz Konjunkturkrise eine Stelle als Verkäufer für Herrenkonfektion. Am 14. März 1931 bringt Emma Horst, genannt Murkel, zur Welt. Alles scheint gut zu sein, doch das Glück währt nicht lange.

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Aufgrund der kurzen Nachtruhe ist Pinneberg unpünktlich, übermüdet und unkonzentriert bei der Arbeit. Es fällt ihm schwer, das monatliche Verkaufssoll zu erfüllen. Der Druck wird immer größer, der Haushaltsplan immer enger, die Nerven dünner und plötzlich steht er wieder auf der Straße. Wie Hunderttausende andere auch. Pinneberg glaubt, „dass er hier nicht mehr hergehört, dass man ihn zu Recht wegjagt: ausgerutscht, versunken, erledigt. Armut ist nicht nur Elend, Armut ist auch strafwürdig. Armut ist Makel, Armut heißt Verdacht.“

Emma hingegen lebt im Armutsalltag, ohne dabei Mut und Zuversicht zu verlieren. Mit ihrer Liebe will sie ihren arbeitslosen Mann in gefühlskalten Zeiten vor Isolation und Vereinsamung bewahren.

Fallada hat einen der großen Gesellschaftsromane der Weimarer Zeit geschaffen. Fesselnd beschreibt er die Weltwirtschaftskrise und ihre Auswirkungen auf die kleinen Leute, die Angst vor dem sozialen Abstieg und vor dem Ausschluss aus der Gesellschaft. Ein Phänomen erschütternd, fesselnd und real - damals wie heute.

Hans Fallada: „Kleiner Mann – was nun?“
rororo, 8,95€

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