Leo Hickman ist 34 und hat ein Jahr lang versucht, ethisch und ökologisch korrekt zu leben. Sein Buch „Fast nackt“ ist ein spannender, humorvoller und fragwürdiger Erfahrungsbericht.
Eigentlich könnte man meinen, Hickmans Familie sei ganz normal. Lebt in einem viktorianischen Reihenhaus, sieht viel fern, verreist mit dem Flugzeug und kauft zweimal wöchentlich bei Sainsbury's ein. Doch es verwundert nicht, dass Hickman den Versuch startet, ab sofort ein Jahr lang mit gutem Gewissen zu leben. Denn er ist beim renommierten, linksliberalen Tagesblatt „The Guardian“ angestellt. Das ist vor allem für seine kritische Berichterstattung zu Umweltthemen über Ländergrenzen hinweg bekannt.
Unverblümt informativ und komisch
Lust bekommen auf diesen Lesestoff? Wir verlosen von jedem besprochenen Titel drei Exemplare.
Fundierte Nachhilfe braucht er. Also nehmen drei Experten erstmal das ganze unethische Haus auseinander. Produkte von ausbeuterischen Großkonzernen, giftige Stoffe in Putzmitteln, Lebensmittel, die einen weiten Weg hinter sich haben, fliegen raus. So beginnt eine sehr informative, unterhaltsame und aufklärende Geschichte. Ungeschönt und mit viel britischem Humor berichtet Hickman über seinen Selbstversuch und darüber, wie er damit das Leben seiner Familie auf den Kopf gestellt hat: Vom „Regenwurm-Komposterversuch“ über den Besuch einer Londoner Müllkippe bis hin zur Fast-Adoption eines chinesisches Kindes statt der Selbstzeugung. Hickman öffnet uns unverblümt die Augen. Jeder wird sich wiederfinden und jedem gibt er gute und nützliche Tipps an die Hand, um sein Leben zu verbessern.
Doch wozu das ganze? Dadurch ändert sich doch nichts, oder? Das erkennt auch Hickman: Man kann nicht die gesamte Welt auf eigene Faust retten, aber man kann es wenigstens versuchen. Und mit gutem Gewissen leben.
„Fast nackt“ , Leo Hickman, Piper, 9,95€






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