Lilli ist 19 Jahre alt und seit 1995 in Deutschland. Ob und wie sie sich als Europäerin fühlt, erzählt sie hier.
Ich komme aus Saratow in Russland. 1995 sind wir nach Deutschland ausgewandert. Also ich hier in den Kindergarten kam, habe ich erst einmal nichts verstanden. Aber nach und nach ging es dann immer besser.
Mit dem Thema EU befasse ich mich vorwiegend in der Schule, und in den Nachrichten ist die EU auch immer wieder präsent. Da kommt es schon vor, dass wir in der Familie über das Gehörte diskutieren. Als der Euro eingeführt wurde, haben wir viel darüber gesprochen, und auch wenn es um den Beitritt neuer Länder ging. Aber so richtig tiefgründig beschäftige ich mich mit der EU nicht.
Ich finde aber, dass die EU im Großen und Ganzen eine gute Sache ist. So stehen innerhalb der EU die Rechte der Menschen unter Schutz und werden sehr geachtet.
Im Alltag merke ich, dass ich in einem „vereinigten“ Europa lebe, weil ich mit Euro bezahle.
Gründlicher informieren

Lilli weiß noch nicht genau, ob sie zur EU-Wahl geht. Foto: Privat.
Aber auch mit Staatsgrenzen habe ich so meine Erfahrungen gemacht. Früher gehörte Polen ja nicht zur EU, deshalb gab es dort noch eine „richtige“ Grenze. Für uns hieß das: Wenn man zu Besuch nach Russland fahren wollte, wurde man an der deutsch-polnischen Grenze kontrolliert. Die Beamten haben in fast jede Tasche geschaut. Es war oft sehr unangenehm, dass fremde Menschen in den Privatsachen rum gekramt haben. Nur wenn man Glück hatte, wurde man übersprungen und an der Grenze zwischen Polen und Weißrussland ging das Ganze noch mal von vorne los. Im Gegensatz zu der deutsch-polnischen Grenze besteht diese Grenze ja auch heute noch.
Ob ich zu den Europawahlen gehe, weiß ich noch nicht genau. Sicherlich ist es wichtig, an diesen Wahlen teilzunehmen, aber dazu müsste ich mich noch gründlicher über das Thema informieren.
Daher kann ich nicht sagen, wen ich wählen würde. Und selbst wenn, dann würde ich das nicht verraten, es sind ja geheime Wahlen...



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