„Grund zur Hoffnung“ von Jane Goodall. Cover: Riemann Verlag.

In ihrer Autobiografie beschreibt Jane Goodall, wie sie als 8-Jährige tierisch eifersüchtig auf ihre Namensvetterin an Tarzans Seite war. In ihren Tagträumen war sie es, die mit dem Dschungeljungen durch Afrika zieht, sie klettert auf Bäume und lebt zusammen mit den Tieren. Die Verliebtheit geht vorbei. Doch der Wunsch, nach Afrika zu reisen und unter wilden Tieren zu leben, bleibt.

Fast 15 Jahre später erfüllt sich ihr Traum: Sie erhält eine Einladung nach Nairobi. Dort findet sie Arbeit im Nationalmuseum und freundet sich mit dem Museumsleiter an. Der erzählt ihr, dass er das Verhalten von Schimpansen erforschen will, und dass er noch einen Partner suche, der die Tiere beobachten möchte. Mit 54 Jahren ist er dafür schon zu alt. Jane packt die Gelegenheit beim Schopfe und macht sich mit einem Wildhüter, ihrer Mutter, einem Koch und Zelt auf den Weg in den Urwald Tansanias.

Schon während der Forschung veröffentlicht sie ihre Ergebnisse und zieht damit die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern auf sich. Die kritisieren sie, weil sie „ihren“ Schimpansen Namen gibt und in ihnen eine Persönlichkeit sieht. Sonst war es in der Wissenschaft üblich, Nummern zu verteilen. Doch ihre Forschungen zeigen: Schimpansen sind dem Mensch ähnlicher, als bisher angenommen. So kann Jane beobachten, wie die Affen Werkzeuge benutzen, sich küssen, umarmen und sogar kumpelhaft auf den Rücken klopfen. Für Jane ist klar: Schimpansen sind eigene Persönlichkeiten.

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Jane Goodall berührt die Gefühle des Lesers. Etwa wenn sie den Moment beschreibt, in dem die Schimpansen sie akzeptieren: Ein besonders zutraulicher Schimpanse lässt zu, dass Jane ihm folgt. An einer Wasserstelle bleiben sie nebeneinander stehen. Jane hält ihm mit der flachen Hand eine Frucht hin, der Schimpanse greift sie und legt sie weg. Er nimmt ihre Hand und sieht ihr friedvoll in die Augen, als würde er sagen „Danke, ich möchte nicht, aber ich weiß, dass du es gut gemeint hast.“

Doch auch Entsetzen überkommt den Leser. Vier Studenten – sie sind an Janes Forschungen beteiligt – erleben, was wir nur aus dem Fernseher kennen: Bewaffnete Männer aus dem heutigen Kongo entführen sie und nehmen sie als Geiseln.

Das Faszinierende an Jane und ihrer Geschichte ist, dass sie nicht denkt: „Was kann ich als Einzelne schon bewirken?“ Jane setzt sich einfach für das ein, was ihr wichtig ist: Tiere, die Natur und die Menschen.
Sie gründet das Jane-Goodall-Institut, das sich für die Arterhaltung des Schimpansen einsetzt, startet Naturschutzprojekte und verhandelt mit Umweltministern.

Mit ihrer Autobiografie will sie bewusst machen: Wenn jeder seinen kleinen Beitrag leistet, dann gibt es Grund zur Hoffnung auf eine bessere Welt.

 

Jane Goodall: „Grund zur Hoffnung“
(Riemann Verlag, Preis 12,95)

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