Dominik ist 18 und seit zwei Jahren in der Naturschutzjugend aktiv. Hier erzählt er von seinem täglichen Kampf für die Umwelt von morgen.
„Verkauft ihr auch Gras?“, fragte uns ein Passant an unserem Demostand. Mit einigen Leuten der Naturschutzjugend, kurz NAJU, war ich gerade dabei, Flyer mit witzigen Hinweisen zu umweltbewussterem Handeln zu verteilen. Dass wir damit schnell als Hippies abgestempelt werden, passiert häufig. Doch sowas nehme ich mit Humor: Ich gab ihm einen Bio-Müsliriegel und er ging wieder.
Mitmachen und mitdenken
Mein ehrenamtlicher Einsatz als Bezirksleiter für Niederbayern hat nämlich wenig mit dem Hippie-Klischee zu tun. Vielmehr sorge ich seit zwei Jahren durch Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit dafür, Kindern und Jugendlichen ein feineres Gespür für die Brisanz des Umweltschutzes zu geben. In meist aufwendig organisierten Camps und Workshops möchte ich die Leute zum Mitmachen und vor allem zum Mitdenken anregen. Spaß kommt dabei aber natürlich nicht zu kurz. Wir veranstalten Kanutouren, renaturieren Bäche – also bringen sie wieder in ihren natürlichen Verlauf- und demonstrieren in Badehosen bei strömendem Regen. Dass wir damit tatsächlich etwas bewirken, bestätigt sich in den vielen Presseartikeln und der stetig wachsenden Teilnehmerzahl: Allein die NAJU Bayern hat mittlerweile ungefähr 13.000 aktive Mitglieder. Deutschlandweit sind es nahezu 400.000, die sich für einen zukunftsorientierten Umgang mit der Umwelt engagieren.
Da ich auf dem Land aufgewachsen bin, habe ich früh gelernt, wie wichtig und schön es ist, im Einklang mit der Natur zu leben. Es sollte für jeden selbstverständlich sein, so viel Energie wie möglich zu sparen. Oder überflüssige Verpackung zu vermeiden, zum Beispiel indem man das Fleisch nicht im Supermarkt, sondern beim Metzger holt. Wer einen Garten hat, kann selbst Obst und Gemüse anbauen: macht nicht nur Spaß, schmeckt auch viel besser als künstlich gereifte Importware. Auch nachts die Geräte ganz abzuschalten, ist von niemandem zu viel verlangt, und in der Summe doch wirkungsvoll, denn Umweltschutz fängt im Kleinen an.
In 30 Jahren…
Ich sehe der Welt in 30 Jahren teils optimistisch, teils sehr besorgt entgegen. Was die Zahl der grünen Bäume betrifft, ändert sich wohl wenig, denn inzwischen wird einiges für den Regenwald getan. Sorgen mache ich mir um die Erderwärmung und die Zukunft der Energiegewinnung: Wir wissen alle, dass die Rohstoffe knapp sind und bereits jetzt Kriege darum geführt werden. Mein Traum wäre es, dass in 30 Jahren erneuerbare Energien so weit entwickelt und gefördert werden, dass jedes Haus eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hat und die Erdwärme effektiv genutzt werden kann. Nur auf diese Weise kann man sich aus den Fangarmen der großen Energiekonzerne befreien.
Ein neues Kopenhagen? Gern, aber diesmal richtig!
Ich finde es wichtig, dass wir jetzt mehr denn je auf unsere Welt aufpassen, ansonsten sehe ich für die Generationen nach uns, aber auch für uns selbst schwarz: Geht es so weiter wie jetzt, drohen uns schon bald noch heftigere Naturkatastrophen und daraus resultierende Verelendung und Massenfluchten aus dann unbewohnbaren Ländern.
Weltpolitische Ansätze gegen die Erderwärmung sind ja durchaus vorhanden, doch ich wünsche mir einen konkreten und sicheren Energieplan hinsichtlich des CO2 Ausstoßes. An dieser Stelle muss die Politik stimmiger werden. Ein neuer Klimagipfel wäre sehr erstrebenswert. Beim nächsten Mal wünsche ich mir jedoch mehr Einsatz aller Staaten. Die Machtspielchen sollen zugunsten der Allgemeinheit abgestellt, und Einbußen endlich in Kauf genommen werden. Weniger Luxus und dafür eine gesunde Umwelt für alle ist doch ein fairer Deal. Bis das allerdings klappt, ist von jedem Eigeninitiative gefragt. Und hey, etwas Positives hat die aktuelle Lage: Je schlimmer es wird, desto kreativer werden die Leute bei der Problemlösung.




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