Fabian, 18, will später in den gehobenen Dienst der Feuerwehr. Für sein Studium brauchte er ein Praktikum. Aber das war lange nicht so spannend wie er sich das vorgestellt hatte.
Als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr konnte ich bereits viele Menschen und auch einen kleinen Teil der Natur bei einer Brandkatastrophe retten. Wenn einem jemand für die Rettung seines Lebens dankt, erkennt man den Sinn des Lebens und das Gefühl, gebraucht zu werden. Action, Spaß und Teamwork kamen bei dieser Arbeit auch nicht zu kurz. Um so einen Beruf auf einer möglichst hohen Position ausüben zu können, ist der Studiengang „Hazard Control“ genau das Richtige. Dort lernt man etwas über die wirtschaftlichen, soziologischen und wissenschaftlichen Anwendungen im Bereich der Gefahrensicherheit.
Einfach auf die Rolltreppe stellen funktioniert nicht
Aber auch bei einem zugesagten Studienplatz kann man sich nicht einfach so auf die Rolltreppe stellen und warten, bis man oben angelangt ist. Vor dem Studium hieß es nämlich: Praktikumspflicht. Also suchte ich nach einem Praktikumsplatz bei einer Firma, die Gabelstapler, Wagen und Schlepper herstellt. Ein Bereich, der viel mit Sicherheit zu tun hat.
Mit Optimismus machte ich mich auf den Weg auf die Messe der Hamburger Handelskammer. Viele Firmen dort nahmen gar keine Praktikanten, so dass ich schon fast den Mut verlor. Aber dann entdeckte ich doch noch eine Firma, die 6.200 Mitarbeiter beschäftigt und deutschlandweit vertreten ist. Endlich eine Firma, die Praktikanten annahm. Also habe ich mich gleich am Abend hingesetzt und eine Bewerbung geschrieben. Dabei argumentierte ich mit meinen handwerklichen Fähigkeiten durch die Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr. Es klappte: Ich bekam einen Praktikumsplatz.
Niemand da
An meinem ersten Arbeitstag wurde ich über die Sicherheitsvorschriften (Stahlkappenschuhe, Erste-Hilfe-Kästen, Notausgänge und so weiter) aufgeklärt. Dann erklärte mir der Chef persönlich die Ideologie der Firma und brachte mich zu meinem Arbeitsplatz, der Lehrwerkstatt der Abteilung Metallbearbeitung. Dort dreht, bohrt und sägt man Bau- und Lehrwerkstücke zusammen. Das fing ja gut an, aber am darauffolgenden Tag schlug man mir eine Menge Formeln an den Kopf, die für die Metallbearbeitung von Bedeutung sind. Und dann ging es los.
Vor Beginn der Arbeiten erhielt ich immer eine Einweisung für das, was ich zu machen hatte. Danach habe ich selbstständig oder mit anderen Praktikanten zusammen gearbeitet. Die Probleme begannen, als ich Dinge noch genauer erklärt haben wollte. Ich wollte einfach viel lernen, aber die Erfahrenen waren nicht da! Der Zeitmangel der Mitarbeiter hat meine Nerven ganz schön gequält. Was ich daraus lernte? Da gab es nur eine Lösung: Teamwork mit den anderen Praktikanten! Das war nicht schlecht. In der Firma haben fast nur Praktikanten mit Abitur gearbeitet, was mich allerdings erstaunt hat, weil dort ja auch Mechatroniker ausbildet werden. Dafür reicht schließlich auch ein guter Realschulabschluss.
Ich würde in meinem Praktikumsbetrieb später wahrscheinlich nicht arbeiten wollen, weil mir dieser Beruf einfach zu eintönig ist. Man steht von morgens bis abends in der Lehrwerkstatt, mit dem Ziel, später mal an der Gabelstaplerherstellung mitzuarbeiten. Mich reizt die Herausforderung bei der Feuerwehr einfach mehr. Action, Lebensrettung und Abwechslung ist das, was ich brauche, um zu überleben. Das Praktikum dort war also nicht mehr, als ein Baustein auf dem Weg zu meinem eigentlichen Ziel: Feuerwehrmann im gehobenem Dienst.



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