Eure Krankenkasse zahlt, wenn ihr mal ins Krankenhaus müsst. Foto: Günter Havlena, pixelio.de

„Haatschiiii. Werd ich krank? Naja, letztes Wochenende wohl ein bisschen zu sehr gefeiert, aber man wird nur einmal 18... Gut, jetzt erst mal den Arzt anrufen...“ Und wie geht es weiter? Schekker hat sich mal unser Gesundheitssystem angeschaut.

„Hallo? Ja ich hätte heute gern einen Termin“
„Sind sie Kassen- oder Privatpatient?“
„Kassenpatient“
„In Ordnung, heute ist schon alles voll, aber sie können kommen, müssen Sie eben warten.“

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen privaten und normalen Krankenkassen?

Die gesetzliche Krankenversicherung ist neben der Renten-, Arbeitslosen-, Unfall- und Pflegeversicherung, Bestandteil des deutschen Sozialversicherungssystems. Aufgabe der gesetzlichen Krankenkassen ist es, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern. Alle Versicherten zahlen den gleichen Anteil ihres Gehaltes und haben grundsätzlich den gleichen Leistungsanspruch. Trotzdem unterscheiden sich die Kassen in ihrem Angebot. So kann es sein, dass eine Kasse Yogkurse übernimmt und eine andere Kasse dafür mehr zur neuen Brille dazu gibt. Gesetzliche Krankenkassen werden vom Staat getragen und durch Steuergelder und die Einnahmen aus Versichertenbeiträgen finanziert. Übrigens sind in der gesetzlichen Kasse Eheleute - wenn sie nicht selbst schon versichert sind - und Kinder umsonst mitversichert.

Mehr Infos zu unserem Gesundheitssystem findet ihr auf den Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit.

Private Krankenversicherungen sind privatrechtlich organisierte Versicherungsunternehmen. Sie übernehmen Kosten, die aus Krankheit oder Unfällen entstehen. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung wollen sie Gewinne erzielen. Da sie untereinander im Wettbewerb stehen, unterscheiden sie sich sowohl in Preis-/Leistungsverhältnis als auch bei Vertragsbedingungen. Mit der Gesundheitsreform müssen übrigens jetzt auch alle privaten Kassen einen günstigen Basistarif anbieten.
In Deutschland gibt es für alle Bürger die Pflicht, versichert zu sein. Das ist gut, denn oft sind Menschen von den Kosten einer Behandlung überfordert, wenn sie nicht krankenversichert sind. In vielen anderen Ländern passiert es dann häufig, dass sich die Menschen auch eine wirklich notwendige Behandlung nicht leisten können.

Ich ziehe meinen Schal an und mach mich auf den Weg, als ich ankomme zahle ich erst mal 10 € Praxisgebühr.

Seit 2004 zahlen Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland einmal im Vierteljahr die Praxisgebühr von zehn Euro, sofern sie einen Arzt aufsuchen. Damit erhofft man sich, dass die Eigenverantwortung der Versicherten für ihre Gesundheit gestärkt wird. Sie versuchen einfach, gesünder zu leben, um nicht so häufig zum Arzt zu müssen. Außerdem ist die Gebühr eine kurzfristige finanzielle Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung, die – nach Verrechnung mit den Honoraren der Ärzte – den Krankenkassen zugute kommt.

Ich warte eine Weile bis ich aufgerufen werde, der Arzt untersucht mich und stellt fest, dass ich eine Mandelentzündung habe. Klasse. Wenn die Mandeln nicht abschwellen, müssen sie entfernt werden. „Wie bitte, eine Operation?“ „Ja, aber machen sie sich keine Sorgen, das übernimmt die Krankenkasse“.

Jede Krankenkasse übernimmt alle Operationen, die medizinisch notwendig sind. Schönheits-OPs gehören nicht dazu, die muss also jeder selber zahlen.

Ich bekomme erst einmal Medikamente verschrieben. Vielleicht komm ich ja um die OP rum. In der Apotheke gebe ich mein Rezept ab und bekomme ein Antibiotikum. Aber erst mal muss ich ein paar Euro dazu zahlen.

Ganz umsonst gibt es Medikamente nur für zuzahlungsbefreite Menschen, zum Beispiel Kinder. Durch den medizinischen Fortschritt, neue Herausforderungen durch neue Erkrankungen, mehr ältere Menschen und die Tatsache, dass viele Menschen dauerhaft medizinisch behandelt werden müssen, die früher keine Chance hatten zu leben, stellt sich immer wieder die Frage: Wie kann das Gesundheitswesen so gestaltet werden, dass es bezahlbar bleibt? Und dazu gehören eben auch die Praxisgebühr und Zuzahlungen in der Apotheke. Mit der Gesundheitsreform wird aber auch an anderen Stellen sinnvoll Geld gespart. So wird Bürokratie abgebaut und der Wettbewerb zwischen den Krankenkasse gestärkt. Das nützt allen Patienten. Schließlich will jede Kasse ihre Versicherten behalten.

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