Selten hat ein Nicht-Hollywood-Film Millionen von Zuschauern ins Kino gelockt. Und selten wurden Naturgewalten und Klimaveränderungen auf so eindringliche Weise gezeigt.
Millionen von Zuschauern waren begeistert, aber das hatte auch seinen Preis: 40 Millionen Euro betrugen die Kosten für die gewaltige BBC-Produktion „Unsere Erde –Der Film“ von 2008. Die Dreharbeiten starteten bereits 2003. Das Filmteam um Alastair Fothergill und Mark Linfield scheute keine Mühen: Mehrere hundert Stunden Filmmaterial aus über zwanzig Ländern, 250 Tage Luftaufnahmen.
Zusammenhalt durch Tierfamilien
In der deutschen Synchronfassung wird das Frühlingserwachen einer Eisbärenfamilie in der Arktis mit ruhiger Erzählerstimme unterlegt. Später folgt man als Zuschauer einer Elefantenkuh, die ihr Junges in der Kalahariwüste zur lebensrettenden Wasserstelle bringt und begleitet am Ende sogar einen weiblichen Buckelwal mit Jungtier auf der 6.000 Kilometer langen Reise vom Äquator zur Arktis. Die Synchronstimme unterstützt die gigantischen Bilder, sanft macht sie durch Worte klar, welchem Kampf sich die Natur täglich auszusetzen hat.
Die musikalische Untermalung von den Berliner Philharmonikern wäre dabei eigentlich gar nicht nötig gewesen, die Nahaufnahmen sind dermaßen eindringlich, dass der Zuschauer auch ohne dramatische Hintergrundmusik den moralischen Zeigefinger der Botschaft spürt.
Die Schönheit des Moments
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Mit einer Menge Informationen, zum Beispiel über die Entstehung der Erde, könnte der Film durchaus als purer Lehrstoff abgetan werden, wären da nicht die vielen lustigen und liebevollen Szenen, die das ganze auflockern. Auch wenn es beim Kampf zwischen Löwe und Antilope um Leben und Tod geht, schafft es die Doku, dass man es eher als schönen Vorgang, wenn nicht sogar als zärtliches Liebesspiel, wahrnimmt.
Bezaubernd wirken auch Aufnahmen einer ganze Reihe von kunterbunten und balzenden Paradiesvögeln, die mit ihren Tänzen und Gebärden mindestens ein Lächeln auslösen. Die filmische Rhetorik drückt eigentlich schon das aus, was am Ende in Textform über den Bildschirm oder die Leinwand flimmert: Der Klimawandel bedroht die Schönheit der Natur und wir als Menschen müssen uns darum kümmern.
„Unsere Erde“, Regie: Alastair Fothergill, Mark Linfield, Universum Film GmbH, 8,95 Euro






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