Nora, 23, engagiert sich ehrenamtlich beim Netzwerk für Demokratie und Courage e.V. Das ist eine Organisation, in der sich junge Leute gegen Rassismus und Diskriminierung einsetzen. Hier erzählt sie von ihrer Arbeit und erklärt, warum politische Bildung die Welt ein wenig gerechter macht.
Ich fand es schon immer richtig und vernünftig, sich mit Themen wie Rassismus und Diskriminierung auseinanderzusetzen. Seit ich 16 bin arbeite ich mit Jugendlichen zusammen. In der zehnten Klasse habe ich neben der Schule eine Ausbildung zur Jugendgruppenleiterin in einem Freizeitheim gemacht. Nach dem Abi machte ich dann ein zweimonatiges Praktikum bei einem Treff für Mädchen mit Migrationshintergrund in Berlin Neukölln. Auf das Netzwerk für Demokratie und Courage, kurz: NDC, wurde ich im Rahmen meines Studiums der Politikwissenschaft aufmerksam. Ich fand das sofort spannend und habe mich für einen der Lehrgänge beworben.
Bildungsarbeit auf Augenhöhe
2008 habe ich die zwei Wochenenden umfassende Ausbildung als Teamerin abgeschlossen. Jetzt darf ich verschiedene Projekttage an Schulen durchführen. Beim NDC gibt es zwölf verschiedene Projekttagskonzepte, die in allen Schulen ab der achten Klasse durchgeführt werden können. Die Projekttage dauern ungefähr sechs Stunden, so dass in der Regel ein kompletter Schultag benötigt wird. Am Anfang steht meist ein Spiel, durch das sich Schüler und die beiden Projektleiter vom NDC ein wenig kennenlernen. Das hilft auch Hemmungen abzubauen.
Anschließend folgt ein so genannter Input-Part, in dem die beiden Teamer den Schülern Wissen vermitteln. Es geht um Rassismus, Diskriminierung aber auch Demokratie und Menschenwürde. Später kann ein Planspiel durchgeführt werden und es finden bei jedem Projekttag viele offene Diskussionen und Fragerunden statt.

Für Nora ist Toleranz das Wichtigste.
Foto: privat
Am Ende ist es für uns wichtig, dass die Schüler uns sagen, welche Fragen sie noch haben oder ob ihnen etwas unklar ist, was ihnen gefallen hat oder auch nicht. Das passiert schriftlich und anonym. Wir bemühen uns immer, auf dieses Feedback einzugehen und dringende Angelegenheiten noch zu klären.
Natürlich kann es auch vorkommen, dass einige Schüler die Ansichten des NDC zu Rassismus nicht ganz teilen oder gar ablehnen. Auf solche Situationen werden alle Projektleiter in ihrer Ausbildung vorbereitet, so dass wir wissen, wie wir reagieren können und welche Argumente wir entgegnen können.
Wichtig ist, dass Schüler und Projektleiter ungefähr das gleiche Alter haben. Wir wollen, dass die Bildungsarbeit für Jugendliche auch von Jugendlichen durchgeführt wird und nicht durch ältere Personen, sozusagen von oben herab. Damit die Arbeit erfolgreich sein kann, müssen Schüler und Projektleiter dieselbe Sprache sprechen.
Für eine tolerantere und gerechtere Gesellschaft
Lest es nach im Protokoll über Janine.
Gerechtigkeit bedeutet für mich, dass alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Aussehen, Alter oder sozialer Stellung, gleich behandelt werden. Jeder muss für seine Handlungen einstehen. Das NDC bemüht sich, jungen Menschen einen Denkanstoß zu geben und regt sie an, sich mit ihren Gedanken und Ansichten einmal kritisch auseinanderzusetzen. Dazu kommt die Vermittlung von neuem Wissen. Mit Fakten kann man Vorurteilen und Diskriminierung am besten begegnen.
Fällt unsere Arbeit auch nur bei einer Person auf fruchtbaren Boden, so dass der Betreffende vielleicht seine Meinung gegenüber Ausländern, Homosexuellen oder Menschen anderer Glaubensrichtung überdenkt und verändert, ist das schon sehr viel wert. Setzt er sich dann auch in seinem Freundeskreis und unter Bekannten für mehr Toleranz und Zivilcourage ein, dann wird unsere Gesellschaft dadurch ein klein wenig gerechter und besser. Genau das ist das Anliegen des NDC.






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